Andere über uns

Stadtjournal Februar 2012

Spende an Lebenshilfe

Spendenübergabe bei AGON: Der Erlös der "Kaffeekasse" im "Zugvogel"-Bistro des Möbelhauses ging an die Lebenshilfe Havelland. Das Möbelhaus hat bekanntlich bei Eröffnung festgelegt, dass Kunden für ihren Kaffee im Bistro nichts bezahlen müssen dafür aber zum Spenden gebeten werden. "Das hat gut funktioniert", berichtet Geschäftsleiter Andre R. Schenkel bei der Übergabe, wir haben in vier Monaten 1000 Euro gesammelt." bvs


Das Foto zeigt Verkaufsleiterin Andrea Scherin, Möbelhaus-Chef Andre R. Schnkel, sowie Jeanette Krämer und Hubert Kaufhold von der Lebenshilfe. Foto: AGON

Preußenspiegel 23.10.11

Kinder überrascht

Wir, der Eltern-Kind-Kreis der Lebenshilfe Havelland hatten kürzlich besonderen Besuch. 
Beim Betreten des Spielraums kam uns ein seltsames Schnurren entgegen. Auf einem Tisch saßen vier riesige schnurrende Plüschkatzen.
Unsere Kinder haben die übergroßen Stubentiger gleich in ihren Besitz genommen.
Ganz herzlich möchten wir uns bei Frau Funke, Geschäftsinhaberin von „Zoo & Angel Funke“ für das Geschenk bedanken.
Frau Funke brachte nicht nur Katzen, sondern auch viele kleine Überraschungen und vor allem süße Leckereien mit. Es war ein gelungener Nachmittag für alle, aber besonders für unsere Kinder. Nochmals vielen Dank dafür.

Jutta Rölicke, Rathenow

MAZ 20.06.11

Grundstein gelegt

Der Verein Lebenshilfe Havelland baut in der Falkenseer Bahnhofstraße eines neues Zentrum für die Beratung und Betreuung. Am Sonnabend wurde der Grundstein gelegt (Foto: Radon) und das 20-jährige Wirken des Vereins in der Region gefeiert.

Ein fester Bezugspunkt

FESTAKT: Lebenshilfe feiert 20-jähriges Bestehen und legt Grundstein für Zentrum in Falkensees Stadtmitte

In dem künftigen Hauptsitz an der Bahnhofstraße werden die Mitarbeiter des Vereins Lebenshilfe Havelland ab kommenden Jahr informieren, beraten und betreuen.
FALKENSEE - Alle fünf Jahre ein neues Haus – das war der Takt, an den sich die Mitglieder der Lebenshilfe Havelland eigentlich gewöhnt hatten: Seit 1999 sind in Falkensee so die Wohnstätte, die Integrations-Kita und die Tagesförderstätte für geistig Behinderte entstanden. Doch mit dem neuesten Bau wollte der Verein nicht abwarten. Zwei Jahre, nachdem das Werkstatt- und Wohnhaus in der Bahnhofstraße bezogen wurde, wird daneben nun der Hauptsitz der Lebenshilfe gebaut. Am Sonnabend wurde der Grundstein gelegt.
Der Verein schenkt Mitarbeitern und Betreuten das Haus quasi zum Geburtstag; er feiert in diesem Jahr 20-jähriges Bestehen. Beides feierten Gastgeber und Gäste mit einem Fest. Nach den Reden, einem Theaterstück und einem Musikprogramm ließ die Schülergruppe des Vereins 20 Luftballons fliegen. An deren Strippen hatten sie Karten mit ihren Wünschen für das Haus gebunden. Ein Raum zum Ausruhen und Entspannen stand etwa darauf, ein großer Busparkplatz – und „ein gutes Sicherheitssystem und eine Alarmanlage“, wie ein junger Mann zur Freude des Publikums vorlas.
Ein großer Vorteil des Neubaus: Er ist komplett barrierefrei. Die aktuelle Geschäftsstelle in der Ruppiner Straße liegt ungünstig auf einer Anhöhe und ist nicht für jeden leicht zugänglich – ein Problem, das den Vereinsmitgliedern ein bisschen peinlich ist. „Zu mir kommt kein Rollstuhlfahrer hoch“, sagt Geschäftsführer Uwe Piel. Das neue Zentrum in der Bahnhofstraße werde darüber hinaus wesentlich besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sein.
In dem dreistöckigen Haus, dessen Baukosten auf rund 1,5 Millionen Euro geschätzt werden, sollen künftig aber nicht nur Büros untergebracht werden. Gleichfalls werden Räume für Gruppenarbeit und zum Schlummern eingerichtet. Außerdem wird es ein Zimmer geben, in dem Behinderte in Notsituationen übergangsweise Zuflucht finden – etwa, wenn die Eltern krank werden und ihren Sohn oder ihre Tochter nicht zuhause betreuen können.
Im Erdgeschoss ist Platz für Veranstaltungen und eine kleine Bühne. Dort soll künftig neben Sitzungen und Festen vor allem die Disko stattfinden. „Diese Räume stehen auch anderen offen, Vereinen, Ausschüssen oder Stammtischen“, sagt Uwe Piel. Auch so herum funktioniert Inklusion. Dass die Mitarbeiter ab kommendem Jahr – man kalkuliert mit Juni 2012 – unter einem gemeinsamen Dach beraten, informieren und betreuen, hat nicht nur praktische Gründe. „Behinderte brauchen einen festen Bezugspunkt“, sagt Marianne Matho, Vorsitzende und Gründungsmitglied der Lebenshilfe.
Sie ist stolz darauf, dass es den Verein nach 20 Jahren „immer noch gibt“ und es geschafft wurde, sich währenddessen von einer Elterngruppe bis zu einem Betrieb mit 97 Beschäftigen weiterzuentwickeln. Der Grund beeindruckt Marianne Matho stets aufs Neue: „Das ist vor allem den vielen Ehrenamtlichen zu verdanken, die sind mit so viel Herzblut dabei. Und selbstverständlich auch den Mitarbeitern.“ (Von Jana Einecke)


MAZ 23.12.10

Freigiebig

 

Hiltrud Müller zum Abschluss der Weihnachtsaktion, die eine wunderbare Resonanz fand

 

Es geht hier nicht um Millionen. Die Spendenaktion der MAZ-Lokalredaktion, die traditionell in der Vorweihnachtszeit ausgerufen wird, bewegt sich in einem bescheidenen Rahmen. Dafür bieten wir Nähe und Nachvollziehbarkeit: Bedacht werden Menschen, die in dieser Region zu Hause sind. In diesem Jahr fiel die Wahl auf schwer geistig und körperlich Behinderte. Wir waren bestrebt, in den zurückliegenden Wochen die Lebensumstände deutlich zu machen, unter denen diese von der Natur Benachteiligten und ihre Familien leben. Wir beschrieben, wie mühselig ihr Alltag ist und welch ein Segen die Gemeinschaft für sie bedeutet, die ihnen in Falkensee in der Förderstätte der Lebenshilfe geboten wird. Die kann sich nun einige Extras mehr leisten – dank der Freigiebigkeit von 86 MAZ-Lesern, die dem Spendenaufruf folgten und knapp 3700 Euro zusammentrugen. Sie kommen ungeschmälert den geistig Behinderten zugute, denn kein Cent muss für einen Spendenverwaltungsapparat abgezweigt werden. Eine Resonanz, die überaus erfreulich war – zeigt sie doch, dass die Adventszeit noch nicht gänzlich an den Kommerz verloren ist. Menschen sind bereit, sich der Sorgen anderer zu öffnen und mit ihnen zu teilen. Das ist der wahre Geist der Weihnacht.

 

Leser spendeten 3685 Euro für Behinderte

 

MAZ-WEIHNACHTSAKTION

Lebenshilfe und MAZ sagen danke: Stadtpartie gesichert, 
Dampferfahrt und Sinnesgarten ebenfalls

 

Die Sinne schärfen: Diese Tastwand in der Falkenseer Förderstätte wird von den Tagesgästen liebend gern erfühlt 

 

Beschwerlicher Alltag: Cordula braucht Lifter, um in den Rollstuhl zu kommen.       Rechts: Aufbruch zum Einkauf

 

Von Hiltrud Müller

 

FALKENSEE - Reich beschenkt wurden sie: Statt der erforderlichen 500 Euro sind bis gestern 3685 Euro auf dem Konto des Vereins Lebenshilfe Havelland eingegangen. Ursprünglich hatte die MAZ-Lokalredaktion in ihrer diesjährigen Weihnachtsaktion dazu aufgerufen, den 14 schwer mehrfach behinderten Menschen, die die Tagesförderstätte des Vereins in Falkensee besuchen, einen Ausflug im Spezialbus durch Berlin zu ermöglichen.

Das war schon immer der Wunsch der Mitarbeiter, denn „ihre Leute“, wie sie ihre Tagesgäste nennen, lieben Ausflüge. Da aber sechs der 14 auf einen Rollstuhl angewiesen sind, können sie immer nur in winzigen Gruppen mit ihrem Transporter verreisen. Ein Cabrio-Rolli-Bus eines Berliner Spezial-Unternehmens aber kann mühelos acht Rollstühle aufnehmen und weist zudem eine behindertengerechte Toilette aus. Die Miete von 380 Euro für eine Stadtpartie durch Berlin sind dank der MAZ-Leser im Kasten, die 120 Euro für den Stadtführer übernimmt die Dr.-Richard-Herrmann AG.

Für dieses Weihnachtsgeschenk sagen nicht nur die MAZ-Lokalredakteure, sondern auch Uwe Piel, Geschäftsführer des Vereins Lebenshilfe Havelland, herzlich Dank: „Wir sind sehr angenehm berührt und dankbar für diese große Anteilnahme“, sagt er. „Wir werden den Ausflug zeitnah, also im Februar oder März, planen, auch wenn dann das Cabriodach noch geschlossen bleiben muss. Aber da ja nun so viel mehr Geld als erwartet eingegangen ist, werden wir uns auch noch eine Dampferfahrt im Sommer leisten können, auch mit einem speziell für Behinderte ausgestatteten Fahrzeug. Allen 86 Spendern, die das ermöglichten, sagen wir herzlich Dank.“ Zudem wird noch Geld für einen Sinnesgarten übrig bleiben, den die Lebenshilfe-Mannschaft mit ihren Schützlingen anlegen möchte. Die MAZ wird davon berichten.

 

MAZ 18./19.12.10

„Man muss es mit Leib und Seele wollen“

 

MAZ-WEIHNACHTSAKTION:

Leiter der Lebenshilfe über Integration, den Alltag mit geistig 
Behinderten und die Probleme der Eltern

 

 

Uwe Piel, Marianne Matho und Beate Remane gehören zu den Menschen, die die Lebenshilfe im Havelland aufgebaut haben. Über die Auswirkungen ihrer fast 20-jährigen Arbeit in der Region sprach mit ihnen Oliver Fischer.

 

MAZ: Frau Matho, was bedeutet Weihnachten für die Bewohner und die Betreuten der Lebenshilfe?

Marianne Matho: Das Fest ist immer ein Höhepunkt des Jahres. Wir konnten das vor drei Wochen schon beobachten. Da hatten wir eine Weihnachtsfeier für die Ehrenamtlichen und Ausflügler, und unsere Schülergruppe hat Rotkäppchen als Theaterstück aufgeführt. Ganz toll. Sie haben die Kulissen selbst gebastelt und wochenlang dafür geprobt, ich habe mich gefreut und sie sich auch.

 

Was geht in Ihnen vor, wenn Sie solche Aufführungen sehen?

Matho: Ein Außenstehender kann vielleicht gar nicht einschätzen, was für eine Leistung dahintersteckt, aber ich finde es immer wieder interessant zu sehen, was sie so alles schaffen. Ich weiß dann, wofür wir uns seit fast 20 Jahren engagieren und sehe auch, dass wir alles richtig gemacht haben.

 

Sie gehören zu den Gründungsmitgliedern des Vereins. Was hat Sie damals motiviert?

Matho: Ausgangspunkt war eine Elterninitiative, die eine schon existierende Behindertenwerkstatt für ihre Kinder erhalten wollte. In dieser Werkstatt arbeitete auch mein Sohn. Die Werkstatt hat schließlich einen anderen Träger gefunden, aber einige Jahre später wurde uns als Lebenshilfe die Wohnstätte in der Ruppiner Straße übertragen. Damit fing alles an.

 

Welches Ziel hat die Lebenshilfe am Anfang verfolgt?

Matho: Wir Eltern wussten nach der Wende nicht, wie es für die Kinder weitergeht. Wir wollten Betreuung, Beschäftigung und die Arbeitsplätze unserer Kinder sicherstellen.

Uwe Piel: Es gab aber noch eine andere Komponente. Damals waren Menschen mit geistiger Behinderung zum Teil noch in reinen Männer- oder Frauenheimen untergebracht. Einzelzimmer für Bewohner waren nicht die Regel. Wir wollten andere Wege gehen. Kleine Einrichtungen, nah an der Gemeinde, dicht an den Familien. Menschen mit Behinderungen sind schließlich Menschen wie du und ich, die mehr Unterstützung benötigen. Die wollten und wollen wir ihnen geben.

 

Ist der Plan aufgegangen?

Piel: Ich denke schon. Die Behinderten nehmen heute wesentlich direkter am Leben und an der Gesellschaft teil, weil wir uns nie versteckt haben.

Matho: In Falkensee schaut heute keiner schräg, wenn eine unserer Gruppen durch die Stadt geht. Im Gegenteil. Die Leute freuen sich. Sie winken, sprechen uns an, in den Geschäften kennt man uns.

Beate Remane: Als ich 1993 in der Wohnstätte angefangen habe, wurden wir zum Teil noch komisch angeguckt. Heute werden unsere Betreuten sogar in den Geschäften vermisst, wenn sie mal nicht vorbeikommen. Menschen mit Behinderung sind heute integriert in der Gesellschaft, das ist ein Erfolg.

Piel: Mich freut auch, dass die Kinder in der Integrationskita überhaupt keine Berührungsängste haben, egal ob mit oder ohne Behinderung. Auch die Eltern nicht. Viele Eltern von nicht behinderten Kindern wollen ihr Kind sogar unbedingt in die Integrationskita geben.

Matho: Berührungsängste haben unsere Betreuten sowieso nicht. Die kennen in der Stadt mehr Leute als wir und sprechen jeden an. Sie sagen auch zum Bürgermeister: „Dich kenn ich, du warst schon mal bei uns.“ Das finden die Menschen toll.

 

Haben Sie damit das erreicht, was Sie erreichen wollten?

Matho: Unser Ziel ist, dass Menschen mit Behinderung ein ganz normales Leben führen können. Dazu gehört Arbeit, dazu gehört auch Wohnen im eigenen Haushalt. Die Menschen, die in unseren Einrichtungen leben, betrachten die Wohnstätten und Wohngemeinschaften als ihr Zuhause. Damit haben wir schon viel geschafft.

 

Wie ist die Lebenshilfe im Havelland heute aufgestellt?

Piel: Wir haben 90 Mitarbeiter und eine Menge Angebote für momentan rund 500 Betreute. Sie können bei uns in der Wohnstätte, in der Wohngemeinschaft oder ambulant betreut wohnen, wir haben eine Tagesförderstätte, eine Integrationskita, eine interdisziplinäre Frühförder- und Beratungsstelle und den großen Freizeitbereich Offene Hilfen, Fahrdienste, wir bieten auch barrierefreie Reisen an. Im Kreis werden wir inzwischen als kompetenter Ansprechpartner wahrgenommen.

 

Wenn Sie weitere 20 Jahre in die Zukunft schauen, wo will die Lebenshilfe noch hin?

Matho: Der Bereich Offene Hilfen muss als erstes eine neue Heimat finden, dann wollen wir noch weitere Angebote schaffen. Eine Baustelle ist unsere Geschäftsstelle. Sie ist nicht barrierefrei, ein untragbarer Zustand. Da müssen wir schauen, wie wir Information, Beratung und Betreuung zentrumsnah in einem Gebäude vereinigen können.

 

Wie finanziert der Verein seine Arbeit?

Remane: Mit dem Landkreis haben wir für die meisten Einrichtungen und Dienste Kostensätze vereinbart. Anderes wird über Beiträge der Eltern, über Mitgliedsbeiträge, Spenden und über Fördermittel finanziert.

Matho: Rechnen müssen wir trotzdem immer. Bei jedem Angebot schauen wir genau, ob wir es uns leisten können oder nicht. Manche leisten wir uns dann, obwohl sie Minusgeschäfte sind. Den Familienunterstützenden Dienst zum Beispiel. Die Schüler treffen sich dort gerne und fahren mit zu Ausflügen. Wenn es den Dienst nicht gäbe, wären sie die ganze Zeit zu Hause.

 

Die Bandbreite von geistigen Behinderungen ist groß. Es gibt Schwerstbehinderte, Menschen mit Autismus, Menschen mit leichter Behinderung. Die müssen sich auch untereinander vertragen. Wie funktioniert das?

Remane: Das wirft natürlich Probleme auf. Die Bewohner sind ja doppelt abhängig. In der Wohnstätte haben wir zehn bis elf Bewohner pro Gruppe, die müssen miteinander und gleichzeitig mit den Betreuern zurechtkommen. Das harmoniert natürlich nicht immer, da spielen sich manchmal Machtkämpfe ab. Aber auch in jeder Familie gibt es hin und wieder Krach. Und wenn zwei partout nicht miteinander können, dann versuchen wir da zu vermitteln und schauen, dass sie zum Beispiel nicht noch unbedingt zusammen in den Urlaub fahren.

 

Empfinden Sie die tägliche Arbeit mit geistig Behinderten als schwierig?

Remane: Ich wollte eine Arbeit mit Herausforderung, und die habe ich. Sicher kommt man auch mal an seine Grenzen, wenn die Betreuten besonders verhaltensauffällig sind oder aggressiv, aber dafür gibt es hinterher Besprechungen oder Supervisionen. Auf der anderen Seite nehmen die Betreuten Anteil an unserem Leben. Sie sind feinfühlig, sensibel und kümmern sich um einen. Ich arbeite seit 17 Jahren bei der Lebenshilfe, und wenn es für mich nicht der richtige Job wäre, dann wäre ich jetzt woanders.

Matho: Als Mutter bewundere ich alle, die in diesen Einrichtungen arbeiten. Man muss es mit Leib und Seele wollen, sonst geht das nicht. Ich bin ganz ehrlich – ich könnte es nicht immer. Wenn ich meinen Sohn eine Woche zu Hause habe oder im Urlaub, dann bin ich auch froh, wenn ich ihn in sein anderes Zuhause bringen kann.

Remane: Auch das ist Teil unserer Arbeit. Wir wollen den Eltern ermöglichen, ein eigenes Leben zu leben. Darauf haben sie einen Anspruch. Es gibt aber viele Eltern, die sich nicht abnabeln können, weil sie fürchten, ihr Kind wird nicht richtig betreut. Das ist ein schwieriger Prozess.

 

Haben Sie ein Beispiel?

Remane: Bei uns in der Wohnstätte lebt ein Mann, dessen Mutter ihn anfangs nicht weggeben wollte, bis ein Notfall eintrat. Sie musste ihn zu uns bringen und er ist geblieben. Das ist zehn Jahre her. Seither schickt sie regelmäßig Karten und ist so dankbar, dass sie den Schritt gemacht hat. Man muss das Zögern aber verstehen. Besonders bei schwierigen Fällen müssen die Eltern ihr Leben hinterher komplett neu organisieren. Sie sind 24 Stunden am Tag für das Kind da, zum Teil über Jahrzehnte. Wenn diese Aufgabe plötzlich wegfällt, ist auch der Sinn ihres Lebens weg. Sie haben ganz viel freie Zeit und wissen nicht, wohin damit.

 

Wie gehen Sie auf solche Eltern zu?

Remane: Wir bieten ihnen eine schrittweise Gewöhnung an. Die Kinder können die Schülergruppe oder die Freizeitgruppe nutzen, sie machen vielleicht einmal im Monat einen Ausflug. Die Eltern lernen dann erst mal, ein paar Stunden Freizeit zu genießen. Solch ein langsames Abnabeln ist in unseren Augen ideal.

Matho: Die Kinder wegzugeben kostet schon Überwindung. Ich habe meinen Sohn auch immer zu Hause gehabt. Aber man hat dann als Elternteil kein eigenes Leben mehr.

Remane: Viele der Behinderten machen nach einer Abnabelung auch noch einmal einen Schritt nach vorn. Es ist hochinteressant, was plötzlich funktioniert, wenn die Eltern loslassen und die Kinder motiviert werden, Dinge selbst zu tun. Darauf muss man auch hinwirken. Manche Mütter kommen in die Wohneinrichtungen und wollen die Zimmer ihrer erwachsenen Kinder aufräumen. Ich frage dann, ob sie das bei ihren anderen Kinden auch machen. Sie wollen beschützen und behüten, aber bestimmte Sachen müssen auch die Behinderten lernen. Sie müssen auch mal die Erfahrung machen, dass Dinge schief gehen. Und das vertragen sie auch.

Matho: Es ist sicher keine leichte Aufgabe, aber das Schöne daran ist, dass man von den Betreuten viel Dankbarkeit erntet. Man gibt etwas und bekommt viel zurück.

 

MAZ 11./12.12.10

Zwei-Mann-Betrieb mit flexibler Arbeitszeit

 

MAZ-WEIHNACHTSAKTION: 

Wenn das Kind ein Pflegefall ist, bleiben Vater und Mutter ein Leben lang in der Elternrolle

 

Von Hiltrud Müller

 

FALKENSEE / PAAREN IM GLIEN - Wenn am Nachmittag der Bus der Lebenshilfe in Paaren vorfährt, stehen die Eltern schon vor ihrem Haus bereit. Dann nehmen sie ihren Jungen wieder in Empfang, der 48 Jahre alt ist und doch immer unselbstständig wie ein Kleinkind bleiben wird.

 

Siegmar Hänsel ist geistig und körperlich schwer behindert. Ein Pflegefall. 47 Jahre lang haben seine Eltern Erika und Horst ihn jeden Tag betreut und beschützt, gefordert und gefördert, bis in diesem Jahr ein Unglück das andere jagte: Erst wurde die Mutter schwer krank, dann brach sich Vater den Arm. Wohin mit Siegmar?

Sie hatten schon miserable Erfahrungen mit Pflegestätten gemacht, zum letzten Mal, als Erika Hänsel sich den Star hat wegoperieren lassen. Man hatte Siegmar in der Einrichtung, die sie gewählt hatten, krampfauslösende Medikamente verabreicht – ihm, dem Spastiker. Er wäre fast daran gestorben. Der Mutter treten beim Erzählen Tränen in die Augen.

 

In diesem Jahr, als über Nacht wieder ein Heim gefunden werden musste, haben es die Eltern bei der Lebenshilfe in Falkensee versucht. Sie unterhält dort Wohnheim und Tagesförderstätte für schwer mehrfach behinderte Erwachsene. Seit Mai gehört nun Siegmar dort zu den Tagesgästen. Er fühlt sich wohl. Damit geht es auch den Eltern gut. Und mit Blick auf ihr Alter – er ist 73, sie 74 – haben sie schon vorsorglich für ihren Sohn den Antrag auf einen Heimplatz bei der Lebenshilfe gestellt, falls sie mal nicht mehr in der Lage sein sollten, für ihn da zu sein. Denn das ist Schwerstarbeit, körperlich und psychisch.

 

Nie hätte sich das junge Paar damals, 1962, träumen lassen, dass ihr Wunschbaby, das zwei Jahre nach Töchterchen Marion zur Welt kam, ein Leben lang ihre Hilfe brauchen würde – ob beim Essen, Fortbewegen, Duschen oder Ankleiden. Es war ein schönes Neugeborenes. Aber es atmete nicht, es schrie nicht, als es abgenabelt worden war. Später erfuhren die Eltern, dass es Fruchtwasser geschluckt hatte und fast daran erstickt wäre. Das zarte Gehirn hatte viel zu lange keinen Sauerstoff bekommen. Frühkindliche Hirnschädigung, sagen die Mediziner. Doch die ließen die Hänsels lange Zeit im Stich. „Das wird schon noch“, hieß es, wenn die Eltern verzweifelt darauf aufmerksam machten, dass der Kleine das Köpfchen nicht halten konnte und es auch mit dem Laufen dann noch nichts werden wollte, als seine Alterskameraden schon längst dem Fußball nachjagten. Vater Horst, ein Polytechniker, konstruierte dem Jungen ein Gestell, in dem er den aufrechten Gang trainieren konnte. Sie haben geübt, unendlich geduldig geübt, bis Siegmar tatsächlich irgendwann Fuß vor Fuß setzte, ohne sich festhalten zu müssen. Doch jetzt, wo er auf die 50 zugeht, kann er das Haus nicht mehr ohne Rollstuhl verlassen.

 

Alles im Paarener Elternhaus ist auf Siegmars Bedürfnisse ausgerichtet: Stuhlgestelle sind verschweißt, Regale unlösbar mit der Wand verschraubt, Lampen hängen nicht, sondern kleben als Scheiben direkt unter der Decke, denn manchmal wird er aggressiv. Dann tobt er und schlägt um sich. Der Hof ist nicht mit Steinplatten befestigt, das Haus nicht mit Rauputz verkleidet, damit sich Siegmar nicht verletzt, falls er stürzt. Die neueste Anschaffung ist ein Treppenlift. Denn oftmals konnten die Eltern nur mit Hilfe der Nachbarn den kräftigen Sohn hoch- oder heruntertragen. Wenn er etwas nicht will, und er will oft nicht, dann kann man ihn mit Worten nicht bekehren. „Er hat autistische Züge. Einerseits einen überragenden Orientierungssinn, andererseits das Denkvermögen eines Zweijährigen“, erklärt sein Vater. „Ohne die Hilfe und das Verständnis unserer Nachbarn wären wir verloren“, setzt er dankbar hinzu. Auch der Hausarzt und die Zahnärztin, Familie und gute Freunde zeigen den Hänsels immer wieder, dass sie große Hochachtung vor deren Leistung haben. Und dass sie helfen, wenn Not am Mann ist. Das tut den beiden gut. Mit ihnen tauschen will freilich niemand.

 

„Wir sind ein Zwei-Mann-Betrieb mit höchst flexibler Arbeitszeit“, so übersetzt Horst Hänsel ihr Los ins moderne Geschäftsdeutsch. Er kann genauso gut waschen, kochen, backen und putzen wie seine Frau. Obendrein ist er der Hauptbuchhalter. Er verweist auf die vielen Ordner, die sie beide als die gerichtlich bestellten Betreuer ihres Sohnes akribisch führen müssen. Es ist eine Wissenschaft: Anträge ans Sozialamt, an die Pflegekasse, die Kreisverwaltung und die Gemeinde. Rundfunkgebührenbefreiung, Parkausweis, Schwerbeschädigtenausweis, Bericht ans Vormundschaftsgericht, Rentensachen, Grundsicherung.

 

Manchmal spüren sie es schon recht deutlich, dass die Kräfte schwinden. Seit den 80er-Jahren haben sie keinen richtigen Urlaub mehr gemacht. Dabei hätten sie ihn dringend nötig, zumal Siegmar nicht selten nachts nur drei, vier Stunden schläft. Dennoch hadern sie nicht mit ihrem Schicksal. Nie haben sie sich beklagt oder gar ihren Sohn versteckt. Immer war er mittendrin, beim Fasching, bei der Konfirmation, bei Familienfeiern und jetzt in der Gemeinschaft der Lebenshilfe in Falkensee. Erstmals lässt der Vater den Gedanken zu, dass Siegmar auch ohne sie zurecht kommen könnte, wenn im Wohnheim ein Platz frei werden sollte. „Aber jetzt doch noch nicht!“, fällt ihm seine Frau sogleich ins Wort. Sie will sich nicht vorstellen, dass das Kind, dem sie ihr ganzes Leben gewidmet hat, jetzt aus dem Haus gehen könnte.

 

MAZ 08.12.10

MAZ-WEIHNACHTSAKTION:

 

Große Spendenbereitschaft

 

Überwältigt zeigt sich die Lebenshilfe von der Spendenbereitschaft der MAZ-Leser. Die MAZ sammelt für einen Ausflug der Schwerstbehinderten mit dem Rolli-Bus (Foto: Privat). Bisher sind fast 3000 Euro zusammengekommen - und die Aktion läuft noch.

 

Große Spendenbereitschaft

 

MAZ-WEIHNACHTSAKTION

 

Riesenfreude bei der Lebenshilfe über Zwischenstand

 

FALKENSEE - Uwe Piel und seine Mitarbeiter von der Falkenseer Lebenshilfe bekamen die Anteilnahme und die Freigiebigkeit der MAZ-Leser vom ersten Tag an direkt zu spüren. Kurz nach dem Auftaktartikel zur aktuellen MAZ-Weihnachtsaktion hatte die Lebenshilfe einen Stand bei der Falkenseer Angerweihnacht aufgebaut. „Wir wurden unentwegt auf die Aktion angesprochen, Leute haben uns zum Teil gleich Barspenden in die Hand gedrückt“, erzählt der Geschäftsführer. Andere überwiesen wortlos, dafür aber zum Teil große Beträge. „Wir haben Einzelspenden über mehrere hundert Euro bekommen“, freut sich Piel.

 

Eine Frau etwa, die gerne anonym bleiben will, meldete sich auch bei der MAZ. Sie hatte 500 Euro überwiesen – und lieferte auch gleich die Begründung: Eine Spendenaktion für Menschen mit zum Teil schwerer Mehrfachbehinderung, die hier in der Region leben, das sei ihr sympathisch, sagte sie. Sie halte nichts von den großen Spendengalas im Fernsehen, die ihrer Ansicht nach mehr der Präsentation der Stars als dem guten Zweck dienen. „Die Leute von der Lebenshilfe aber, die sehe ich hin und wieder, wenn sie einen Ausflug zum See machen. Und die Arbeit in einer solchen Einrichtung ist sicher nicht einfach.“ Da sie jetzt unverhofft eine Rentennachzahlung bekommen habe, habe sie kurzentschlossen die Summe überwiesen.

 

Weil offenbar noch andere MAZ-Leser so dachten, sind bis gestern Nachmittag 56 Weihnachtsspenden auf dem Konto der Lebenshilfe eingegangen, die Gesamtsumme beträgt bisher 2935 Euro. Uwe Piel und sein Team können es kaum fassen: „Von dieser Spendenbereitschaft sind wir alle überwältigt und begeistert“, sagt der Geschäftsführer.

 

Der eigentliche Weihnachtswunsch der Einrichtung – 14 Schwerbehinderten aus der Falkenseer Tagesförderstätte eine Stadtrundfahrt durch Berlin zu ermöglichen – kann damit schon erfüllt werden. „Wir machen uns derzeit Gedanken, wie wir den Schwerbehinderten mit dem zusätzlichen Geld eine Freude machen können“, sagt Piel. (Von Oliver Fischer)

 

MAZ 04.12.10

Ein Bus zum Reinrollen

 

MAZ-WEIHNACHTSAKTION

 

Der Wunsch der Lebenshilfe ist nur mit Spezialgefährt umsetzbar

 

Bereit für die Stadtrundfahrt: der "Cabrio-Rolli-Bus".                                                FOTO: PRIVAT

 

FALKENSEE - Wenn die Lebenshilfe mit schwerbehinderten Bewohnern einen größeren Ausflug unternehmen will, ist das nicht so einfach. Schon ein einzelner Rollstuhlfahrer bekommt in einem normalen Reisebus Probleme. Mit einer ganzen Gruppe von Rollstuhlfahrern auf eine herkömmliche Stadtrundfahrt gehen – das geht nicht.

 

Der Berliner Unternehmer Richard Herrmann hat das Problem erkannt und Anfang des Jahres ein Unternehmen gegründet, dass sich auf Reiseangebote für Menschen mit körperlichen Behinderungen spezialisiert. Sein erstes Projekt war der „Cabrio-Rolli-Bus“, ein barrierefreier Bus mit bunter Karosserie und einer großen, behindertengerechten Toilette, der seit Juli vor allem durch Berlin rollt, und mit dem sich die Schwerbehinderten aus Lebenshilfe-Tagespflege gerne die Hauptstadt anschauen würden.

 

Der Bus war einst von der BVG angeschafft worden, um damit größere Gruppen Fahrradtouristen oder Rollstuhlfahrer transportieren zu können. Die BVG hatte ihn im vorigen Jahr aber ausrangiert. Richard Herrmann kaufte ihn, um ihn zu einem barrierefreien Reisebus auszubauen. Das dauerte ein paar Monate. Das Besondere an dem Bus: Praktisch alle Sitze können herausgenommen werden, so dass Rollstuhlfahrer je nach Wunsch im eigenen Untersatz sitzen bleiben können. „Und weil es ein Hochbodenbus ist, haben die Passagiere eine wunderbare Sicht auf die Stadt“, sagt Frank Hermenau Hellmuth, der Medienbeauftragte der Dr. Herrmann Wirtschaft & Verkehr Beratungs-AG. Besondere Mühe habe sich das Unternehmen bei der Gestaltung gegeben. Frank Hermenau Hellmuth: „Wir wollten den Bus von Jugendlichen gestalten lassen, die selbst ein Handycap haben.“

 

Deshalb trat das Unternehmen an das Potsdamer Oberlinhaus heran, in dem Jugendliche mit körperlicher oder psychischer Beeinträchtigung eine Berufsausbildung machen können. Junge Mediengestalter aus dem Oberlinhaus nahmen sich des Projektes an. Sie diskutierten generelle Fragen, etwa ob überhaupt ein Rollstuhlfahrer auf dem Bus zu sehen sein sollte. Dann zeichneten sie mehrere Entwürfe und wählten am Schluss den besten aus.

 

Das Dach lässt sich natürlich auch öffnen – wie es sich für einen Cabrio-Bus gehört. Wenn die Lebenshilfe aber ihre Stadtrundfahrt noch im Winter machen kann, werden die Fahrgäste darauf sicher lieber verzichten. (Von Oliver Fischer)

 

MAZ 01.12.10

AUF EIN WORT

Unterstützer gesucht 

Hiltrud Müller zur diesjährigen MAZ-Weihnachtsaktion, die geistig Behinderten gilt

Es ist ein alter Brauch, dass die 15 Lokalredaktionen der MAZ alljährlich in ihrem Verbreitungsgebiet eine Weihnachtsaktion starten. Immer geht es um eine Freude außer der Reihe, die man Kindern, Familien oder bestimmten Gruppen bereitet, die es nicht leicht haben im Leben. In diesem Jahr wollen wir im Osthavelland mit Hilfe unserer Leser geistig behinderten Menschen ein Extra bescheren. Sie besuchen wochentags eine Tagesförderstätte des Vereins Lebenshilfe Havelland in Falkensee und wünschen sich einmal einen Ausflug, den alle gemeinsam unternehmen können. Dazu ist ein Spezialbus nötig, in dem alle sechs 

Rollstühle zugleich Platz haben und die vertrauten Betreuer ebenfalls. Es sind keine Unsummen, die für die Busmiete fällig werden. Aber für die Betroffenen, die mit Erwerbsunfähigkeitsrente und Grundsicherung auskommen müssen, wäre jedes Extra ein Kraftakt. Dabei wollen wir nicht nur Geld sammeln, sondern auch ins Licht der Öffentlichkeit rücken, was oft nur die unmittelbar Betroffenen bewusst wahrnehmen: die Lebensumstände von schwer mehrfach Behinderten, die Arbeit ihrer Betreuer und die gewaltige Leistung, die Eltern für ihre behinderten Kinder ein ganzes Leben lang tragen ohne ein einziges Wort der Klage.

 

Glücklich mit dem stummen Radio

 

 MAZ-WEIHNACHTSAKTION

Im Gespräch mit Daniela Reichardt über ihre Arbeit als Betreuerin Schwerbehinderter

 

Sie stammt aus Quermathen und kümmert sich in Falkensee um Schwerstbehinderte. Mit der 23-jährigen Heilerziehungspflegerin Daniela Reichardt vom Verein Lebenshilfe sprach Hiltrud Müller.

 

MAZ: Frau Reichardt, war es Wunsch oder Schicksal, dass Sie sich jetzt um geistig Behinderte kümmern? 

Daniela Reichardt: Es ist meine freie Entscheidung gewesen. Eigentlich wollte ich Erzieherin werden, wollte mit kleinen Kindern arbeiten. Aber während der Praktika spürte ich schon: Die Assistenz liegt mir mehr als das Erzieherische. Dabei hatte ich bis zu meinem Praktikum im Potsdamer Oberlinhaus noch nie Menschen mit Behinderung erlebt. Ich war von dieser Begegnung fasziniert.

 

MAZ: Frau Reichardt, war es Wunsch oder Schicksal, dass Sie sich jetzt um geistig Behinderte kümmern? 

Daniela Reichardt: Es ist meine freie Entscheidung gewesen. Eigentlich wollte ich Erzieherin werden, wollte mit kleinen Kindern arbeiten. Aber während der Praktika spürte ich schon: Die Assistenz liegt mir mehr als das Erzieherische. Dabei hatte ich bis zu meinem Praktikum im Potsdamer Oberlinhaus noch nie Menschen mit Behinderung erlebt. Ich war von dieser Begegnung fasziniert.

Daniela Reichardt schaut Karin über die Schulter, die heute das Kartoffelschälen übernommen hat.

MAZ: Frau Reichardt, war es Wunsch oder Schicksal, dass Sie sich jetzt um geistig Behinderte kümmern? 

Daniela Reichardt: Es ist meine freie Entscheidung gewesen. Eigentlich wollte ich Erzieherin werden, wollte mit kleinen Kindern arbeiten. Aber während der Praktika spürte ich schon: Die Assistenz liegt mir mehr als das Erzieherische. Dabei hatte ich bis zu meinem Praktikum im Potsdamer Oberlinhaus noch nie Menschen mit Behinderung erlebt. Ich war von dieser Begegnung fasziniert.

 

Wieso das? 

Reichardt: Diese Menschen scheinen in einer ganz eigenen Welt zu leben, kommen aber mit unserer Hilfe auch in dieser sehr gut klar. Mich berührt, dass sie nicht so materiell eingestellt und überhaupt nicht berechnend sind. Daniela zum Beispiel liebt Eimer über alles. Sie staunt sie an, als wäre es eine Offenbarung. Und sie macht das raschelnde Geräusch von Zellophanpapier glücklich. Ellen liebt ihr kleines Kofferradio, schleppt das überall mit hin, ohne dass es auch nur einen einzigen Ton von sich geben würde. Sie brauchen nicht ständig ein raffinierteres Handy, noch tollere Klamotten, um glücklich zu sein. Und da sie sich nur schwer artikulieren können, tragen sie uns die Aufgabe auf, herauszufinden, was in ihnen vorgeht. Das ist immer wieder eine Herausforderung. Das ist spannend und schön.

 

Ellen liebt Kofferradios über alles, 
selbst wenn sie schweigen.

Wie sagen Sie zu den schwerbehinderten Menschen, die Ihnen anvertraut sind – Patienten, Tagesgäste, Klienten? 

Reichardt: Wir sagen „unsere Leute“. Patienten geht gar nicht. Wir pflegen sie ja nicht gesund, wir sind kein Krankenhaus. Sie sind von Geburt an geschädigt. Wir nehmen sie an, wie sie sind, und versuchen, das Beste herauszuholen.

 

Und das hat bei jedem offensichtlich ein anderes Maß. 

Reichardt: Richtig. Wenn es uns gelingt zu erreichen, dass Daniela sich nicht selbst verletzt, dass sie sich also nicht mehr beißt, dann haben wir viel erreicht. Sie kann sich verbal nicht erklären. Also ermutigen wir sie immer wieder: Zeig uns, was du willst! Sie soll lernen, dass sie ein erwachsener Mensch ist und die Macht hat, ihre Wünsche zu äußern. 

 

Wie begegnet Ihnen Ihre Umgebung, wenn sie hört, dass Sie sich geistig Behinderten widmen? 

Reichardt: Oft höre ich: Also das könnte ich nie! Wer keine Ader dafür hat, sollte es lassen. Manchmal begegnen mir auch Meinungen wie diese: Die bringen doch dem Staat nichts, warum so viel Mühe und Geld dafür aufwenden? Das halte ich für eine ganz fatale Betrachtungsweise. 

 

Bekommen Sie auch etwas zurück? 

Reichardt: Sehr viel sogar. Unsere Leute spüren sehr genau, wenn es einem nicht wirklich gut geht. Dann streichelt dich schon mal tröstend eine Hand. Schön ist es auch, die kindliche Freude an der Natur, am Pfützenpatschen, an einem spaßigen Wort oder der entspannten Atmosphäre zu erleben. Es wird in diesem Haus oft und gern gelacht.

 

Nie am Ende mit der Kraft? 

Reichardt: Natürlich ist die Belastung mitunter groß, wenn Karin den ganzen Tag zwanghaft spricht. Oder angesichts der Lautstärke, die der eine oder andere an den Tag legt. Obwohl meine Kollegen und ich nur 30 Stunden pro Woche arbeiten, sind wir zum Feierabend ziemlich geschafft. Trotzdem: Es ist die Arbeit, die ich mir gewünscht habe. Die und keine andere.

 

MAZ 27./28.11.10

MAZ-WEIHNACHTSAKTION:

 

Stadtpartie im Rollibus

 

14 schwer mehrfach Behinderte aus Falkensee wünschen sich einen Ausflug nach Berlin. Aber sechs sind auf einen Rollstuhl angewiesen. Ein Spezialbus könnte sie alle transportieren. Die MAZ bittet ihre Leser, die Busmiete zu spendieren.

 

Stadtpartie im Rollibus

 

MAZ-WEIHNACHTSAKTION

Schwerbehinderte wünschen sich einen gemeinsamen Tagesausflug nach Berlin

 

 

 

Lebenshilfe: Rosita (l.) und Nicole kommen täglich zur Tagesförderstätte in Falkensee

Von Hiltrud Müller

 

FALKENSEE - Beate Remane hat den bunten Cabrio-Rolli-Bus in einem Prospekt entdeckt und sofort gedacht: Das wäre ideal für unsere Leute! Ein Reisebus, in den acht Rollstuhlfahrer einfahren können. Keiner muss seinen Rollstuhl verlassen und jeder hat einen Fensterplatz! Wenn man die Miete zusammenbekäme, könnten sie gemeinsam eine Stadtpartie unternehmen. Ach, das täte allen gut.

Beate Remane leitet in Falkensee die Tagesförderstätte für schwer mehrfach behinderte Erwachsene. Träger ist der Verein Lebenshilfe Havelland. In dem neuen Haus an der Bahnhofstraße werden zurzeit 14 geistig Behinderte betreut. Sie sind zwischen 20 und 63 Jahren alt. Die meisten leben im Wohnheim, vier im Haushalt ihrer Eltern. Der Weg zur Tagesförderstätte ist der tägliche Gang „zur Arbeit“. Zu schwer wiegen ihre Schädigungen, als dass diese Menschen in einer Behindertenwerkstatt beschäftigt werden könnten. Ihre Arbeit heißt: Leben üben, Gemeinschaft spüren.

Heute besteht ihre Aufgabe darin, gemeinsam zu kochen. Vier von fünf Tagen wird das Mittagessen geliefert. Vor dem Kochen muss eingekauft werden. Daniela Reichardt, eine junge Heilerziehungspflegerin, hat schon die Einkaufsliste geschrieben, derweil sich der Einkaufstrupp – die mobilere der beiden Gruppen – ankleidet. Einige brauchen Hilfe, vor allem die Rollstuhlfahrer. Dann setzt sich der kleine Konvoi langsam in Bewegung, Richtung Supermarkt. Während Jörg munter drauf los schwadroniert und auch schon mal zutraulich wie ein Kind Passanten anspricht, hält die schweigsame Daniela im Rollstuhl eisern den Einkaufszettel fest. Die kleinwüchsige Karin fasst die Hand ihrer Betreuerin und lässt sie auf dem ganzen Weg nicht mehr los.

Derweil schlachtet Betreuer Enrico im Gruppenraum der Schwerstbehinderten einen Kürbis. Sigmar, 48 und kaum in der Lage, sich über Worte mitzuteilen, darf den Gemüseschneider bedienen und jauchzt vor Freude, wenn es „klack“ macht. Der fast gleichaltrige Lutz, der erst vor kurzem in die Gruppe kam, kann den Lärm schwer ertragen. Er hat sich in den Nebenraum zurückgezogen. Doch auch in der Stille klopft er sich mit stereotypen Armbewegungen unablässig gegen die Schulter. „Es ist eine Form des Abreagierens“, erklärt Anja, seine Betreuerin.

Sie muss sich jetzt um Cordula kümmern, die zur Toilette will, aber in einem ausladenden starren Rollstuhl liegt. Er wurde quasi Cordula auf den Leib gegossen, denn sie ist spastisch gelähmt, muss gefüttert werden wie ein Kind und wird mit einem Lifter am Abend vom Rollstuhl ins Bett gehievt. Wenn dieser sperrige Rollstuhl in den Kleinbus gehoben werden soll, muss jedes Mal die Rückbank entfernt werden und kein anderer Rolli hat im Fahrzeug Platz. Aber sechs der 14 Tagesgäste sind darauf angewiesen, wenn sie das Haus verlassen.

Darum wäre es wunderbar, wenn man sich einen Gemeinschaftsausflug mit dem Cabrio-Rolli-Bus leisten könnte. Dazu sind 500 Euro nötig, die die MAZ mit Hilfe ihrer Leser in der diesjährigen Weihnachtsaktion aufbringen möchte. Helfen Sie mit! 

 

BRAWO 11.07.10

 

 

Auf Erfolgskurs seit bald zwanzig Jahren

 

In der Falkenseer Bahnhofstraße entsteht bis Ende 2012 ein neues Lebenshilfezentrum

 

FALKENSEE. Nicht wenige Einrichtungen pausieren oder treten derzeit kürzer.

Dagegen ist die Lebenshilfe Havelland für ihre Mitglieder und Freunde auch in den Ferien voll da. Ihre Erfolgsgeschichte begann vor bald zwanzig Jahren, sie reicht bereits in die weitere Zukunft hinein: Im März ist beschlossen worden, in der Falkenseer Bahnhofstraße neben der Tagesförderstätte ein Zentrum für Information, Beratung und Service zu errichten. Das bereits im Modell vorzeigbare Bauwerk soll bis Ende 2012 fertiggestellt werden. Das berichten die Lebenshilfe-Vorsitzende Marianne Matho und der Vereinsgeschäftsführer Uwe Piel am Rande des Sommerfestes, das die Mitarbeiter, Mitglieder und Freunde der Lebenshilfe für geistig behinderte Menschen vor kurzem zusammenführte. 

Die für das Projekt verantwortliche Arbeitsgruppe hat sich nicht nur zum Ziel gesetzt, den wachsenden Anforderungen an die Lebenshilfe gerecht zu werden. Ihr geht es auch darum, im Zentrum Falkensees das Stadtbild weiter zu verbessern und die Lebenshilfe im Stadtzentrum durch ein eigenes Zentrum zu verankern, fügten Matho und Piel hinzu. „Hilfe zum selbst bestimmten Leben bleibt die Maxime aller Mitarbeiter und Mitglieder“, so heißt es in einer aktuellen Publikation der Lebenshilfe Havelland.

 

Zu ihren zahlreichen Einrichtungen gehören eine interdisziplinäre Frühförder- und Beratungsstelle, Familienunterstützende Dienste, Wohnstätten und die bekannte Integrations-Kita in der Falkenseer Falkenhagener Straße. Wer die Arbeit der Lebenshilfe als Mitglied, ehrenamtlicher Helfer oder durch eine Spende fördern möchte, erhält weitere Informationen unter Telefon 03322/505280 oder geschaeftsstelle@lebenshilfehavelland.de.

 

MAZ 06.07.10

 

 

Lebenshilfe feiert

 

Beim Sommerfest der Lebenshilfe war am Sonnabend die Playback-Show der Renner. Den meisten Beifall erhielt das Lied zur Fußball-WM "54, 74, 90, 2010", das auch ziemlich gut zum an diesem Tag stattfindenden Spiel der deutschen Mannschaft passte. Auf der Bühne stand auch CLown Retzi. Die Kinder der Integrationskita führten zudem ein kleines Programm auf. FOTO: HUBERT KAUFHOLD

 

MAZ 28.06.10

Sommerfest der Lebenshilfe

 

FALKENSEE Der Verein Lebenshilfe Havelland lädt für den 3. Juli zu seinem Sommerfest auf dem Gelände der Lebenshilfe in der Falkenhagener Str. 95/97 in Falkensee ein (Zugang über Bergstr. 11) Zwischen 10 und 16 Uhr werden unter anderem die Kinder der Integrationskita "Entdeckerland" ein Programm aufführen. Anschließend ist Clown Retzi zu erleben. Ein Krankenwagen wird zum Anfassen vor Ort sein. Zudem ist auch eine Mini-Playback-Show geplant.

 

MAZ 20.04.10

Ein Lebenshilfe-Center im Herzen der Stadt

 

Vor 20 Jahren entstanden in Falkensee die ersten 
Wohnungen für geistig Behinderte / Nun ist ein neuer Bau geplant

 

In der Wohnstätte für geistig Behinderte in Falkensee: Cordula wird mit dem neuen Lifter in den Rollstuhl gehoben. 
FOTOS: HILTRUD MÜLLER

 

Vor 20 Jahren wurden erstmals im Kreis Nauen Wohnungen für geistig behinderte Menschen geschaffen. Inzwischen hat die Lebenshilfe Havelland ein ganzes Netzwerk entwickelt und plant einen weiteren Neubau in Falkensee.

 

Von Hiltrud Müller

 

FALKENSEE Der Lifter ist eine tolle Einrichtung. Damit können schwerbehinderte Menschen mühelos vom Bett in den Rollstuhl oder vom Rollstuhl in die Badewanne gehoben werden. Und die Betreuer schonen ihren Rücken. Allerdings hat das Gerät seinen Preis: 4500 Euro. Dank einer Zuwendung von 1500 Euro durch die Berliner Volksbank konnte sich jetzt der Verein Lebenshilfe Havelland diese Neuanschaffung leisten. Sie wird in der Wohnstätte für geistig Behinderte in der Ruppiner Straße 30 vor allem für die spastisch gelähmte Cordula gebraucht, die hier zu Hause ist und ohne fremde Hilfe verloren wäre.

 

32 schwerbehinderte Erwachsene wohnen in diesem Haus. Es ist ausgebucht. Wer ein relativ selbstständiges Leben führen kann und nur stundenweise Betreuung braucht, lebt in der Wohngemeinschaft in der Bergstraße oder in Außenwohnungen. Aber weil es kaum kleine, preiswerte in der Region gibt, hat die Lebenshilfe zur Selbsthilfe gegriffen und im Vorjahr ein eigenes Haus an der Bahnhofstraße gebaut, mit Wohnungen und einer Tagesstätte für Schwerstmehrfachbehinderte, die nicht in der Lage sind, in einer Behindertenwerkstatt zur Arbeit zu gehen. Aber sie sollen wie jeder andere Mensch auch einmal aus ihrem Wohnumfeld herauskommen.

 

Gleich neben diesem Haus an der Bahnhofstraße ist bereits mit dem Roden des Nachbargrundstücks begonnen worden, es war unlängst zwangsversteigert worden. Die Lebenshilfe griff zu, es erwies sich als Schnäppchen, denn das schmale, 100 Meter ins Hinterland hineinreichende Grundstück an der Hauptverkehrsstraße gilt Häuslebauern nicht gerade als Filetstück. Wohl aber für die Lebenshilfe, die damit ihr Grundstück wunschgemäß erweitern kann. Denn sie möchte, so hat es der Vorstand Ende März beschlossen, ein Lebenshilfe-Center bauen. Damit öffnet sich der Verein in noch stärkerem Maße als bisher nach außen. Er bietet Information, Beratung und Service für alle an, die sich auf dem Gebiet der Behindertenbetreuung informieren oder engagieren wollen. Mehr noch: Es soll ein Anlaufpunkt für all jene werden, die sich in einer besonderen Lebenssituation befinden und buchstäblich Lebenshilfe suchen. Außerdem wird man sich dort über Möglichkeiten von Zivildienst, freiwilligem sozialen Jahr oder Weiterbildung informieren können. Zudem sollen in diesen Neubau auch die Geschäftsstelle aus der Ruppiner Straße und der Bereich „Familie und Freizeit“ umziehen, der jetzt im Keller an der Falkenhagener Straße untergebracht ist, wo sich der Integrationskindergarten „Entdeckerland“ befindet. Bis es so weit ist, wird noch einige Zeit ins Land gehen. In diesem Jahr soll die Planung erarbeitet, im nächsten Jahr die Baureife hergestellt werden, so dass im Frühjahr 2012 mit dem Bau begonnen werden kann und vielleicht Ende 2012 Einzug gefeiert wird. Auch in diesem Fall hofft der Vorstand auf Förderzuschüsse durch die „Aktion Mensch“, denn ganz ohne Hilfe lässt sich das Projekt nicht stemmen. Uwe Piel, Geschäftsführer des Vereins, der 106 Mitglieder zählt und 85 Mitarbeiter in seinen Einrichtungen beschäftigt, freut sich über diese Erweiterungsmöglichkeit im Zentrum der Stadt. „Es entspricht unserer Philosophie, nicht an der Peripherie, sondern mitten im geschäftigen Leben einer Stadt präsent zu sein“, sagt Piel. Und auch im Rathaus wird man sich freuen, wenn wieder eine Baulücke in der City geschlossen wird.

PRAKTISCHE LEBENSHILFE

 

Die Anfänge: Dort, wo sich heute die Geschäftsstelle des Vereins LEBENSHILFE Havelland in der Ruppiner Straße 30 von Falkensee befindet, wurden im April 1990 die ersten drei Doppelzimmer für geistig behinderte Erwachsene im Kreis Nauen eingerichtet. Es handelte sich ausschließlich um junge Menschen, die bis dahin entweder im benachbarten Altenpflegeheim lebten oder aus einem Wohnheim in Brandenburg/H. zurück in ihre Heimat geholt wurden.

 

Der Pionier: Uwe Piel, ausgebildet als Ökonom des Gesundheits- und Sozialwesens, war der erste Heimleiter dieses ersten Heimes für geistig behinderte Erwachsene im Kreis Nauen. Heute ist er Geschäftsführer der LEBENSHILFE Havelland.

 

Die LEBENSHILFE: Im Jahr 1991 gründete sich dieser Verein, der peu à peu ein Netzwerk für die Betreuung von geistig Behinderten - vom Kleinkind bis ins hohe Lebensalter - aufbaute.

 

Das Betreuungsnetz: Der Verein kümmert sich heute um die Frühförderung von 273 Kindern im Havelland zwischen null und sechs Jahren. Er unterhält in Falkensee die Integrations-Kita mit 90 Plätzen, eine Wohnstätte für 32 Erwachsene in der Ruppiner und eine Wohngemeinschaft in der Bergstraße für acht Personen, außerdem ein Haus an der Bahnhofstraße mit einer Tagesförderstätte und sieben Wohnungen. Zudem gewährleistet er die ambulante Betreuung von geistig Behinderten in diversen Außenwohnungen.

 

MAZ 18.02.10

 

 

Faschingsparty in der Falkenseer Integrationskita

 

In fantasievollen Kostümen haben die Kinder der Integrationskita der Lebenshilfe in Falkensee Fasching gefeiert. Viele Mädchen erschienen als kleine Prinzessinnen, am beliebtesten bei den Jungen war das Räuberkostüm. Zu sehen waren aber auch viele Clowns, Batman-Darsteller, Schmetterlinge und Astronauten. Höhepunkt des Faschingtrubels war der Auftritt des Musikclowns Jopi aus Berlin.

Er faszinierte die Kinder bei seinem Programm mit Tönen aus einer Luftpumpe, einer Pauke und einem Saxophon. Anschließend durfte sich das Publikum selbst beim Musizieren versuchen. FOTOs: HUBERT KAUFHOLD

 

MAZ 30.12.09

 

Weihnachtsmann in der Integrationskita

 

Der Weihnachtsmann hat bei seiner  Tour durch die Region auch in der Falkenseer Integrationskita „Entdeckerland" des Vereins Lebenshilfe für geistig Behinderte Havelland Station gemacht. Jedes Kind erhielt einen Beutel mit Süßigkeiten - freilich nicht, ohne vorher einzeln oder als Gruppe ein kleines Gedicht aufzusagen oder ein Lied zu singen. Jede der sechs Gruppen bekam außerdem einen Sack mit pädagogisch wertvollen Spielsachen.                                  foto: hubert kaufhold

 

MAZ 04.12.09

Hilfe für die „Lebenshilfe“ 

 

Aktion Mensch unterstützt Verein in Falkensee mit fast 400 000 Euro

 

FALKENSEE Eine vorweihnachtliche Bescherung erlebte der Verein Lebenshilfe Havelland in Falkensee. Für den Bau der Tagesförderstätte für schwerstbehinderte Menschen und die in diesem Haus integrierten Wohnungen für Behinderte, die Anfang des Jahres fertig gestellt worden waren, gab es im Nachhinein noch einen beachtlichen Zuschuss. Das bedeutet für die Lebenshilfe erhebliche Marscherleichterung beim Abzahlen der Investition: Die Deutsche Behindertenhilfe - Aktion Mensch hat den im September 2006 gestellten Förderantrag positiv beschieden. Mit 350 000 Euro steuert sie ein beachtliches Sümmchen zu den Eigenmitteln der Lebenshilfe bei. Der Zuschuss entspricht knapp einem Viertel der Gesamtkosten für das neue Haus an der Bahnhofstraße samt Grundstück und Ausstattung. Die wird nun erneut ergänzt: Im Mai 2010 gibt es den lange ersehnten Kleinbus mit Hubmatik-Schwenklift. Auch hier hilft die Aktion Mensch. Zur jüngsten Kuratoriumssitzung war der Antrag der Falkenseer bewilligt worden, womit 46 000 der 58 000 Euro Gesamtkosten übernommen werden. Mit dem Bus werden die Behinderten künftig zur Therapie, zur täglichen Arbeit, zu Ausflügen oder Ferienzielen gebracht. hm

 

 

 Das neune Lebenshilfe-Haus mit Bewohnern              FOTO: HILTRUD MÜLLER

 

BRAWO 12.07.09

Alle gut aufgehoben

 

Lebenshilfe Havelland e.V. feierte stimmungsvolles Sommerfest

 

Falkensee (cl.). Sogar auf Schatzsuche ging es beim Sommerfest der Lebenshilfe Havelland e.V. am 04. Juli 2009 in der Falkenhagener Straße. Vereinsvorsitzende Marianne Matho wünschte allen Besuchern einen Wohlfühltag, und dieser Wunsch ging in dem fünfstündigen Programm mit Tänzen der Kindergartenkinder, einer großen Piratenparty, Glücksrad, dem Auftritt einer Bauchtanzgruppe aus dem Studio „Tausendundeine Nacht“ sowie einer Mini – Playbackshow in Erfüllung. „Wir machen unsere Sommerfeste seit vielen Jahren“, erklärte Marianne Matho, „und es ist immer eine Freude mit anzusehen, welche Begeisterung das in unserer großen Lebenshilfe – Familie auslöst.“ Die Lebenshilfe Havelland e.V. besteht seit dem 18. Juni 1991. „Der Name unseres Vereins drückt die Handlungsmaxime aller Mitarbeiter und Mitglieder aus – die Hilfe zum selbst bestimmten Leben“, sagte Geschäftsführer zu den Zielen des Vereins. „Menschen mit geistiger Behinderung sind Menschen wie Sie und ich, sie leben mit uns gemeinsam und sind gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft.“ Dafür brauchen sie entsprechend ihrer Eigenarten, Fähigkeiten und Fertigkeiten angepasste und einfühlsame Hilfe im täglichen Leben. Diese Hilfe erhalten 230 Kinder in der Interdisziplinären Frühförder- und Beratungsstelle (IFFB) und im Integrationskindergarten „Entdeckerland“. Erwachsene werden im Bereich Familie und Freizeit durch den Familienunterstützenden Dienst, Lebenshilfe Tours oder sozialpädagogische Einzelbegleitung betreut. Im Bereich Wohnen und Tagesgestaltung leben 32 Menschen in der Wohnstätte, 13 besuchen die Tagesförderstätte, 8 sind im stationär betreuten und 16 im ambulanten Wohnen untergebracht. „Ihr Dankeschön sind ein Lächeln und ein Drücken für uns“, sagte der Vereinsvorsitzende Hubert Kaufhold, „und das große Vergnügen ist sowieso allen anzusehen.“ Wer Mitglied des Vereins Lebenshilfe werden möchte oder ein Ehrenamt übernehmen will, kann sich an die Geschäftsstelle Lebenshilfe Havelland, Ruppiner Straße 30/32, 14612 Falkensee, wenden oder unter 03322/505280 bzw. geschaeftsstelle@lebenshilfehavelland.de / www.lebenshilfeHavelland.de Kontakt aufnehmen und sich informieren.

 

BRAWO 12.07.09

BLICK HINTER DIE KULISSEN

Der seit 1991 in Falkensee ansässige Verein „Lebenshilfe für geistige Behinderte Havelland e.V.“ feierte am 4. Juli sein diesjähriges Sommerfest – und das mit reichlich Sonnenschein.

Das Team um die Vereinsvorsitzende Marianne Matho und Geschäftsführer Uwe Piel bot den Gästen einen Einblick in die Vereinsarbeit. Mit einem bunten Programm und guter Küche wurde der Tag gebührend gefeiert.

 

MAZ 03.07.09

Sommerfest bei der Lebenshilfe

 

FALKENSEE | In der Integrationskita „Entdeckerland“ des Vereins Lebenshilfe Havelland wird morgen ab 10 Uhr Sommerfest gefeiert. Der Zugang zum Gelände an der Falkenhagener Straße erfolgt über die Bergstraße 11. Geplant sind bis 16 Uhr unter anderem eine große Piratenparty sowie der Auftritt einer Bauchtanzgruppe. Es gibt Bastelstände, ein Glücksrad und viele andere Attraktionen.

 

BRAWO 28.06.09

Auf Entdecker - Tour im Rathaus

 

 

Elf Kinder der Kita Entdeckerland  besuchten in der vergangenen Woche die Falkenseer Rathausverwaltung. Nachdem sich die Kids über die Arbeit von Bürgermeister Heiko Müller informierten, erfuhren die drei- bis sechsjährigen bei Angelika Wikowski, wo sie einmal heiraten können.

 

MAZ 23./24.05.09

AUF EIN WORT

 

Hürdenlauf

 

Hiltrud Müller über die Leistungen der „Lebenshilfe“ und ihre inneren Krisen

 

Dem Verein „Lebenshilfe Havelland“ verdankt die Stadt Falkensee ein beachtliches Segment ihres sozialen Netzes. Denn dieser Verein nimmt sich geistig behinderter Menschen an – von der Wiege bis ins hohe Alter. Zu diesem Zwecke hat die „Lebenshilfe“ in den vergangenen zehn Jahren en umfassendes Konzept entwickelt und drei große neue Häuser in die Stadt gesetzt: ein Wohnheim, einen Integrationskindergarten, eine Förderstätte für Schwerstmehrfachbehinderte. Doch so linear erfolgreich wie sich diese Nachricht liest, war es um den Verein nicht immer bestellt.

Es gab Zeiten, in denen die „Lebenshilfe“ auseinander zu brechen drohte und selbst Lebenshilfe benötigte. Dass diese Krisen letztlich überwunden und als Chance genutzt wurden, ist vor allem der Besonnenheit einiger ihrer Mitglieder zu danken, die sich fürs Kapitulieren entschieden haben. Zu ihnen gehört zweifellos der heutige Vize – Vereinschef Hubert Kaufhold. Wie die meisten Mitglieder, so ist auch er ein Betroffener und hat als solcher beizeiten das Kämpfen gelernt: Um jeden Fortschritt in der Entwicklung seines behinderten Sohnes musste er ringen. Nicht minder um die Akzeptanz der Gesellschaft für die Bedürfnisse Behinderter und ihrer Familien.

 

 

 

Das Feld war weit und unbestellt

 

FALKENSEER KÖPFE: Hubert Kaufhold gab vielen Kindern Lebenshilfe / Außerdem sammelt er Kameras – bald sind 1000 beisammen

 

Hubert Kaufhold (60) hat im Havelland die "Lebenshilfe" mit aufgebaut. Wie fast allen, die sich dort engagieren, ist auch bei ihm die Familie betroffen

 

Von Hiltrud Müller

 

FALKENSEE - „Er fährt, er fährt!!“ Hubert Kaufhold musste die Freude hinausrufen über die sandige Jahnstraße hinweg, an der sie damals wohnten und wo Sohn Christian endlich – heureka! – das Kinderrad in der Balance hielt. Hunderte, ach was, tausende Male war Kaufhold, die Hand stützend am Hinterrad, im Windschatten seines eifrig strampelnden Jungen hergesprintet. Zwei Sommer lang. Fast hätte er aufgegeben. Beinahe. Hat dennoch weitergemacht. Und nun konnte Christian tatsächlich Rad fahren. Was für ein Sieg. Der Junge war zehn.

Christian ist geistig behindert. „Frühkindliche Hirnschädigung“ lautete die Diagnose, nachdem offenbar geworden war, dass der Sauerstoffmangel unter der Geburt verhängnisvolle Folgen gehabt hatte und sich das zweitgeborene Kind von Regina und Hubert Kaufhold nicht wie andere entwickeln würde. Haderte das Paar mit seinem Schicksal? Wenn Hubert Kaufhold (60) auf jene Zeit zurückblickt, dann ist ihm vor allem gegenwärtig, wie angespannt beschäftigt sie waren, um ihr tägliches Pensum zu bewältigen: Seine Frau kümmerte sich um die beiden kleinen Kinder – ihre Tochter ist nur ein Jahr älter als Christian – und um den Haushalt. Er selbst arbeitete als Sport- und Unterstufenlehrer und war in jeder freien Minute mit dem Sport oder der Suche nach einer Fördermöglichkeit für den Jungen beschäftigt. Denn in der thüringischen Provinz, in der sie lebten, war weit und breit nichts dergleichen auszumachen. Mit dem Moped durchquerte er die Republik, auf der Suche nach Förderstätte, Arbeit und Wohnung. Fündig wurde er letztlich in Falkensee. Das war 1975. 

Die Hoffnung, dass der Kleine die Hilfsschule besuchen könnte, erfüllte sich nicht. Obwohl viele glaubten, der Junge, der so aufgeschlossen und mit geschliffenen Manieren auftrat, schafft das. Seine Eltern hatten Wert darauf gelegt, ihn zu fordern anstatt zu verhätscheln. „Das ist bei behinderten genauso wie bei anderen Kindern: Sie entwickeln sich mit den Anforderungen“, sagt der Pädagoge. Auch wenn jeder Sieg um vieles schwerer zu erringen ist und sich irgendwann kein Fortschritt mehr einstellt.

Christian besuchte die Tagesstätte in der Leinestraße für „nichtschulbildungsfähige, förderfähige Kinder“, wie es damals hieß. Wie viele Familien, so hatten auch die Kaufholds kein Auto. Ob sengende Sonne, Sturm oder Schnee – die Eltern brachten den Filius täglich auf dem Fahrrad zur Förderstätte. Der Vater setzte sich dafür ein, dass ein Hol- und Bringedienst die Eltern entlastet, die ohnehin eine schwere Bürde zu schleppen hatten in einer Welt, in der die Teilhabe von Behinderten am gesellschaftlichen Leben gerade erst zaghaft ins öffentliche Bewusstsein zu rücken begann. In einer Welt, in der es an Hilfsmitteln für Behinderte fehlte und in der die Organisation des täglichen Lebens mit hundert Hürden blockiert war. 

Die intensive Beschäftigung mit dem Kind war es denn auch, die Kaufhold veranlasste, sich mit 32 Jahren noch einmal als Direktstudent einzuschreiben. Er ließ sich in Halle zum Diplomlehrer für Hilfsschulen ausbilden und tauschte seinen Arbeitsplatz in der Thälmannschule mit einem in der Hilfsschule Falkensee ein. Als in den Achtzigerjahren die erste Behindertenwerkstatt entstand und auch Christian dort zu arbeiten begann, war es Vater Hubert, der als Lagerleiter in Zechlinerhütte den jungen Menschen einen Ferienaufenthalt organisierte. Fast immer sind es die Eltern, die etwas in Bewegung setzen, um ihren Sorgenkindern neue Horizonte zu erschließen und die Familie zu entlasten. Das war im Osten nicht anders als im Westen.

Und als der Westen ins Havelland kam und ein neuer Träger für die Behindertenwerkstatt Falkensee gesucht wurde, die der Kreis abgeben musste, weil eben im Westen derartige Einrichtungen nicht vom Staat, sondern von freien Trägern betrieben werden, da war es die Elternorganisation „Lebenshilfe für geistig Behinderte“, die am 18. Juni 1991 in Falkensee einen Ost-Ableger gründete – bereit, die Werkstatt aufzufangen. Doch am Ende bekam ein kirchlicher Träger den Zuschlag. Die „Lebenshilfe“ aber, bei der Hubert Kaufhold Gründungsmitglied und fast zehn Jahre Vorsitzender war und in der er heute als Vize agiert, sah sich um, wie sie in der Region Lebenshilfe leisten könnte. Das Feld war weit und unbestellt.

Es begann ein kühnes Aufbauprogramm: Der Verein gründete Wohngemeinschaften und Frühforderstätten, nahm 1999 in Falkensee eine neue Wohnstätte in der Ruppiner Straße in Betrieb, baute 2003 eine Integrationskita in der Falkenhagener und 2008 eine Tagesförderstätte in der Bahnhofstraße. Millionen-Investitionen, die erst in Jahrzehnten abgezahlt sein werden, aber schon heute den vielen vom Schicksal Benachteiligten das Leben erleichtern.

Auch Christian kam in den Genuss dieser Aufbauleistung: Der 38-Jährige wohnt in der Wohnstätte Ruppiner Straße. Am Wochenende holt ihn sein Vater ab. Dann radeln sie gemeinsam nach Hause. „Auch ein Behinderter hat ein Recht auf ein selbstständiges Leben“, sagt Kaufhold senior. Mit Sorge blickt er auf manche Familien, in denen die erwachsen gewordenen behinderten Kinder nicht darauf vorbereitet wurden, einmal ohne die Eltern im Leben zurechtzukommen. Und da grübelt er schon wieder über das nächste Projekt für die „Lebenshilfe“ nach. 

 

MAZ 12.05.09

Abgründe in der Bergstraße

WEGEBAU Rat behinderter Menschen fordert schnell Lösung

 

Falkensee| Die Bergstraße ist eine Katastrophe, jedenfalls zwischen Ruppiner Straße und Krummer Luchweg. Darin unterscheidet sie sich nicht von einem Dutzend anderer zerklüfteter, unbeleuchteter Wege in dieser Stadt. Doch ausgerechnet an diesem Straßenabschnitt liegt eine Wohnstätte des Vereins Lebenshilfe Havelland, wo behinderte Menschen, auch Rollstuhlfahrer, wohnen. Ihnen fällt es um vieles schwerer, mit den unwegsamen Pfaden zurechtkommen. Daher fordert der Rat behinderter Menschen, der sich im April innerhalb des Vereins formiert hat, dass endlich Abhilfe geschaffen wird. Als Bürgermeister Heiko Müller vergangene Woche die neue Förderstätte der Lebenshilfe an der Bahnhofstraße besuchte, nutzte Matthias Weber, der Sprecher des Behindertenrates, die Gelegenheit, mit Nachdruck auf die besondere Verantwortung der Gesellschaft für Menschen mit Handicap hinzuweisen. Die wollte Müller gar nicht bestreiten, verwies aber auf das übliche Prozedere: Diskussion der Prioritäten im Stadtentwicklungsausschuss, Entscheidung der Stadtverordneten, planen, bauen. 

Die Listen für den Ausbau von Anliegerstraßen für 2009 und 2010 sind festgezurrt, die Liste für 2011 wird gerade erarbeitet. 2011 ? So lange will sich der Behindertenrat nicht gedulden. Er kämpft um eine unbürokratische Lösung. Wenigstens eine Beleuchtung, wenigstens eine provisorische Befestigung. Der Bürgermeister machte dem Rat wenig Hoffnung, ermunterte ihn aber, seine Forderungen im Fachausschuss mit Nachdruck zu artikulieren. Denn die Lage sei prekär: „In der Stadt sind noch 80 Kilometer Straße auszubauen, pro Jahr kriegen wir gerade vier Kilometer hin.“ Gut und schön, sagt Weber, aber der Straßenabschnitt ist extrem kurz, der Anteil behinderter extrem hoch. Da müsste sich doch was machen lassen.

 

BRAWO 03.05.09

Von Mensch zu Mensch

 

Tagesförderstätte der Lebenshilfe in Falkensee offiziell eingeweiht

 

FALKENSEE (pat) Havellands Landrat Dr. Burkhard Schröder (SPD) hat am Donnerstag die "Tagesförderstätte für schwerstmehrfachbehinderte Menschen" der Lebenshilfe in Falkensee offiziell eingeweiht.

"Für Falkensee und Umgebung ist es eine enorm wichtige Einrichtung. Damit schließt die Lebenshilfe eine Versorgungslücke im Landkreis", betonte der Landrat, der zudem die ehrenamtlich Tätigen würdigte. So sind mit der Fertigstellung des Baus, der Grundstein wurde im Mai vergangenen Jahres gelegt, unter anderem acht neue Wohneinheiten entstanden.

"Wir können damit unser Ziel erreichen, Menschen mit Schwerstmehrfachbehinderungen, die Teilhabe am öffentlichen Leben zu ermöglichen", sagte die Vereinsvorsitzende der Lebenshilfe des Havellandes, Marianne Matho. Laut Angaben von Geschäftsführer Uwe Piel habe der Bau der Tagesförderstätte inklusive der Wohneinheiten etwa 1,63 Millionen Euro gekostet. Knapp eine Million Euro wurde per Kredit finanziert. "Bei der Aktion Mensch haben wir jedoch finanzielle Unterstützung beantragt. 350.000 Euro könnten wir noch erhalten."

13 Schwerstmehrfachbehinderte, weitere fünf werden demnächst folgen, verbringen den Tag in der Einrichtung, einige wohnen bereits dort. Thomas Zylla, Bürgeramtsleiter der Stadt Falkensee: "Dass die Tagesförderstätte im Zentrum der Stadt liegt, trägt zur Harmonie bei, die wir ausdrücklich wünschen."

 

BRAWO 02./03.05.09

Das Engagement hat sich in bare Münze ausgezahlt. Die Kinder der Falkenseer Integrationskita – Gruppe „Freche Früchtchen“ hatten Ostereier gemalt, die von Conny Henkel (stehend links), Geschäftsführerin „Kronprinz“, verkauft wurden. Mit dem Erlös von 75 € können nun Kleinigkeiten angeschafft werden. Das erfreut die Kinder und Erzieherinnen, darunter Kita – Leiterin Heike Seeger, gleichermaßen.

 

MAZ 02./03.05.09

Tagesförderstätte ist fertig

 

Der Verein Lebenshilfe Havelland hat mit der neuen Tagesförderstätte für behinderte Menschen einen dritten markanten Bau in die Stadt Falkensee gesetzt.

 

Willkommen im Herzen der Stadt

 

In Falkensee wurde die Vollendung der Tagesförderstätte für Behinderte gefeiert

 

Von HILTRUD MÜLLER

 

FALKENSEE - Der Bauherr, die Lebenshilfe Havelland, hat beste Beziehungen nach oben: Ob Grundsteinlegung, Richtfest oder Einzugsfeier – stets strahlte die Sonne über allem. Am Donnerstag wurde nach knapp einjähriger Bauzeit mit vielen Gästen – vom Landrat bis zum Bauarbeiter – die Vollendung des 1,6 Millionen Euro teuren Bauwerkes gefeiert, das an der Bahnhofstraße 34 unweit der Seegefelder Kirche entstanden ist. Dort ist eine Tagesförderstätte für Schwerstmehrfachbehinderte entstanden. Sie weist 18 Plätze aus, von denen bereits zwölf belegt sind. Die Frauen und Männer leben entweder in ihren Familien oder aber im Wohnheim der Lebenshilfe, das 1998 an der Ruppiner Straße von Falkensee errichtet worden war (2003 baute der Verein die Integrationskita „Entdeckerland“ an der Falkenhagener).

 

Wegen der Schwere ihrer Handicaps kommt für diese Menschen die Beschäftigung in einer Behindertenwerkstatt nicht infrage. Weil aber auch ihnen außer ihrem Zuhause ein zweiter Lebensbereich erschlossen werden soll, wurde dieses Haus gebaut. In den beiden Obergeschossen entstanden acht Wohnungen für behinderte Menschen, die weitgehend selbstständig leben können.

 

Marianne Matho, die Vereinsvorsitzende, dankte allen, die an diesem Werk Anteil hatten. Es schließt eine Versorgungslücke im Kreis, konstatierte Landrat Burkhard Schröder. Dezernent Thomas Zylla, der stellvertretend für den Falkenseer Bürgermeister gekommen war, bestätigte, dass „die Mitte der Stadt sowohl menschlich als auch baulich bereichert worden ist“. Im Hof entsteht jetzt der Hausgarten für die Bewohner und der Grillplatz für alle. (Von Hiltrud Müller)

 

Bäume statt Blumen

 

Als Ersatz für die Rodung des Baufeldes musste die „Lebenshilfe“ 21 Setzlinge pflanzen. Sie hatte dafür Spender gesucht – und gefunden. Nun säumen Kugelakazien, Trompetenbäume, Rotdorn und Goldregen das Haus. Schilder weisen auf die Spender hin: Baufirmen der Region, Familien, Nachbarn und der Landrat.

 

MAZ 29.04.09

Die Sinne anregen

 

Diese Tastwand gefällt Rosita. Sie ist geistig behindert und kann seit wenigen Wochen die neue Tagesförderstätte des Vereins Lebenshilfe in der Falkenseer Bahnhofstraße nutzen. Morgen wird Einweihung gefeiert.                                  FOTO: HILTRUD MÜLLER

 

MAZ 28./29.03.09

AUF EIN WORT

 

Lebenshilfe

 

Hiltrud Müller über das neue Haus für Behinderte im Herzen von Falkensee

 

Emanuel ist 21 Jahre alt. Die Schule hat er abgeschlossen, doch einen Beruf wird er nie ergreifen. Der junge Mann ist schwer behindert und Autist. Er lebt in einem Dorf im Westhavelland. An jedem Werktag fährt ihn seine Mutter nach Falkensee, wo es jetzt eine Förderstätte für Schwerstbehinderte gibt. Dort ist er der Jüngste. Die Älteste könnte fast seine Großmutter sein. So unterschiedlich Alter, Schicksal und Behinderung, so ist den Nutzern dieser Tagesförderstätte doch eines gemeinsam: Sie fühlen sich in Gesellschaft um vieles wohler. Und: Sie brauchen professionelle Hilfe, um ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Das also wäre der erste große Vorzug dieser Förderstätte der „Lebenshilfe“. Der zweite: Durch den Raumgewinn können nicht nur die eigenen Heimbewohner, sondern auch Behinderte wie Emanuel gefördert werden, die noch bei ihren Eltern leben. Die Eltern werden – und das wäre das dritte Plus – entlastet. Nicht zuletzt aber hat der Bauherr mit der Platzwahl für diesen Bau gepunktet, der mitten im Herzen der Stadt entstand und damit signalisiert: Schwerstbehinderte sind keine Randgruppe, sie gehören zu dieser Gesellschaft dazu. Die ersten freundlichen Reaktionen des Umfeldes auf ihre neuen Nachbarn beweisen: Das sehen die Falkenseer ganz genauso.

 

MAZ 28./29.03.09

Zur Arbeit in die Tagesstätte

 

SOZIALES 

Die „Lebenshilfe Havelland“ eröffnete eine Fördereinrichtung 
für Schwerstmehrfachbehinderte

 

Sie gehen jetzt täglich „zur Arbeit“, auch wenn die ganz anders aussieht als für den Rest der Welt. In Falkensee nahmen jetzt zwölf Schwerstbehinderte eine Tagesförderstätte in Besitz.

 

Von Hiltrud Müller

 

FALKENSEE In der Falkenseer Bahnhofstraße wurde eine Baulücke durch einen gefälligen Neubau geschlossen. Der Verein „Lebenshilfe Havelland“ investierte in den Zweigeschosser 1,63 Millionen Euro. In die oberen Etagen waren bereits im Februar acht geistig behinderte Erwachsene in eigene kleine Mietwohnungen eingezogen. Die Männer und Frauen sind so selbstständig, dass sie im eigenen Refugium gut zurechtkommen. Am Tage gehen sie arbeiten – in die Fliednerwerkstätten. In ihrem Wohnhaus steht ihnen für alle Fälle ein Betreuer als Ansprechpartner zur Verfügung, denn hier praktiziert die „Lebenshilfe“ die Form des ambulant betreuten Wohnens.

 

Nun wurde im frostigen März auch das Parterre des Hauses mit Leben erfüllt. Dort öffnete jetzt eine Tagesförderstätte für Schwerstmehrfachbehinderte ihre Türen. Sie bietet 18 Plätze in drei Gruppen an. Bis jetzt sind zwölf Plätze belegt. „Es ist gut, wenn’s schrittweise wächst“, sagt Beate Remane, die Leiterin der Förderstätte. Die ist für jene gedacht, die wegen der Schwere ihrer Behinderungen nicht in der Lage sind, werktags in einer Behindertenwerkstatt zu arbeiten. Doch auch ihnen soll außer dem Lebenshilfe-Wohnheim in der Ruppiner Straße – dort leben zehn von ihnen – oder ihrem elterlichen Zuhause noch ein zweiter Lebensbereich vergönnt sein. Darum hatte der Trägerverein entschieden, dieses neue Haus zu errichten und die Förderung der Schwerstmehrfachbehinderten, die bisher in einem einzigen Zimmer im Wohnheim praktiziert wurde, mehr Raum zu geben. So ist es nicht nur die Ortsveränderung, der Gewinn eines „zweiten Milieus“, wie die Insider sagen, was die fünf Betreuer und ihre Schützlinge am neuen Haus zu schätzen wissen. Es bietet endlich genug Platz für alle und ihre Bedürfnisse. Jede Gruppe hat ihr eigenes Reich, wo gemeinsam gekocht, gemalt oder gestaltet wird. Ein geräumiges Pflegebad, behindertengerechte Toiletten, Räume für die Physiotherapie und zum Alleinsein – an alles ist gedacht, das Haus ganz auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet, die entweder durch eine frühkindliche Hirnschädigung schwerstbehindert sind, als Autisten oder Spastiker zur Welt kamen und daher nicht ohne die Hilfe anderer leben können. Der attraktivste Raum ist der halbrunde Bewegungssaal, gehalten in warmen Orange, dessen Türen in den Garten münden. Er eignet sich auch als Festraum und wird das spätestens zum sommerlichen Einweihungsfest unter Beweis stellen.

 

MAZ 19.02.09 

 

Schneehasen auf dem Hochsitz


Bei warmen Sonnenstrahlen genossen die Kinder aus den Gruppen „Sonnenkinder“ und „Frösche“ der Falkenseer Integrationskita „Entdeckerland“ am Dienstag den frisch gefallenen Schnee. Nach einer Wanderung kletterten sie auf Bäume, tobten sich in einer Schneeballschlacht aus und stärkten sich am Ende bei einer köstlichen Obstpause. Die Kita ist eine Einrichtung des Vereins „Lebenshilfe“ und betreut 90 Kinder – mit und ohne Behinderung.
FOTO: HUBERT KAUFHOLD

 

MAZ 18.02.09 

Das Glück einer eigenen Wohnung 

BEHINDERTE „Lebenshilfe Havelland“ übergab Schlüssel an die neuen Mieter

 

Von Hiltrud Müller

FALKENSEE Es war dunkel, eisig und unwirtlich und dennoch ein erhebender Augenblick. Denn auf ihn hatten sie alle viele Jahre sehnlichst gewartet. Ende vergangener Woche übergab der Verein „Lebenshilfe Havelland“ an die künftigen Bewohner die Schlüssel für ihre Wohnungen an der Bahnhofstraße 34 in Falkensee.

Einige glückliche neue Mieter waren mit ihren Eltern gekommen. Denn obwohl alle erwachsen sind, lebten sie bisher entweder noch im Elternhaus oder aber in der Wohngemeinschaft Bergstraße, betreut vom Lebenshilfe-Verein. Denn auf Hilfe sind sie angewiesen, handelt es sich doch um Menschen mit geistiger Behinderung. Für die sechs Auserwählten, die nun jeweils eine richtige eigene, abgeschlossene Wohnung mit Einbauküche, Balkon und Bad (43 Quadratmeter) beziehen werden, hat sich ein Traum erfüllt: Sie wechseln nun in ein weitgehend selbstbestimmtes Leben. Ebenso jene Paare, die die beiden behindertengerecht ausgestatteten größeren Wohnungen (60 Quadratmeter) in diesem Haus beziehen werden, das mitten in der „City“ liegt, Einkaufsmöglichkeiten, Bus und Bahn in Reichweite. Die Miete liegt bei 375 Euro, wird aber in diesen Fällen durch das Grundsicherungsamt getragen. Sabrina Lohrenz, die die Wohngemeinschaft Bergstraße leitet, wird sich nun im Parterre des neuen Hauses ein Büro einrichten, denn eine ambulante Betreuung bleibt den neuen Mietern garantiert. Außerdem zieht am 2. März in die übrigen Räume des Erdgeschosses Leben ein. Dann nämlich wird die Tagesförderstätte für schwer Mehrfachbehinderte mit 18 Plätzen eröffnet. Somit können nun auch jene Bewohner des Wohnheims an der Ruppiner Straße, die nicht in der Lage sind, in einer Behindertenwerkstatt zu arbeiten, täglich „zur Arbeit“ fahren – in die Bahnhofstraße.

Noch zeigen sich die Erdhügel im Freigelände hinterm Haus schneebedeckt und tiefgefrostet. Die Gartengestaltung muss also noch ein wenig warten. Doch alles andere ist pünktlich einzugsfertig.

Ein wundervoller Tag: Schlüsselübergabe durch den Lebenshilfe-Verein. FOTO: KONRAD RADON

 

MAZ 10./11.02.09 

Ein eigenes Reich

 

Mehr Selbstständigkeit können sich fortan geistig behinderte Menschen leisten, an die gestern acht neue Wohnungen in Falkensee übergeben wurden. An der Bahnhofstraße ließ der Verein Lebenshilfe Havelland eine Wohnstätte errichten, in der Behinderte von Fachkräften betreut werden. Vereinschefin Marianne Matho übergab einen Schlüssel an Bewohner Gerhard Bandemer. FOTO: KONRAD RADON

 

MAZ 10./11.01.09

Einzug im März

An der Bahnhofstraße von Falkensee entsteht eine Tagesförderstätte für schwermehrfachbehinderte Menschen. Zurzeit läuft der Innenausbau. Im März soll Einzug gefeiert werden. Bauherr ist der Verein Lebenshilfe Havelland. Außerdem entstehen acht Wohnungen für Behinderte.                             FOTO: Hiltrud Müller

 

BRAWO 21.12.08

In drei Tagen kommt der Weihnachtsmann! Die Lebenshilfe in Falkensee bekam schon eher Besuch vom rotgewandeten Rauschebart. Unter anderem Dank des berühmten Heinzelmännchen – Services, der aus Studierenden Nikoläuse macht, konnten sich 32 Behinderte über einen gut gefüllten Gabensack freuen.                                                                                                          Foto: Hahn

 

Jubel und strahlende Gesichter

Weihnachtsüberraschung für Behinderte

Falkensee (ha). Gespannt und konzentriert öffnete Solveig Oppe, Bewohnerin der Wohnstätte Falkensee der Lebenshilfe e.V., das liebevoll verpackte Geschenk, das ihr der Weihnachtsmann gerade überreicht hatte. „Guck mal, ich habe Buntstifte und Malbücher bekommen. Das ist toll, weil ich doch so gerne male“, wandte sich die 42-Jährige mit fröhlichem Lächeln an Christine Moll. Die Inhaberin der fünf Filialen von „Mollys Struppelshop“, die die Weihnachtsüberraschung mit Weihnachtsmann und Geschenken für die 32 behinderten Bewohner der Einrichtung in Falkensee organisiert und finanziert hatte, war tief berührt von der Freude, die sie mit den kleinen Präsenten ausgelöst hatte. „Die Menschen hier sind mir richtig ans Herz gewachsen. Ich komme einmal monatlich her, um Haare zu schneiden und zu pflegen, da konnte ich jeden Einzelnen kennen lernen. Und so kam mir die Idee, eine Weihnachtsfeier für alle zu veranstalten“, so die Friseurin. Immer wieder musste sie Hände schütteln und die Gaben anschauen, die bei den Beschenkten ein glückliches Strahlen auf die Gesichter zauberten oder sogar laute Jubelrufe hervorlockten.

Beate Remane, die Leiterin des Wohnheims, hatte die bescheidenen Wünsche ihrer Schützlinge zusammen getragen und aufgeschrieben. Doch so ganz umsonst bekamen die meisten die bunten Päckchen nicht. „Hast Du auch etwas für mich?“, fragte mit sonorer Stimme der stattliche Weihnachtsmann jedes Mal, wenn er einen Namen aufgerufen hatte. Dann wurden kleine Gedichte aufgesagt oder ein Lied angestimmt, in das alle einfielen. Ein Gruppenbild mit Weihnachtsmann und einzelne „Kuschelbilder“ mit dem Weißbärtigen machten die Weihnachtsfeier  für die Behinderten perfekt. „Dieser Einsatz hat sich gelohnt. Das Glück, die echte Freude und die Fröhlichkeit, die von diesen Menschen hier ausgeht, geben mir viel mehr zurück, als es gekostet hat“, strahlte Christine Moll.

Großer Trubel  herrschte bei der Lebenshilfe als der Weihnachtsmann persönlich auftauchte, um die Geschenke zu verteilen.                                                                                                  Foto: Hahn

 

MAZ 13.10.08

Viele Kinder werden zu spät gefördert

FRÜHPÄDAGOGIK Fachtagung zum Hilfesystem

Von Dirk Guderjan

 

Rathenow | Am Samstag fand im Paracelsus-Krankenhaus der zweite havelländische Fachtag zum Thema „Frühe Hilfen für Eltern mit kleinen Kindern“ statt. Die Veranstaltung richtete sich an Fachleute und Vertreter von Institutionen, die mit Familien in Kontakt treten.

Die Veränderungen der „Frühen Hilfen“ im Havelland und die Frage, wie man sie zu den Familien bringt, waren das Hauptthema. „Es ist eines der wichtigsten Themen, die wir überhaupt haben“, sagte Kreissozialdezernentin Margarethe von Fintel (SPD).

Nur wenn die Hilfen rechtzeitig und richtig kämen, könnten sie Schlimmeres verhindern.

Die Beratungsstellenleiterin von Lebenshilfe Havelland, Kerstin Loew, stellte die Frühförderung im Landkreis vor. Sie umfasst pädagogische, psychologische, medizinisch-therapeutischen und Sozialhilfemaßnahmen, mit denen Familien mit behinderten oder in ihrer Entwicklung beeinträchtigten Kindern von der Geburt bis zum Schuleintritt geholfen wird.

Kooperationspartner sind die kommunalen Ämter, die sonderpädagogischen Förder- und Beratungsstellen, die niedergelassenen Ärzte, therapeutische Praxen, das Netzwerk „Gesunde Kinder“ sowie regionale und überregionale Beratungsstellen. In Brandenburg gibt es aktuell 45 derartige Einrichtungen. Die Lebenshilfe Havelland verfügt inzwischen über zwei Anlaufstellen in Rathenow und Falkensee. Beschäftigt sind 14 Mitarbeiter, die aus heilpädagogisch ausgebildeten Berufsgruppen kommen. Ein Problem aller Frühförderstellen ist, dass die Kinder oft sehr spät kommen. Der Altersdurchschnitt liegt bei viereinhalb Jahren.„Dieses Durchschnittsalter ist viel zu hoch“, bemängelte Kerstin Loew. 

Die Leiterin der Jugendhilfestation „Kisy“ in Premnitz, Sabine Hille, stellte ebenfalls ihr Projekt vor. „Kisy“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Familien so früh wie möglich zu erreichen, um gegebenenfalls gezielte Hilfe zu geben. Die Jugendhilfestation ist eine flexible Organisation der Jugendhilfe, die bedarfsgerechte ambulante Hilfen zur Erziehung im Einzelfall entwickelt und durchführt. Bei „Kisy“ werden gegenwärtig zehn Familien mit 19 Kindern im Alter von eins bis 18 Jahren betreut. Das Leitziel der Jugendhilfestation ist es, „Kinder in ihren Systemen“ zu halten – daher auch die Abkürzung „Kisy“. Zudem soll der Verbleib der Kinder und Jugendlichen in ihrem familiären und sozialräumlichen Bezügen gefördert werden.

Wie es aussehen kann, wenn junge Mütter überfordert sind, zeigte die Diplom Psychologin und Psychotherapeutin Bärbel Derksen von der Fachhochschule Potsdam in einer Videodemonstration. Auch sie zeigte, dass es noch einiges zu tun gibt in Sachen Frühförderung in Brandenburg.

 

BRAWO 14.09.08

Während des diesjährigen Sommerfests der Lebenshilfe Havelland e.V. in der Falkenhagener Straße in Falkensee unterhielten Hexi und Clown Palimo das Publikum mit einem lustigen Märchenspektakel.                                                                                      Foto: Achilles

 

Der Preußenspiegel 27.08.08

Lebenshilfe feierte Richtfest

Halbzeit mit guter Tradition begangen

Falkensee (ps). Mit einem Richtfest beging die Lebenshilfe e.V. kürzlich die Halbzeit ihres Neubaus in der Falkenseer Bahnhofstraße. „Nach guter Tradition feiern wir heute die Fertigstellung des Daches und damit des Rohbaus“, so Hubert Kaufhold, stellvertretender Vereinsvorsitzender, in seiner Ansprache, bevor der Zimmermann in luftiger Höhe den Richtspruch sprach. Darin wünschte er all denen Glück, die zukünftig in diesem Haus wohnen und aus- und eingehen werden. Der Verein Lebenshilfe baut seit Mai dieses Jahres ein Haus im Zentrum Falkensees, in dem neben einer Tagesförderstätte für Schwerstbehinderte auch Wohnungen entstehen. Dort werden Behinderte wohnen, die gerne ihre eigenen vier Wände haben möchten, aber gleichzeitig auf den Kontakt mit anderen nicht verzichten wollen. Entsprechend gibt es im Haus einen großen Gemeinschaftsraum. Hubert Kaufhold ist froh über die Lage des Hauses: „Es gibt direkt eine Busanbindung vor der Haustür und auch die Einkaufsmöglichkeiten sind nah. Entsprechend unserer Philosophie können die Behinderten, die hier wohnen, ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben führen.“ Am 1.März 2009 wird das Haus eröffnet. Danach soll der Garten gemeinsam mit den Bewohnern gestaltet werden.               Foto: Pi

 

BRAWO 17.08.08

Richtfest für die Tagesförderstätte

 

Falkensee (ha). Mit dem traditionellen Spruch des Zimmermanns, dem Einschlagen des „letzten“ Nagels und dem Zerschmettern eines Glases wurde am Donnerstag nach knapp drei Monaten Bauzeit das Richtfest für die Tagesförderstätte für schwerst mehrfachbehinderte Menschen gefeiert. „Die Eröffnung des Gebäudes mit acht Wohnungen und der Tagesförderstätte im Erdgeschoss mit drei Gruppenräumen, einem Therapieraum, einem Bewegungs- und Snoezelraum mit jeweils den dazugehörigen Nebenräumen und Sanitäranlagen, wird am 1. März 2009 erfolgen“, berichtete Hubert Kaufhold vom Verein.

 

MAZ 15.08.08

Gemeinsam in der Mitte

 

Der Neubau des Vereins Lebenshilfe an der Bahnhofstraße 

in Falkensee ist im Rohbau fertig

Der Bau liegt voll im Zeitplan. Nur zwölf Wochen nach der Grundsteinlegung lud der Verein Lebenshilfe Havelland in Falkensee zum Richtfest.

 

Von Stefan Kuschel

 

FALKENSEE | Zimmermann Tobias Runge stand beim Verlesen des Richtspruchs auf dem Dach in der gleißenden Sonne vor wolkenlosem Himmel. Die Besucher der Zeremonie nahmen das angenehme Spätsommerwetter als gutes Omen für die Zukunft dieses Projekts.

In ihm vereint der Verein Lebenshilfe an der Bahnhofstraße schräg gegenüber der Seegefelder Kirche eine Tagesförderstätte für Schwerstmehrfachbehinderte mit ambulant betreutem Wohnen für Menschen mit geistiger Behinderung. Rund 1,63 Millionen Euro werden nach Auskunft von Geschäftsführer Uwe Piel investiert, finanziert mit einem Kredit, Eigenmitteln und voraussichtlich auch mit einem Zuschuss der „Aktion Mensch“. Am 1. März 2009 soll das Haus offiziell eröffnet werden. 

In der Tagesförderstätte, sie wird von Beate Remane geleitet werden, sind drei Gruppen mit jeweils sechs Plätzen vorgesehen. Jeder der drei Bereiche verfügt über einen Gruppen- und Nebenraum, Sanitärbereich und Garderobe, zudem gibt es Therapie- und Bewegungsräume. Im ersten und zweiten Obergeschoss gibt es jeweils vier Wohnungen. Sechs davon sind für jeweils einen Mieter ausgelegt, die beiden anderen 

sind für Paare oder Eltern mit Kindern vorgesehen, bei Bedarf auch für „Generationswohnen“. Auf jeder Etage sind zwei Wohnungen barrierefrei und mit dem Aufzug zu erreichen. Beim ambulant betreutem Wohnen erhalten Menschen mit geistiger und womöglich körperlicher Behinderung individuelle Hilfe beim Bewältigen des Alltags, sagte die designierte Leiterin Sabrina Lohrenz. 

Das neue Haus liegt zentral in der Ortsmitte. Bus- und Einkaufsmöglichkeiten sind gut. „Es entspricht unserer Philosophie, dass die Behinderten, die hier wohnen, ein weitgehend selbstbestimmtes  Leben führen“, sagte Hubert Kaufhold. Er ist stellvertretener Vorstandsvorsitzender des Lebenshilfe-Vereins. So möchten viele geistig behinderte Menschen zwar in ihren eigenen vier Wänden wohnen, aber dennoch nicht auf den Kontakt mit anderen Menschen verzichten. Beispielsweise sind gemeinsame Unternehmungen und Besuche spontan möglich. Wenn sich die Bewohner gegenseitig und ohne professionelle Betreuung helfen, kann das ihr Selbstwertgefühl steigern und der Vereinsamung und Ängsten vorbeugen.

Das vereinseigene Gelände an der Bahnhofstraße wird bei weitem nicht voll bebaut. Hubert Kaufhold kündigte an, dass abgesehen von den Parkplätzen auch verschiedene Freizeitbereiche geplant sind. Über die weitere Art der Nutzung werde zwar noch entschieden, denkbar seien aber ein Teich sowie Blumenbeete und Rabatten.

 

BRAWO 10.08.08

Richtfest für die Tagesstätte

 

Falkensee. Am Donnerstag, 14. August, wird am Neubau der Tagesförderstätte für ambulant betreutes Wohnen in der Bahnhofstraße 34 Richtfest gefeiert. Bauherr der acht Wohnungen ist der Verein Lebenshilfe e.V. Die Tagesstätte bietet für geistig Behinderte und schwerst Mehrfachbehinderte Menschen Beschäftigung an. Sozialarbeiter betreuen bei Bedarf die Wohnungsmieter.

 

MAZ 08.08.08

Richtfest für Tagesstätte

 

Falkensee | Für die neue Tagesförderstätte für ambulant betreutes Wohnen an der Bahnhofstraße 34 in Falkensee wird am kommenden Donnerstag Richtfest gefeiert. Bauherr ist der Verein Lebenshilfe für geistig Behinderte. Es entstehen acht Wohnungen, die Bewohner erhalten bei Bedarf Hilfestellung von Sozialarbeitern. In der Tagesförderstätte können sich geistig Behinderte und schwerst Mehrfachbehinderte beschäftigen, die in einer Behindertenwerkstatt überfordert wären.

 

MAZ 21.05.08

Heimstätte für Behinderte

 

Bunte Luftballons stiegen gestern in den Frühlingshimmel über Falkensee. An der Bahnhofstraße wurde Grundsteinlegung für ein Haus gefeiert, in dem geistig Behinderte wohnen und beschäftigt werden.    FOTO: KONRAD RADON

 

Die Kassette wird gefüllt, die sodann in der Grundplatte der Tagesförderstätte für geistig Behinderte versenkt wird.

 FOTO: KONRAD RADON

SOZIALES: Ein Ort, an dem behinderte Menschen angenommen sind

 

„Lebenshilfe“ verwirklicht innerhalb von zehn Jahren ihr drittes Bauprojekt

 

FALKENSEE - Frank Leuschner ist 38 und lebt noch bei seinen Eltern in Falkensee, denn er ist geistig behindert. Doch wie jeder erwachsene Mann möchte er sich gerne abnabeln. Die Eltern ihrerseits sind darüber nicht unglücklich, denn sie werden irgendwann nicht mehr für ihren Sohn da sein können. Insofern war für Familie Leuschner gestern ein guter Tag.

 

Denn an der Bahnhofstraße, schräg gegenüber der Seegefelder Kirche, wurde die Grundsteinlegung für ein Wohnhaus für geistig Behinderte gefeiert. Frank und seine Eltern waren auch dabei, denn sie hoffen, dass ihr Antrag positiv beschieden wird und Frank eine der acht Wohnungen bekommt, die dort in Regie des Vereins „Lebenshilfe Havelland“ entstehen. Es handelt sich um ambulant betreutes Wohnen. Hilfestellung durch Sozialarbeiter ist bei Bedarf gegeben.

 

Im Parterre des Zweigeschossers wird darüber hinaus eine Tagesförderstätte eingerichtet, in der geistig Behinderte und schwerst Mehrfachbehinderte aus dem Wohnheim Ruppiner Straße Beschäftigung finden, die in einer Behindertenwerkstatt überfordert sind.

 

Hubert Kaufhold, der stellvertretende Vereinsvorsitzende der „Lebenshilfe Havelland“, dankte den Bauleuten, die bereits die Grundplatten verlegt und erste Wände aufgestellt haben, dem Architekten Wolfgang Müller und allen, die dieses Projekt mit ihren Ideen bereichert haben. Er dankte dem neuen sowie dem Altbürgermeister, die beide auf der Baustelle erschienen waren, wo die Sonne den kalkweißen Porenbeton zum Gleißen brachte. Jürgen Bigalke hatte die Projekte der „Lebenshilfe“ in der Stadt seit den Neunzigern begleitet: 1998 war der Grundstein für die Wohnstätte in der Ruppiner Straße, 2003 für die Integrationskita an der Falkenhagener Straße gelegt worden. Nun also der dritte Streich, der für Bigalkes Nachfolger Heiko Müller nicht nur ein guter Ort ist, „an dem behinderte Menschen an- und aufgenommen werden und ihnen die Teilnahme am öffentlichen Leben erleichtert wird“. Er schätzt an diesem Bau auch, dass er die gewünschte City verdichtet. In die Kassette, die nach gutem alten Brauch in der Grundplatte versenkt wurde, wanderten Tageszeitung, Münzen, Zeichnungen und Fotos von jenen Bewohnern der Wohnstätte Ruppiner Straße, die – so erst das neue Haus steht – dorthin täglich zur Beschäftigung, also „auf Arbeit“, gehen. Die Fachleute sprechen vom Zwei-Millieu-Prinzip, das bis dato am Platzmangel scheiterte. Der Neubau schafft nun Abhilfe. Er wird vermutlich 1,63 Millionen Euro kosten, die über Kredit und mit Unterstützung der Aktion „Mensch“ bereit gestellt werden.

 

Um Baufreiheit zu schaffen, mussten 100 Bäume fallen. Im Gegenzug ist die „Lebenshilfe“ zu einer Ausgleichspflanzung verpflichtet. „Ein Baum kostet zwischen 150 und 350 Euro. Wer Interesse hat, uns zu unterstützen und dafür spenden will, kann das gerne tun“, warb Vereinsvize Kaufhold um Unterstützung, bevor die künftigen Nutzer des Hauses viele bunte Luftballons mit ihren Wünschen in den frühlingsblauen Himmel aufsteigen ließen.

 

Kontakt für Spendenwillige (Spendenquittung wird ausgestellt):

 

(0 33 22)50 52 80. (Von Hiltrud Müller)

 

KOMMENTAR

Zutrauen

 

Von Hiltrud Müller

 

Wer ein geistig behindertes Kind aufzieht, hat eine schwere Bürde zu tragen. Nehmen wir nur allein die Fahrtwege, die nötig sind, um dem Kind in einer Förderstätte, Förderschule oder Behindertenwerkstatt annähernd das zu bieten, was für andere Kinder völlig selbstverständlich ist: den Kontakt zu Gleichaltrigen und zu Fachleuten, die die Entwicklung ihrer Anlagen fördern.

 

Dass unter solchen Umständen auch ein geistig Behinderter ein großes Maß an Selbstständigkeit entwickeln kann, ist hinlänglich bekannt. Doch noch immer erweist es sich als schwierig, sie auch dann abzufordern, wenn er denn den Kinderschuhen entwachsen ist.

 

Es fehlt an kleinen, preiswerten Wohnungen, um betreutes Wohnen außerhalb des Elternhauses zu ermöglichen. Das wird vor allem dann ein Problem, wenn die Eltern alt geworden sind. Nun hat die „Lebenshilfe“ in Falkensee zur Selbsthilfe gegriffen. Der Verein traut nicht nur den Behinderten, sondern auch sich selbst einiges zu. Zum dritten Mal in Folge beweist er sich in dieser Stadt als Investor. Den Nutzen haben nicht nur die künftigen Bewohner und ihre Familien, sondern auch diese Stadt, die damit die Palette ihrer sozialen Angebote komplettiert.

 

BRAWO 04.05.08

Für die Erlangung einer
hohen Selbstständigkeit

 

Lebenshilfe baut neues Wohnzentrum

FALKENSEE. Selbstständig, aber nicht allein wohnen - das ist das Ziel, das die Lebenshilfe Havelland e.V. unter anderem mit dem Bau des neuen Objektes in der Falkenseer Bahnhofstr. 34 verfolgt. Im Erdgeschoss des Hauses wird sich nach der Fertigstellung die Tagesförderstätte für Menschen mit schwerer geistiger und/oder mehrfacher Behinderung befinden. In drei Gruppen werden jeweils sechs behinderte Menschen tagsüber gefördert. betreut und am Leben in der Gesellschaft teilhaben. Auf einer Gesamtfläche von rund 460 Quadratmetern können neben Gruppen- und Nebenräumen auch gruppenübergreifend ein Therapie-, Snoezel-und Bewegungsraum sowie eine Terrasse genutzt werden.

 

Seit Ende 1999 bietet die Lebenshilfe Havelland neben stationärem Wohnen auch ambulant 

betreutes Wohnen in Falkensee, Brieselang, Dallgow und Umgebung an. Oftmals fehlt, so die Erfahrung des Vereins, in Falkensee geeigneter  Wohnraum und die Integration in das Wohnumfeld fällt schwer. Deshalb entstehen nun auf zwei Etagen acht Wohnungen für das ambulant betreute Wohnen für Menschen mit geistiger Behinderung. Ziel des Projektes ist das Erlangen einer hohen Selbstständigkeit dieser Menschen durch die Schaffung von Wohnraum in passender Größe und zentraler Lage. Neben dem Leben in der Gemeinschaft werden gleichzeitig Individulität und Rückzugsmöglichkeit in den "eigenen vier Wänden gewährleistet.

 

Die Eröffnung ist für den 1. Januar 2009 geplant. Weitere Informationen zu dem Projekt gibt es unter der Rufnummer 03322 / 505270.

 

MAZ 10.05.08

Neubau, Umbau und Modernisierung

 

Stadtentwicklung Fortschritte im Zentrum

 

FALKENSEE Wer über die Spandauer Straße nach Falkensee hinein fährt, dem bietet sich seit einiger Zeit kurz vor dem Haus am Anger eine völlig neue Perspektive. Das Gebäude der ehemaligen Gaststätte „Eichenkranz“, das jahrelang leer gestanden hatte und zusehends verfiel, ist renoviert worden und leuchtet jetzt in hellem Gelb. Bier und Musik gibt es dort aber nicht mehr: Nach Auskunft von Baudezernent Harald Höhlig hat ein Berliner Lampengroßhändler das Haus gekauft, saniert und dort seinen Firmensitz installiert.

In Falkensees zentralem Bereich am Falkenhagener Anger und an der Bahnhofstraße ist das nicht die einzige augenfällige Entwicklung, die das Ortsbild positiv verändert. Nur wenige Schritte vom alten „Eichenkranz“ entfernt hat sich ein Falkenseer Unternehmer sein privates Domizil errichtet – ein zweistöckiges Haus, das sich stilvoll in das vorhandene Ensemble der Wohnbebauung einfügt.

Wiederum ganz in der Nähe geht es in dem alten Eckhaus an der Kreuzung Bahnhof- und Freimuthstraße voran. Wie berichtet, hat ein privater Investor das Gebäude erworben. Anfangs gab es zwar Dissonanzen mit den Stadtverordneten, als das Dach plötzlich blaue Ziegel bekommen hatte. Sie sind längst gegen rostbraune ausgetauscht, innen und außen laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren. Geplant sind in dem Haus zwei Wohnungen.

An der Bahnhofstraße weiter Richtung Bahnhof sind in dieser Woche die Fundamente für die Tagesförderstätte gegossen worden, die der Verein Lebenshilfe errichtet. Und kurz vor der Kreuzung Poststraße, Bahnhofstraße 78, gibt es ebenfalls Fortschritte. In dem alten Haus entstehen mit Fördermitteln im Sanierungsgebiet zwei Wohnungen. Nicht weit ist es von dort zum Familien- und Gesundheitszentrum, das aus dem Boden wächst – es tut sich viel im Falkenseer Zentrum.               kusch

 

MAZ 30.04.08

Skizze der künftigen Wohnstätte, Ansicht von der Bahnhofstraße

Selbstständig leben,

doch niemals allein

 

BEHINDERTE: Neue Wohn- und Tagesstätte im Bau


FALKENSEE An der Bahnhofstraße 34 von Falkensee, unweit der Seegefelder Kirche, ist eine neue Baustelle eröffnet worden. Dort entsteht ein Haus für geistig und mehrfach behinderte Erwachsene. Die Eröffnung ist zum 1. Januar 2009 vorgesehen.

Bauherr ist der Verein „Lebenshilfe Havelland“. Er hat dieses Haus sowohl als Tagesförderstätte als auch als Wohnhaus konzipiert. Im Erdgeschoss sollen in drei Gruppen jeweils sechs Menschen, die ansonsten noch bei ihren Eltern leben, tagsüber Beschäftigung und Gesellschaft finden. Auf 460 Quadratmetern werden neben den Gruppenräumen auch Therapie-, Snoezel- und Bewegungsraum eingerichtet.

Das Haus mit Terrasse wird bewusst mitten ins Herz des Ortes und nicht an den Stadtrand gesetzt, ist doch die Integration der Behinderten in das öffentliche Leben Grundanliegen des „Lebenshilfe“-Konzepts. Die wichtigsten Versorgungseinrichtungen und öffentlichen Verkehrsmittel sind von hier aus zu Fuß erreichbar. In den beiden Obergeschossen des Neubaus werden acht Wohnungen eingerichtet. Zu jeder Wohnung gehören zwei Zimmer, Küche, Bad, Balkon und Abstellraum. Vier der Wohnungen sind behindertengerecht über einen Aufzug zu erreichen. Ein Garten schließt sich im hinteren Teil des Grundstücks an. Die Quartiere entstehen als „ambulant betreutes Wohnen“. Dort sollen geistig behinderte Menschen einerseits ein hohes Maß an Selbstständigkeit erwerben und genießen, andererseits aber die Hilfe durch Betreuer in unmittelbarer Nähe wissen. Darum wird das Büro der „Lebenshilfe Havelland“ ebenfalls in diesem Haus eingerichtet.

Dieser Verein bietet neben der Wohnstätte in der Ruppiner Straße 30/32, die im Jahr 1999 eröffnet worden war und in der 32 Behinderte wohnen, auch schon ambulant betreutes Wohnen für insgesamt elf behinderte Menschen in Brieselang, Dallgow und Falkensee an. Doch nach wie vor übersteigt der Bedarf das Angebot, weshalb man sich zu dieser Investition entschlossen hat.                                                                                   
hm

 

info Interessenten melden sich bei Frau Remane, Tel. (0 33 22) 50 52 70.

Die Baustelle, im Hintergrund die Seegefelder Kirche     FOTO: MÜLLER

 

MAZ 02.11.07

Lust aufs Lernen wecken

 

Vorschulkinder zu Gast in der Kästnerschule Falkensee

DORTHEA FLECHSIG

 

FALKENSEE Die Schulkinder der Erich-Kästner-Grundschule Falkensee übernahmen Verantwortung. Die Kinder der ersten bis vierten Klasse waren in dieser Woche beim Lernfest Paten von Kindergartenkindern. „Kindertagesstätten und Schule mehr zu vernetzen und Ängste vor der Schule abzubauen – das sehen wir als eine wichtige Aufgabe „, sagt Karin Keber. Die Pädagogin und Sozialarbeiterin war verantwortlich für das Schnupperprojekt der Schule. Sie lud gemeinsam mit dem Kollegium die Kinder von benachbarten Kindertagesstätten zu einem Lernfest rund um das Thema Herbst ein. „Es haben sich so viele Kita angemeldet, dass wir heute nicht alle aufnehmen konnten. Wir werden ein weiteres Event anbieten, um allen eine Chance zu geben“, sagte Karin Keber.

Die Vorschulkinder durften unter der Obhut der Schüler erstmalig Schulalltag kennen lernen. Fünf bis acht Kita-Kinder wurden in jeder Klasse von ihren größeren Paten empfangen. „Es macht Spaß, weil man sich um jemanden kümmern kann“, sagte der siebenjährige Jonas Konstantin Dragendorf aus der zweiten Klasse. Er nahm Louis Priebsch aus der Kita „Entdeckerland“ mit auf die Entedeckungsreise „Schule“. „Wenn du Englisch lernst, kannst du mal in andere Länder gehen“, erklärte Jonas seinem Schützling und bot ihm freundlich seinen roten Stift an. Christiane Rudolph, Klassenlehrerin einer zweiten Klasse, teilte mit ihren Kindern        die          Freude. 

„Die Kleinen können von den Großen lernen und wir wollen Lust auf Schule machen.“ Sie verteilte differenzierte Arbeitsblätter, so dass auch für die Kita-Kinder das  Lernen nicht zu schwer gemacht wurde und sie mit Spaß ihren ersten Unterricht erfuhren. „Ich male nur die Herbstbilder aus“ sagte die fünfjährige Lara Mühle, die sich aber am meisten aufs Schreiben freut, wenn sie zur Schule kommt. Vorlesen, Basteln, Baumrinde  fühlen,  Spielen   und

ist für Kinder sehr gut greifbar. Wir hatten überlegt, wie wir weiter unser Image aufbauen und wie wir die zukünftigen Schulkinder erreichen können“, sagte die Direktorin.

Dass die Idee, Schule ungezwungen zu erleben, auf so großes Interesse stößt, erfreute alle Schüler und Pädagogen der Erich-Kästner-Grundschule. Die 490 Schulkinder waren voller Tatendrang und auch gehörig aufgeregt. Auch Heike Troll, Erzieherin  in  der  Integrationskita

Der Große hilft dem Kleinen: Jonas Konstantin Dragendorf (7 Jahre, l.) mit seinem Patenkind Louis Priebsch (6 Jahre)                   FOTO: DOROTHEA FLECHSIG

ein Halloween-Buffet standen auf dem Programm. Die elfjährige Angelina führte selbstbewusst ihr Patenkind, den sechsjährigen Jannis, von der Kita „Spatzenhaus“ durchs Schulgebäude. „Er soll ja auch mit entscheiden, zu welcher Schule er gehen will und wir machen so für unsere Schule Werbung“, sagte Angelina, die in die Vierte geht.

„Es ist toll, dass wir so viele Anmeldungen haben“, freute sich Schulleiterin Claudia Allum. Das Thema  ‚Herbst’  und  ‚Halloween’

„Endeckerland“, war von diesem Schnupperprojekt angetan: „für die Kitakinder bedeutet Schule, viele neue Erfahrungen zu sammeln. Sie müssen sich melden dürfen nicht dazwischen rufen, sie kommen in eine neue Gruppe von Kindern, haben eine neue Bezugsperson vor sich, erfahren, wie lange eine Schulstunde dauert, und vieles mehr.“ Da sei es gut, auf diese Weise den Übergang sanft vorzubereiten. „Eine gute Idee, die bei allen Kindern gut ankommt.“

 

MAZ 10.09.07

 

Wer balanciert den Teller am längsten? Clown Leo sorgte für Spaß beim Sommerfest der Lebenshilfe in Falkensee. Der Verein ist Träger einer Integrationskita und plant den Bau einer Tagesförderstätte für behinderte Menschen.   Foto: Konrad Radon

 

Umfassende Lebenshilfe

Neue Tagesförderstätte für Behinderte in Falkensee 2009 bezugsfertig

 

ULRIKE KIEFERT

FALKENSEE Nur eine Woche Zeit hatten die Kinder der Lebenshilfe-Kita "Entdeckerland" in Falkensee, um sich nach den Ferien auf ihr diesjähriges Sommerfest vorzubereiten. Tänze mussten einstudiert, Gedichtzeilen gelernt und Kostüme anprobiert werden.

Kein Wunder also, dass die Aufregung groß war am Sonnabendmorgen, zumal etwa hundert Besucher den Auftritt der Mädchen und Jungen verfolgten. 15 Minuten später war alles überstanden, und die Kinder konnten gelöst Clown Leo beim Zaubern zuschauen, sich schminken lassen, Büchsen werfen, am Glücksrad drehen oder Trike fahren.

Vor vier Jahren eröffnete die integrative Kita mit sechs Gruppenräumen, kombiniertem Spielzimmer, zwei Therapieräumen, Werkstatt, Fahrstuhl und eigener Küche in der Bergstraße. Mit 89 Kindern, unter ihnen 23 behinderte, ist die Einrichtung bis auf den letzten Platz belegt. Der dreijährige Lukas besucht das "Entdeckerland" seit einem Jahr. "Das Haus ist einfach besser ausgestattet als viele städtische Kitas. Die Gruppen sind kleiner und mit den Kindern wird viel gemacht", erzählte sein Vater Thomas Wimmer am Rande des Sommerfestes.

Die 1991 gegründete "Lebenshilfe für geistig Behinderte Havelland" zählt heute 111 Mitglieder. Neben der Integrationskita ist der Verein in Falkensee auch Träger der Frühförderstelle mit betreuter Wohngruppe in der Bergstraße sowie des teilstationären Wohnheims für Behinderte in der Ruppiner Straße.

Schräg gegenüber der neuen evangelischen Kita in der Bahnhofstraße plant die Lebenshilfe ein neues Projekt des betreuten Wohnens. Dort soll eine Tagesförderstätte mit acht Wohnungen für schwerst Mehrfachbehinderte eröffnen. "Es sind Erwachsene, die keine Behindertenwerkstatt besuchen können, weil die Arbeit zu schwer für sie ist", erläuterte Vereinschefin Marianne Matho. Allerdings liege die Baugenehmigung von der Stadt noch nicht vor, da sich das Verfahren um sechs Monate verzögert habe. Im März nächsten Jahres rechnet Marianne Matho mit dem ersten Spatenstich. Im Januar 2009 soll die Tagesstätte bezugsfertig sein. Die Kosten von 1,3 Millionen Euro finanziert der Verein über Kredit, Eigenmittel und Spendengeld. Die Stadt Falkensee übernimmt die Personalkosten.

 

MAZ 16.06.07

Die regen Freien

Kommentar: HILTRUD MÜLLER

Der älteste Kindergarten in Falkensee ist ein evangelischer. Er ist 92 Jahre alt und liegt in Seegefeld. Es könnten also heute die Ururenkel der damaligen Kinder dort herumtoben. Auch der jüngste Kindergarten der Stadt wird von der evangelischen Kirche betrieben. Er wurde gerade erst zum Kindertag eröffnet und liegt in Falkenhagen. Doch schon deutet sich an, dass er nicht lange der jüngste Kita-Bau bleiben wird, denn diese Woche wurde der Grundstein für einen neuen Waldorfkindergarten gelegt.

Wer meint, nun müsste es aber mal genug sein mit dem Anschaffen von Kinderhäusern, der irrt. Noch immer schreibt diese Stadt Wartelisten, denn der Zuzug und die Gebärfreude halten an. Die jungen Frauen aber wünschen beides – Kind und Beruf. Darum fehlen zu Beginn jedes neuen Kita-Jahres 150 Plätze. Der Entschluss von freien Trägern – Kirche, Waldorfverein, Lebenshilfe oder ASB –, selbst Verantwortung und vor allem Geld in die Hand zu nehmen, kann also durch die Kommune und ihre Familien nicht hoch genug gewürdigt werden. Der gute Nebeneffekt: Man muss nicht mehr nur nehmen, was man eben kriegt, sondern kann die Betreuung fürs Kind mehr und mehr auch nach inhaltlichem Gusto wählen. 

 

MAZ 12.01.07

Lebenshilfe

HILTRUD MÜLLER

Die Bahnhofstraße in Falkensee verbindet auf kürzestem Wege die alten Dorfkerne von Seegefeld und Falkenhagen. Sie ist gewissermaßen die „Magistrale“ zwischen Bahnhof und Rathaus. In dessen Mauern wünscht man sehnlichst, dass sich diese Achse beleben und zur tatsächlichen Mitte dieser Stadt mausern möge.

Und während man im Rathaus plant und im Stadtparlament palavert, werden draußen bereits Tatsachen geschaffen. Hier und da siedelt sich ein weiteres Geschäft an, dort wächst ein neuer Kindergarten. Nun soll auch eine Behindertentagesstätte mit Wohnetagen entstehen. Der Verein „Lebenshilfe Havelland“ – einer von 22 Lebenshilfe-Vereinen im Brandenburgischen- will geistig behinderten Erwachsenen, die ganz gut alleine zurecht kommen, ein hohes Maß an Selbstständigkeit gewähren. So wird er ihnen kleine, feine Wohnungen bauen, und zwar nicht irgendwo am Stadtrand, sondern mittendrin im Herzen der Stadt. Eben da sollen auch Schwerstbehinderte eine Tagesstätte finden, die ihren Gesichtskreis erweitert und ihnen somit mehr Lebensqualität schenkt. Der Verein leistet, getreu seinem Namen, Lebenshilfe. Lebenshilfe auch für die Idee von einer pulsierenden Stadtmitte.

 

Eine neues Haus für Behinderte

Weiterer Lückenschluss an der Falkenseer Bahnhofstraße ins Auge gefasst

HILTRUD MÜLLER

FALKENSEE Die Baulücken längs der Falkenseer Bahnhofstraße scheinen sich langsam zu schließen. Während die evangelische Kindertagesstätte ihrem Richtfest entgegenstrebt, plant jetzt der Verein "Lebenshilfe Havelland" schräg gegenüber, an der Bahnhofstraße 34/36, einen Dreigeschosser. Er soll eine Tagesförderstätte für geistig behinderte Erwachsene beherbergen, im Obergeschoss werden acht Wohnungen entstehen – sechs für geistig behinderte Singles, zwei für behinderte Paare. Alle Bewohner sollen ambulant durch die Mitarbeiter der "Lebenshilfe" betreut werden. "Unser Haus in der Ruppiner Straße 30/32 platzt aus allen Nähten", bekennt Geschäftsführer Uwe Piel. Dort haben 32 geistig Behinderte im Alter zwischen 24 und 64 Jahren seit 1999 ein behagliches Zuhause gefunden. Man schreibt Wartelisten. Doch es geht nicht nur darum, mehr Plätze – in diesem Falle im betreuten Wohnen – anzubieten. "Wir wollen im neuen Haus auch Förderung für die schwer Mehrfachbehinderten durchführen. Zurzeit erfolgt das noch im Wohnheim an der Ruppiner Straße. Doch sie sollen einen zweiten Lebensbereich finden – wie wir eben auch ,zur Arbeit’ außer Haus gehen. Das ist wichtig fürs Selbstwertgefühl", erläutert Beate Remane, die Leiterin der Wohnstätte. Außerdem aber wird man im neuen Haus auch jene Behinderte fördern und beschäftigen, die heute noch in ihren Familien leben und keine Behindertenwerkstatt besuchen. "Auch unsere Heimbewohner, die jetzt Rentner geworden sind oder es in den nächsten Jahren werden, können nach ihrem Abschied vom Arbeitsleben in den Werkstätten im neuen Haus Beschäftigung finden", ergänzt Marianne Matho, die Vorsitzende des Lebenshilfe-Vereins und zugleich Leiterin der frisch formierten Projektgruppe.

Der Grundstückskauf ist besiegelt, Architekt Wolfgang Müller, der bereits die Integrationskita "Entdeckerland" entwarf, bereitet die Planunterlagen vor und erhofft sich die Baugenehmigung für diesen Sommer. Die Fertigstellung des 1,3 Millionen Euro teuren Baus wird für den Sommer 2008 angestrebt. Man wird einen Kredit aufnehmen. Die 650 000 Euro Eigenmittel werden durch die Rücklagen des Vereins und durch Zuwendungen aus der "Aktion Mensch" gespeist. Und vielleicht legen auch Sponsoren noch ein Sümmchen dazu. Den Anfang machte gestern die Berliner Volksbank mit einem Scheck von 200 Euro.

 

 

 

Jörg Kutzner (r.) nahm stellvertretend für alle Heimbewohner gestern den Scheck von Uwe Schulzki, Direktor der Berliner Volksbank, entgegen - sehr zur Freude von Frau Marianne Matho, der Vereinsvorsitzenden. 

 

FOTO: KONRAD RADON

 

MAZ 05./06.08.06

Das „Endeckerland“ ist vom Blech umgeben

Kinder, Eltern und Erzieherinnen der Falkenseer Integrationskita leiden unter dem starken Autoverkehr

STEPHANIE REISINGER.

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FALKENSEE „Die Autos sind so laut“, lagt die vierjährige Luise. „ Die fahren so schnell, dass sie kleine Kinder dabei totfahren können“, befürchtet Pia, ebenfalls vier Jahre alt. Die beiden Mädchen gehen in die Integrationskita „Entdeckerland“ in Falkensee. Die 2004 eröffnete Einrichtung liegt an der von Kraftfahrzeugen stark frequentierten Falkenhagener Straße. Der Abschnitt direkt vor der Kita besteht aus Kopfsteinpflaster, der Radweg endet kurz vorher. Obwohl an der Stelle eine Tempo-30-Zone eingerichtet ist, sind die Autos wegen des Belages und der häufig nicht eingehaltenen Geschwindigkeits-begrenzung besonders laut. Manche Kinder drehen sich schon gar nicht mehr um, wenn hinter ihnen krachend etwas vorbeischeppert. Sie buddeln weiter und stellen fest: „Großer Laster.“

Etliche Kraftfahrzeuge nutzen tägliche die Falkenhagener Straße. 14 000 seien

Kein Durchkommen: Das „Entdeckerland“ (hinten) würde vom Bau der Nordumfahrung profitieren. FOTO: STEPHANIE REISINGER

auch Kristin Opper. „Es ist gefährlich für die Kinder, und ich habe den Eindruck, dass es immer wird“, so die Mutter der kleinen Nina. Direkt vor der Kita wo es nur fünf reguläre Parkplätze gibt, rauschen die Autos in beide Richtungen teilweise lückelos vorbei. Findet sich doch eine Lücke in der Blechlawine, wird gern zackig und mit jaulendem Motor aufgeschlossen. Fußgänger, und seien sie auch noch so klein, werden nur in Ausnahmefällen auf die andere Straßenseite gelassen, so erleben es die Eltern. Eine Ampel gibt es zwar, diese befindet befindet sich noch hinter der in Stoßzeiten ebenfalls viel befahrenen, ampelfreien Ruppiner Straße. Mit drei Kindern, einer Babyschale auf dem Arm oder einer ganzen Kitagruppe ist das zudem ein weiter Weg. Wenigstens dieser Zustand wird in Kürze verbessert: Noch im August wird vor der Kita mit dem Bau einer Verkehrsinsel begonnen, sagt Manfred Rathert.

es, ist zu hören. Das ist eine Zahl, die der Landesbetrieb Straßenwesen Potsdam  „ aufgrund schlechter Erfahrungen“, so Niederlassungsleiter Manfred Rathert, aber weder bestätigt noch dementiert. Wie dem auch sei: Lärm, Erschütterungen, Abgase und Rücksichtslosigkeit von Fahrern sind für die 18 Erwachsenen und 89 Kinder der Kita alltägliche Probleme. „Wir merken das Beben der Lkw, wenn wir auf dem Fußboden sitzen“, sagte Erzieherin Carmen Busche. „Wenn die Kinder schlafen, müssen wir die Fenster schließen, der Lärm würde sie sonst immer wieder aufwecken“, beklagt ihre Kollegin Kathrin Schäfer. Beide sind froh, dass die 20er-Zone eingerichtet ist: „ Es wäre aber noch besser, wenn sich alle daran halten würden“, so

Schäfer. Das findet auch Hauswirtschafterin Regine Hornemann, die täglich mit dem Fahrrad von der Kita Richtung Rathaus Falkensee fährt. „Es ist gefährlich, da muss unbedingt etwas geschehen.“ Bis zum Mittwoch dieser Woche wurden an der Kita seit Jahresbeginn 1511 Fahrzeuge mit überhöhtem Tempo geblitzt. Fast jede Woche werde an dieser Stelle die Geschwindigkeit gemessen, so die Pressesprecherin der Polizei, Katrin Laurisch. „Die Zahl der Geschwindigkeits-überschreitungen ist im Verhältnis zu anderen Messstellen durchaus viel“ betont sie. „Unangepasste Geschwindigkeit“ sei noch immer Unfallursache Nummer eins.

„Das sind furchtbare, unmögliche Zustände mit  der  Straße“,  sagte

 

Der Preußenspiegel 05.07.06

Lebenshilfe blickt auf 15 erfolgreiche Jahre zurück:

Das nächste Projekt ist eine Tagesförderstelle

Falkensee (ps). Der guten Laune, die auf dem Gelände der Lebenshilfe Havelland e.V. ihren Charme versprühte, konnte sich keiner der vielen Gäste entziehen.

15 Jahre Lebenshilfe Havelland galt es zu feiern und dem entsprechend ausgelassen war die Stimmung vor Ort. So verwunderte es denn auch nicht, dass Marianne Mathos Gang zum Rednerpult mit lautem Beifall begleitet wurde. Die Vorstandsvorsitzende der Havelländischen Lebenshilfe erinnerte noch einmal an den Anfang fast auf den Tag genau vor 15 Jahren. „Keiner der Gründungsmitglieder hatte damals geahnt, wie positiv sich alles entwickeln wird“, so Marianne Matho. „Wir sind von Anfang an ein Elternverein und wollen in allen Bereichen für Menschen mit Behinderungen da sein.“

Heute zählt der Verein 120 Mitglieder und 70 Mitarbeiter. Aktiv am Leben teilzunehmen ist ein Grundbedürfnis aller Menschen und das setzt die Lebenshilfe mit Erfolg um. Als der SV Blau-Gelb Falkensee eine Mannschaft der Lebenshilfe zum vereinseigenen Pfingstturnier einlud, sagte man 

nicht nein. „Seitdem“ – so Matho, „wissen wir, dass wir auch gut Fußball spielen“. Beifall brandete auf. Die Falkenseer Integrationskita ist das jüngste Erfolgsprojekt. Hier werden 17 Kinder mit Behinderungen, integriert mit 89 gesunden Kindern, liebevoll betreut. Vorstandvorsitzende versicherte den Eltern, das Förderprogramm zu erhalten und auszubauen. Mit einem Lächeln im Gesicht verkündete sie, dass als Nächstes eine Tagesförderstelle in Angriff genommen werden soll.

Margarethe von Finthel, Sozialdezernentin des Landkreises, fühlte sich „ausgesprochen wohl“. Sie überbrachte die Glückwünsche des Landrates und des gesamten Sozialdezernates. „Mein Anliegen ist es, Sie auch weiterhin zu unterstützen. Jeder gehört zu uns, so wie er ist – mit seinen Handycaps und seinen Vorzügen.“ So die Sozialdezernentin. Mit der Zuständigkeitsübertragung auf den Landkreis warb sie um ein respektvolles und kreatives Miteinander im Sinne einer Mannschaftsleistung.

Alles     Gute     wünschte    auch

Bürgermeister Jürgen Bigalke. Er bewunderte, „dass Sie sich so mit ganzer Kraft für Menschen mit Behinderungen einsetzen. Dafür gilt Ihnen der ganze Dank der Stadt.“ Seiner Erfahrung nach, sprüht die Lebenshilfe vor tollen Ideen und viele davon sind mit Erfolg umgesetzt worden. So auch die Integrationskita „Entdeckerland“, die nach Meinung Bigalkes aus Falkensee nicht mehr wegzudenken sei. Er wünschte den Vereinsmitgliedern zum Schluss „für die nächsten 15 Jahre genau so viele kreative Ideen an den Tag zu legen“. Mit einem Rundgang über das Gelände überzeugten sich die Gäste aktuell von der Qualität der Vereinsarbeit. Während Margarethe von Finthel endlich einmal die Integrationskita besichtigen konnte, stellte Bürgermeister Bigalke wiederholt fest, wie gut ihm diese gefalle. Kita-Leiterin Marie-Luise Esser führte durch die Räume und erklärte so manche Besonderheit. Im Anschluss ging es im Zelt weiter mit den Feierlichkeiten.

Mehr über die Lebenshilfe Havelland e.V. erfahren Sie unter www.lebenshilfehavelland.de.

 

MAZ 19.06.06

Ein Radler in der Hand

Falkenseer Stadtverordnete auf Tour / Bauvorhaben an der Kita "Entdeckerland"

STEPHANIE REISINGER

 

FALKENSEE Kaum wieder zu erkennen in ihren Basecaps, Sonnenhüten, in Radlershorts und Sportshirts traten am Sonnabend 40 Falkenseer Stadtverordnete und Bürger am Rathaus an, um in ausgelassener Stimmung auf ihren Fahrrädern die Gartenstadt zu erkunden. Bei herrlichstem Sonnenschein traten sie kräftig in die Pedale und gelangten so in flottem Tempo zu Stationen, die mancher bisher nur aus den Diskussionen in der Stadtverordnetenversammlung (SVV) kannte. Es war die 16. Radtour des Stadtparlaments und die führte über das Gewerbegebiet Nord durch Finkenkrug hindurch bis zur Finkenkruger Straße.

Die Touren dienen neben der Vor-Ort-Besichtigung stadtpolitisch relevanter Plätze vor allem der überparteilichen Kommunikation. "Man darf in einer so großen Gruppe zu zweit nebeneinander fahren", verkündete denn auch SVV-Vorsitzender Thomas Fuhl (CDU) und wich alsdann nicht mehr von der Seite des SPD-Mannes Harald Höhlig. Dieser war jedoch weniger als Politiker denn als Baudezernent dabei und führte deshalb den ersten Teil der Radtour mit Erläuterungen zu Bauplanungen an. Als wichtigstes und aufwändigstes Vorhaben informierte Höhlig vor der Integrationskita "Entdeckerland" über den Bau einer lang gezogenen Verkehrsinsel noch in diesem Jahr. "Das wird zu erheblichen Beeinträchtigungen führen, weil hier dann wochenlang nur 

Immer dabei: Dieter Rach von der Bürgerinitiative Lindeweiher erläutert den radelnden Falkenseer Stadtverordneten die Problemen die es im Stadtteil Finkenkrug gibt  FOTOS: STEPHANIE REISINGER (2)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Darauf ein Radler! Die Falkenseer Radler Thomas Fuhl (links) und Harald Höhlig.

erhalten soll. "Dann werden hier auch die Wege für Reiter gesperrt", kündigte er an. Die Interessengemeinschaft Naherholung, die den lange vergessenen Lehrpfad wieder ins Gedächtnis bringen will, hatte über die Pferdehufe geklagt, die den Weg regelrecht zerhacken und ihm die Festigkeit nehmen.

Im schönen Finkenkrug erwartete Dieter Rach von der Bürgerinitiative Lindenweiher die Radler und zeigte ihnen die neue Lindenweiherbrücke. 15 000 Euro habe sie gekostet, sie sei mithilfe von Spenden und freiwilligen Arbeitseinsätzen errichtet worden. "Die Brücke gibt es seit nicht mal einem Jahr und wir haben schon jetzt Probleme mit Vandalismus", klagte er.

Dann traten die Stadtverordneten noch einmal kräftig in die Pedale und gelangten trotz aller Probleme noch immer gut gelaunt zum Energieversorger Eon-Edis an der Finkenkruger Straße, der Abschlussstation. Die überparteilichen Nebeneinanderradler Höhlig und Fuhl kommunizierten weiterhin bestens, nun mit einem Radler in der Hand.

einspurig gefahren werden kann", kündigte er an. Bei einer kleinen Führung über das Gelände der im Gewerbegebiet ansässigen Gartenbaufirma war zu erfahren, dass Gartenabfälle dort abgeliefert werden können. Angesichts der vielen illegalen Kompostberge in den Wäldern eine wertvolle Information. Auf einem Abstecher durch den Bredower Forst übernahm Grünflächenamtsleiter Thomas Zylla die Führung. Er informierte über illegale BMX-Anlagen, die in dem Naturschutzgebiet entstanden sind und vom Förster rigoros beseitigt würden. Um dieses Problem langfristig zu verhindern bemühe sich die Stadt Falkensee um eine öffentliche Anlage, so Zylla. Er sagte darüber hinaus, dass der 1930 angelegte Naturlehrpfad im September     eine     Gedenkstelle 

 

brawo 25.06.06

"Wir Brüten über neuen Ideen"

Lebenshilfe Havelland e.V. feierte 15. Jubiläum in Falkensee

Falkensee. Der guten Laune konnte sich kein Gast entziehen. 15 Jahre „Lebenshilfe Havelland e.V.“ galt es kürzlich zu feiern. Und so war die Stimmung in der Integrations-Kita in Falkensee entsprechend ausgelassen.

Als Marianne Matho zum Rednerpult schritt, um die Feier zu eröffnen, wurde sie von lautem Beifall begleitet. Die Vorstandschefin der Lebenshilfe erinnerte an den Beginn der Vereinsarbeit vor 15 Jahren. „Kein Gründungsmitglied hätte damals geahnt, wie positiv sich alles entwickeln wird“ sagte Marianne Matho. „Damals wie heute sind wir ein Elternverein der in allen Bereichen des Lebens für behinderte Menschen da sein will.“ Der Verein zählt heute 120 Mitglieder und 70 Mitarbeiter. „Aktiv am Leben teilzunehmen ist ein Grundbedürfnis

Von Anfang an dabei: Marianne Matho(l.) mit Falkensees Bürgermeister Jürgen Bigalke und Sozialdezernentin Margarethe von Fintel. Die Lebenshilfe feierte kürzlich 15. Geburtstag. Foto: Zychla

wünsche des Landrates. „Mein Anliegen ist es, Sie auch weiterhin zu unterstützen. Jeder gehört zu uns so wie er ist. Mit seinen Handicaps und seinen Vorzügen“, betonte die Sozialdezernentin.

Alles Gute wünschte auch der Bürgermeister Jürgen Bigalke: „Dass Sie sich so mit ganzer Kraft für behinderte Menschen einsetzen, dafür gilt Ihnen unser Dank.“ Seiner Erfahrung nach sprühe die Lebenshilfe nur so vor tollen Ideen. Viele davon seien erfolgreich umgesetzt worden. So auch die Integrations-Kita, die nach Meinung Bigalkes aus Falkensee nicht mehr wegzudenken ist. Auf einem Rundgang mit Kita-Leiterin Marie-Luise Esser über das Gelände der Integrations-Kita überzeugten sie die Gäste anschließend von der Qualität der Vereinsarbeit.

aller Menschen. Das setzt die Lebenshilfe mit Erfolg um“, erläuterte Marianne Matho. Als der SV Blau-Gelb-Falkensee eine Mannschaft der Lebenshilfe zum vereinseigenen Pfingstturnier einladen wollte, habe man nicht nein gesagt. „Seitdem wissen wir, dass wir auch gut Fußball spielen können.“ Die Falkenseer Integrations    -    Kita

„Entdeckerland“ ist das jüngste Erfolgsprojekt der Lebenshilfe. Dort werden 17 Kinder mit Behinderung gemeinsam mit 89 gesunden Kindern betreut. Demnächst soll eine Tagesförderstelle eingerichtet werden, informierte Marianne Matho.Margarethe von Fintel, Sozialdezernentin des Landkreises Havelland, überbrachte dem   Verein   die  Glück-

 

MAZ 20.06.06

Behindert, doch mittendrin

„Lebenshilfe“ feierte 15. Geburtstag der Kita „Entdeckeland“

MONIKA BERGMANN

 

FALKENSEE „Löse dich von dieser Erde!“, riefen die Kinder der Lebenshilfe-Kita „Endeckerland“ ihren imaginären fliegenden Teppich zu, der sie musikalisch einmal um die ganze Welt trug. Der integrative Kindergarten an der Falkenhagener Straße feierte am Sonnabend sein Sommerfest. Aber die Tänze der Kinder waren gleichzeitig ein gelungener Auftakt für das Jubiläumsfest der Lebenshilfe Havelland, eines Vereins, der sich vor 15 Jahren gründete, um Menschen mit geistiger Behinderung die Integration in den Alltag zu erleichtern.

„Als Eltern von behinderten Kindern wussten wir damals genau, was wir wollten“, erinnert sich Gründungs-mitglied Hubert Kaufhold. „Die Beschäftigung der etwa 60 Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Werkstatt für Behindertee sollte auch nach der Wende gesichert werden. Das war nur durch die Übernahme in freie Trägerschaft möglich.“ Ungefähr 30 Elternteile waren bei der Gründung des Vereines am 18. Juni 1991 anwesend. 17 trugen  sich  sofort  in die

Sommerfest im Integrationskindergarten "Entdeckerland" in Falkense. Die Kinder hatten ihren Spaß, die Großen nicht minder.

Frühförder- und Beratungsstelle in Rathenow von der „Lebenshilfe“ übernommen und zwei Jahre später in einem Neubau etabliert. Im Dezember 2000 erwarb der Verein in Falkensee die Grundstücke an der Berg- und Falkenhagener Straße, die heute ein Wohnhaus mit Hobbykeller und die Integrationskita „Endeckerland“ beherbergt. Der Kita-Neubau wurde 2003 eröffnet. Heute werden hier 17 behinderte und 89 nichtbehinderte Kinder betreut. Davon überzeugte sich am Sonnabend auch Magarethe von Fintel, die Sozialdezernentin des Kreises.

„Für die Zukunft wünsche ich mir eine Tagesförderstätte für Menschen mit starker Behinderung und für Behinderte im Rentenalter“, sagt Hubert Kaufhold. Dafür, dass auch geistig behinderte Menschen etwas von der Welt sehen können, wurde bereits etwas getan. Seit sechs Jahren gibt es die Lebenshilfe-Erlebnisreisen. Zwar nicht mit einem fliegenden Teppich, aber mit einmaligen Erlebnissen für Menschen, für die Reisen nichts Selbstverständliches ist.

Mitgliederliste ein. Doch unerwartet übernahm die Werkstatt dann die evangelische Kirche. Der neu gegründete Lebenshilfe e.V. konzentrierte sich statt dessen auf kleinere Projekte, die mit ehren-amtlicher Tätigkeit und ohne großes Kapital möglich waren. „Einen Computer zu beschaffen, war für uns damals eine richtig große Sache“, erinnert sich Hubert Kaufhold. Auch Marianne Matho, heutige Vorsitzende des Vereins, gehörte schon damals zu den engagierten Mitgliedern: „Es gab in der DDR wenig Hilfe für Eltern    mit   behinderten

Kindern. Wir wollten unsere Kinder aber nicht verstecken und ihnen ein menschenwürdiges Leben ermöglichen.“ Mit der Übernahme der Trägerschaft für die Behindertenwohnstätte vom Landkreis Havelland und dem folgenden Neubau in der Ruppiner Straße machte der Verein „Lebenshilfe“ einen bedeutenden Schritt in Richtung Wirtschaftlichkeit. Fachlich ausgebildete Mitarbeiter konnten eingestellt und mehrere betreute Wohngemeinschaften

 eröffnet werden.

Parallel dazu wurde 1997 die        heilpädagogische

 

MAZ 19.06.06

Die Lebenshilfe hat in neuen Trikots aufgespielt:

Noch muss ein wenig geübt werden

Die beiden Fußballmannschaften

Zum 25-jährigen Vereinsbestehen des SV Blau-Gelb Falkensee spielten die Fußballmannschaften der Lebenshilfe gegen die D-Jugend von Blau-Gelb. Der Kauf der Trikots und Trainings-anzüge   wurde   durch

eine Spende von 1000 Euro in Rahmen der 100-Jahre-Ceresit-Charity-Aktion des Düsseldorfer Unternehmens Henkel ermöglicht, die durch die Vermittlung von Blau-Gelb Falkensee zustande   kam.  Dafür

möchten wir uns recht herzlich bedanken, insbesondere bei Trainer Eberhardt sowie beim 1. Vorsitzenden Giersberg. Trotz Leidenschaft und einem Spielendstand von 4:4 haben wir leider das   Neun  -  Meter  -

Schießen verloren. In den neuen Trainingsanzügen werden wir aber eifrig trainieren und Blau-Gelb zum Rückspiel auffordern.

 

Jeanette Neudel

Lebenshilfe Havelland

 

MAZ 15.06.06

„Lebenshilfe“

feiert Geburtstag

FALKENSEE Vor 15 Jahren gründete sich der Verein der Lebenshilfe Havelland und legte damit den Grundstein für viele Projekte, die geistig und körperlich behinderte Menschen helfen sollten, sich besser ins alltägliche Leben zu integrieren. Das wird vom 16. bis 18. Juni gefeiert. Am Freitag beginnt das Fest mit einem Zeltkino, bei dem drei Filme zur Auswahl stehen. Es beginnt um 16 Uhr auf dem Gelände der Integrationskita „Entdeckerland“. Dort findet auch am Sonnabend die große Jubiläumsfeier mit einem Kinderfest  von 10 bis 13 Uhr statt. Anschließend kann man gegen einen Obolus von zehn Euro (ermäßigt fünf Euro) an einem Sommerabendfest von 17 bis 22 Uhr teilnehmen, bei dem es ein Buffet, eine Tomobla und Livemusik, unter anderem von „Rock’s Core“, gibt. Am Sonntag klingt das Jubiläum mit einem Frühshoppen ab 10 Uhr aus.

 

MAZ 09.06.06

Nach einem Benefizspiel mit den D-Junioren von Blau-Gelb Falkensee wurden 1000 Euro an den Verein Lebenshilfe Havelland für geistig Behinderte übergeben.        FOTO KONRAD RADON

 

MAZ 31.05.06

Textauszug

Pfingsten - Zeit der Turniere

Blau-Gelb Falkensee feiert Vereinsjubiläum / Die Rocky-Brüder kicken in Paulineaue

AXEL EIFERT

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HAVELLAND Zu Pfingsten sind die Fußball-Punktspiele in vielen Ligen schon beendet, andere legen noch einmal eine letzte kurze Saisonpause ein. An diesen Feiertagen werden deshalb traditionell große Turniere ausgetragen wie in diesem Jahr beim Verein Blau-Gelb Falkensee, der so sein 25-jähriges Bestehen feiert, und beim ESV Lok Elstal. In Paulineaue gibt es am Sonnabend ein großes Altherren-Turnier mit zehn Mannschaften, darunter Rockys Allstar Team mit den beiden ehemaligen Profibox-Weltmeistern Graciano und Ralf Rocchigiani aus Berlin. In jedem Fall sollen es wieder kleine Volksfeste werden, bei denen vor allem den Familien mit ihren Kindern neben dem Fußball noch vieles mehr geboten wird.

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Blau-Gelb Falkensee wird 25

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Eigentlich ist der richtige Jubiläums-termin   des   SV  Blau-Gelb  Falkensee 

schon der 16. März dieses Jahres gewesen, denn an diesem Tag vor 25 Jahren wurde der Verein unter dem Namen BSG Möbel Falkensee gegründet. Da zu diesem Termin aber noch strenger Winter herrschte und die vereisten Plätze keine sportliche Aktivitäten im Freien zuließen, entschlossen sich die Blau-Gelb-Verantwortlichen, die richtigen Feierlichkeiten auf Pfingsten zu verlegen. Drei Tage geht es dabei von morgens bis abends auf dem Sportplatz an der Falkenseer Ringpromenade rund. Zur Eröffnung am Sonnabend um 9 Uhr hat sich Falkensees Bürgermeister Jürgen Bigalke angesagt. Danach finden Turniere von den Minis bis zu den Alten Herren statt. Es gibt Ehrungen verdienter Sportler, ehrenamtlicher Helfer und Sponsoren. Die D-Jugend von Blau-Gelb und ihre Betreuer tragen am Samstag (14 Uhr) ein Spiel zu Gunsten der Lebenshilfe Havelland aus. Das Spielmobil mit Hüpfburg ist am Sonnabend und Montag vor Ort. Abends ist Tanz im „Saftladen“ angesagt, am Sonnabend gibt es dort ab 16 Uhr eine Kinderdisco. (...)

 

 

MAZ 27.04.06

Schönwalder Linedancer haben die Lebenshilfe in Falkensee besucht:

 

Ein Publikum, das mitgeht und ganz bei der Sache ist

 

Das Jahr 2005 neigte sich dem Ende zu, als wir, die Interessengemeinschaft Schönwalder Linedancer, eine Anfrage nach einem Auftritt in der Wohnstätte des Vereins Lebenshilfe Havelland in Falkensee erhielten. Alle Mitglieder unserer Interessengemeinschaft, die am Tag des Auftritts nichts durch Job, Krankheit oder anderweitig verhindert waren, sagten sofort ihre Teilnahme zu. Es war das erste Mal, dass wir vor behinderten Menschen auftreten werden und keiner von uns wusste, wie diese unseren Auftritt aufnehmen würden.

 

Im Nachhinein muss ich sagen, dass wir vor der Begegnung aufgeregter waren als unsere Gastgeber, die uns beim Eintreffen in der Wohnstätte in der Ruppiner Straße mit viel Beifall und Erwartung in Empfang nahmen. Jedem wurde ein Parkplatz zugewiesen und sofort ging es in den Veranstaltungsraum, wo wir von Betreuerin Anja Feller und weiteren Bewohnern der Wohnstätte begrüßt wurden.

 

Auch wenn wir uns sehr viel Mühe bei der Zusammenstellung der Tänze für den Auftritt gegeben hatten, aber solch ein begeistertes und emotional toll mitgehendes Publikum hatten wir noch nicht erlebt. Von Anfang am wurden unsere Tänzerinnen und Tänzer angefeuert und eine Zugabe nach der anderen wurde gegeben, wobei viele der Bewohner es sich nicht nehmen ließen, sich auch selbst im Linedance zu versuchen.

 

Wir waren von dieser Begegnung sehr bewegt und sagten deshalb spontan unser erneutes Kommen am Tag der Begegnung im April zu. Hatten wir bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel gewusst über die Bewohner der Wohnstätte des Lebenshilfevereins in der Ruppiner Straße und die verantwortungsvolle Arbeit der dort tätigen Betreuer, so sollte sich das in der Folgezeit ändern. So werden in der Wohnstätte 32 Menschen mit geistiger Behinderung betreut, wovon 24 Bewohner die Werkstatt für behinderte Menschen besuchen. Sechs Schwerstmehrfachbehinderte und zwei Rentner werden tagsüber im eigenen Förder- und Beschäftigungsbereich der Wohnstätte betreut, gefördert und beschäftigt. Durch die in der Wohnstätte tätigen Betreuer, die sich als Sprachrohr für diese Menschen verstehen, ist eine enorme verantwortliche und verantwortungsvolle Arbeit zu leisten, gilt es doch im umfassendsten Sinne, diese Menschen nicht nur zu betreuen, sondern auch in enger Zusammenarbeit mit den gesetzlichen Vertretern, Behörden und Ämtern die Interessen der zu betreuenden Person zu vertreten. Dazu gehört natürlich auch die tägliche Organisation vielfältigster Abläufe und Veranstaltungen. Das erfordert eine spezielle Ausbildung der Betreuer und ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, Akzeptanz und Kreativität.

 

So werden die Bewohner ganztägig umsorgt und begleitet. Die Begleitung erfolgt unter anderem in folgenden Bereichen: lebenspraktischer Bereich (Kochen, Körperpflege, Wäschepflege, Reinigungsarbeiten), Sozialbereich (Selbstständigkeit, Selbstverantwortung, Partnerschaft, Kommunikation, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben), Gesundheit und Freizeit. Die Freizeitgestaltung reicht von Entspannungsabenden, Fernsehen, Musik hören, Ausflügen, Festen, Diskos, Kochkursen und Bastelnachmittagen bis hin zu Urlaubsfahrten. SO wird auch der kommende Tag der Begegnung an diesem Sonnabend, 29. April, ein ganz normaler Höhepunkt für die Bewohner werden.

 

Wir Linedancer aus der Nachbargemeinde Schönwalde-Glien freuen uns schon jetzt, zusammen mit unserer Kinder-Linedance-Gruppe von der Grundschule Schönwalde auf die neuerliche Begegnung mit den Menschen in der Wohnstätte des Vereins Lebenshilfe Havelland in der Ruppiner Straße und möchten mit unserem Auftritt einen kleinen Beitrag für viel Spaß und Freude an diesem Tag leisten, so dass es mehr als eine Begegnung bleibt.

 

Heinz Bode

Interessengemeinschaft

Schönwalder Lindedancer

 

MAZ 14.12.05

Jesus wird erst mal groß

Kinder aus der Integrationskita besuchen Kirche in Finkenkrug

Entdecker: Lennart, Yannick, Pia, Luise, Max, Felix und Nina (von links) haben die Holzkrippe im Pfarrhaus der evangelischen Gemeinde Neufinkenkrug in Besitz genommen.      FOTO: STEPHANIE REISINGER

STEPHANIE REISINGER

 

FALKENSEE  „Wird der Jesus auch mal groß?“, fragt Yanick die Pfarrerin. Sie erzählt zwölf Kindern aus der Falkenseer Integrationskita „Entdeckerland“ die Weihnachtsgeschichte. Anlässlich der nahenden Festtage haben die Drei- bis Vierjährigen gestern in Begleitung ihrer Erzieherinnen die evangelische Kirchengemeinde Neufinkenkrug besucht. „Es ist das erste Mal. Dass eine Kitagruppe zu uns kommt“, sagte Gemeindepfarrerin Anneliese Hergenröther.

...Beim Besuch in der Kirche ist auch zu spüren, dass das Haus einigen der Kinder fremd ist. Ein Mädchen hat Angst, die Orgel finden alle spannend, ein Junge wundert sich mit großen Augen, dass Jesus nicht gekommen ist. Knapp 40000 Einwohner hat Falkensee. Nur rund 10000 davon sind Mitglieder in den Kirchengemeinden. Obwohl sie viele Veranstaltungen  auch für Kinder anbieten, bleibt das Interesse der meisten Nichtmitglieder auf die Weihnachtszeit beschränkt. Darauf reagieren die Kirchen mit großen Angebot von Weihnachtens- und Jahresendeveranstaltungen.

Auch die Finkenkruger Kirche, obwohl sie gerade saniert wird. Hier werden drei der fünf Gottesdienste am 24. Dezember speziell für Kinder vorbereitet.

...Die gelbe Fassade des Gotteshauses an der Karl-Marx-Straße wurde bereits 2003 fertig gestellt. Zu ihrem 80. Geburtstag am 31. Oktober 2006 soll auch der Innenraum in neuem Glanz erstrahlen. Die Fußbodenheizung ist gerade eingebaut, die nächste Bauphase steht an. Deshalb wechseln die Kitakinder im Anschluss an die Kirchenbesichtigung ins Pfarrhaus. Die Pfarrerin veranschaulicht anhand einer Holzkrippe die Geschichte von Maria und Joseph und dem Jesuskind. Die Kinder Lauschen gebannt, dann kommt die Frage, ob das Jesuskind auch einmal groß wird. Dass der kleine Jesus in der Holzkrippe derselbe ist, der direkt oberhalb der Krippe am Kreuz hängt, das bringen die Kinder noch nicht zusammen. Sie lassen ihn erst mal groß werden, wie sie selbst es werden wollen, ohne schmerzhaftes Ende. Für die Beschäftigung damit haben sie mindestens noch bis Ostern Zeit.

 

MAZ 24.10.05

In guten Händen

Die Falkenseerin Ilrike Herzog ist dreifache Mutter und engagiert sich in einer Selbsthilfegruppe für Eltern behinderter Kinder

Monika Bergmann

Falkensee Ulrike Herzog wohnt mit drei Kindern in Falkensee, und sie sagt: “Das Schwerste am Alltag mit einem behinderten Kind ist es, sich ab und zu einmal frei zu schaufeln und sein Kind in guten Händen zu wissen.“ Sie weiß, wovon sie spricht, denn ihr zweites Kind hat seit seiner Geburt komplexe körperliche Behinderungen. „Mein Sohn hat seine ganz eigene Art zu Laufen und reagiert auf manche Situation besonders stark, aber wer kann schon sagen was „normal“ ist, beschreibt die Mutter die Auswirkungen der Behinderung.

Jan ist jetzt acht Jahre alt und hat inzwischen seinen Platz in einer Schule für behinderte Kinder in Potsdam gefunden. Doch nicht immer gab es für den aufgeweckten Jungen eine fachgerechte Betreuung. "Als wir 1999 von Berlin 

nach Falkensee zogen, war Jan zwei Jahre alt, meine Tochter Natalie war fünf. Mit seinen spastischen Lähmungen und seiner gravierenden Schwerhörigkeit konnte ihn hier keine Kindereinrichtung betreuen“, erzählt Ulrike Herzog. Sie war zum Zeitpunkt des Umzuges zum dritten Mal schwanger und hätte täglich ein paar Stunden sich gebraucht, zumal die Therapie des damals Zweijährigen ständige Fahrten nach

Berlin erforderten. Viel schlimmer noch wurde es, als der kleine Nils geboren wurde, der eigentlich kerngesund war und doch nach neun Tagen im Krankenhaus an einer Blutvergiftung starb. „Einen Betreuer nur für Jan wollte das Sozialamt nicht bewilligen, und so fand ich erst 2002 einen Kitaplatz für meinen Sohn, wo er von einer Frau betreut wurde, die eigentlich Keramikerin war und über das Arbeitsamt diesen Job

bekam. Dort wurde Jan sehr liebevoll betreut, fand jedoch keinen Anschluss zu den anderen Kindern“, sagt die gelernte Heilerziehungspflegerin. Erst nach einem Kitawechsel fand Jan endlich Freunde. Hier gab es eine Erzieherin mit sonderpädagogischer Ausbildung, da sich der speziellen Anforderungen des Jungen annahm und ihm voll in der Kitaalltag integrierte. Ulrike Herzog hatte sich inzwischen der Selbsthilfegruppe „Eskimo“(www.shg-eskimo.de) für Eltern behinderter Kinder in Falkensee zu bauen. „Jan wurde dann dort aufgenommen und konnte von nun an optimal gefördert werden. Durch eine Operation vor eineinhalb Jahren konnte sein Hörvermögen enorm gesteigert werden.

Er lernte endlich laufen und konnte im letzten Jahr in den Taub-/Blindbereich der Oberlin-Schule in Potsdam eingeschult werden. Trotz mehrerer folgender Fehlgeburten gaben Ulrike Herzog und ihr Mann den Wunsch nach einem weiteren Kind nicht auf, und so kam vor drei Jahren ihr Sohn Marc zur Welt. Er gehört heute zu den gesunden Kindern in der Falkenseer Integrationskita „Entdeckerland“. Hier erlernen die Kinder den respektvollen Umgang mit behinderten Kindern. Wer Kontakt zu anderen Eltern sucht oder Hilfe braucht, kann sich melden unter (0 33 22)20 93 10 oder (03 32 34) 8 63 89. Die Selbsthilfegruppe trifft sich jeden letzten Freitag im Monat.

Ulrike Herzog lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Falkensee

 

MAZ 22.08.05

Sonnenschein bestellt

Lebenshilfe feierte Sommerfest im „Entdeckerland“

MONIKA BERGMANN

FALKENSEE Das war doch mal ein Sommerfest, das wirklich seinen Namen verdiente. Die Lebenshilfe Havelland e.V. feierte am Sonnabend mit vielen tollen Aktionen ihren 15. Geburtstag auf dem Gelände der Falkenseer Kita „Entdeckerland“ in der Falkenhagener Straße 95/97. Offenbar hatte das Organisationsteam den Sonnenschein gleich mit bestellt, denn der Tag zeigte sich von seiner freundlichsten Seite. Geschäftsführer Uwe Piel und seine Mitarbeiterinnen Jeanette Neudel und Nadine Berger hatten ganze Arbeit geleistet, um das Ereignis zu einem Erfolg für alle Besucher werden zu lassen.

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Mit einem bunten Programm, das die Kita-Kinder, die Akrobatikgruppe der Förderschule Falkensee und Schulkinder aus Brieselang gestaltet hatten, wurden die kleinen und großen Besucher besten unterhalten. „Seit dem Vormittag war es hier auf dem Festplatz gut gefüllt“, sagte Jeanette Neudel. „Natürlich nehmen die Vorbereitungen immer viel Zeit in Anspruch“, ergänzte Nadine Berger, „ aber die Praktikantinnen und auch die Kinder haben geholfen, so dass wir rechtzeitig fertig wurden.“ Besonders gut gefiel Kindern  und Erwachsenen die 

Lebenslustig: Auch die jüngsten Kita-Kinder traten auf.

Animation des Entertainers Andy Trillhase aus Dessau, der unter dem Titel „Gemeinsam stark!“ zahlreiche Über-raschungen mitgebracht hatte. Die Pausen zwischen den Darbietungen überbrückte er mit Ballonzauberei, wobei er für die kleinen Zuschauer Tiere aus langen Luftballons formte und Geschichte über das jeweilige Tier zum Besten gab.

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An den Mal- und Basteltischen herrschte reger Andrang, besondere Höhepunkte waren die Erbsenschlagmaschine und das Wasserbombenwerfen auf ein Clownsgesicht. Beim Dosenwerfen und Torwand-schießen konnten kleine Gewinne errungen werden, in den Schatten-pavillons auf dem Spielgelände wurden Kinder

zu Schmetterlingen oder Raubkatzen geschminkt. Interessierte konnten sich währenddessen über die Arbeit der Lebenshilfe Havelland e.V. und über die Kita „Entdeckerland“ informieren. Die Polizei bot Rundfahrten mit dem Mannschaftswagen an; und jeder konnte mal eine schusssichere Weste anprobieren und sich das Arbeitsmaterial wie Funkgerät und Schlagstock aus der Nähe ansehen.

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Höhepunkt des Festes war jedoch die Miniplaybackshow am frühen Nachmittag, wo sich Kinder an den Songs ihrer Lieblingsstars versuchten. Mit Discomusik von Discjockey Andy Trillhase klang das Sommerfest aus.

 

MAZ 02.02.05

Ein Programm muss ersonnen, Idee für Idee ausgewertet  werden. Das Festkomitee der Lebenshilfe Havelland, hier Monika Mohri, Doris Rutz, Sabrina Gierschner, Marko Lechner und Uwe Piel (v.l.n.r.), trifft sich monatlich zum "Geistesblitzen".   FOTOS: Konrad Radon

Akustische Bewerbungen

Lebenshilfe sucht für Jubiläum 2006 auftrittswillige Hobbymusiker

FALKENSEE Von Rock bis Schlager ist alles erlaubt. Von Schülerband bis Seniorenkombo sind alle willkommen. Egal ob aus Falkensee, dem Havelland oder den Nachbarkreisen. "Musik kennt keine Grenzen"- der Verein Lebenshilfe Havelland nimmt das Motto wörtlich. "Wir suchen Menschen, die Spaß am Musizieren haben, ihre Freude ausstrahlen und andere mit der Stimmung anstecken können", sagt Doris Rutz.

Im Juni kommenden Jahres ist zum 15. Gründungsjubiläum des Vereins, der behinderte Menschen und ihre Angehörigen unterstütz, ein Musikfestival geplant.

Fünf Bühnenauftritte, vermutlich sogar einige mehr, hat die Lebenshilfe zu 

vergeben: Wer mit Mikrofon und Instrumenten vertraut ist, kann sich schrift-lich, aber unbedingt mit CD, Kassette oder Video bewerben.

"Die ersten Einsendungen haben uns erreicht." Doris Rutz, die den Bereich Familie und Freizeit leitet, wedelt vor ihren Mitstreitern mit CD's den akustischen Bewerbungsunterlagen. Bisher haben sich Bands der rockigeren Klänge beim Festkomitee vorgestellt. Auch die Musikschule hat ihr Interesse bekundet.

Genaue Daten können die Planer, die sich monatlich zum Ideen-austausch treffen, noch nicht präsentieren. "Fest steht, dass die Jubiläumsfeier in Falkensee stattfindet und das Konzert an 

einem Sonnabend steigt", sagt Geschäftsführer Uwe Piel. Verglichen mit dem Akt zum zehnjährigen Bestehen des Vereins - damals feierte man häppchenweise über die ganze Woche verteilt - werde die Gaudi 2006 "kürzer, aber größer". Ein Wochenende ist vorgesehen. Eingeladen sind die für die Lebenshilfe wichtigsten Menschen - Behinderte und ihre Familien. "Wir feiern keine Feste ohne sie", sagt Doris Rutz bestimmt. Das Unterhaltungsprogramm wird entsprechend abgestimmt. "Und selbstverständlich können auch Behinderte am Musikfestival teilnehmen."

Am 18.Juni 1991 gründete sich auf Elterninitiative die 

Lebenshilfe in Falkensee. Ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte war der Neubau der Wohnstätte 1998 und 1999. Ein Jahr später kaufte die Lebenshilfe die Grundstücke Bergstraße 11 und Falkenhagener Straße 97, wo sie die aus DDR-Zeiten stammende Bauruine zum Wohngemeindehaus und Sitz des Beschäftigungsprojekts Indura (Integration durch Arbeit) um und ausbauten. 2003 wurde dort die Integrationskita errichtet.

>Bewerbungen sind bis zum 31.März zu richten an: Lebenshilfe Havelland e.V., Geschäftsstelle Ruppiner Straße 30/32, 14612 Falkensee oder telefonisch bei Marko Lechner 0160/1778890

 

 

MAZ 17.12.04

Bastelzeit bei der Lebenshilfe Havelland e.V.

Die Laternen leuchten

Wenn die Tage kürzer werden und die Sonne nur noch wenig scheint, wenn es draußen kalt und feucht ist, dann ist bei uns, der Lebenshilfe Havelland e.V., wieder einmal soweit – es ist Bastelzeit. Jedes Jahr denken sich die Mitarbeiter etwas Neues, Interessantes aus. Mal waren es Adventsgestecke, mal gestalteten wir Kerzen und mal bastelten wir Türkränze mit den Kindern.

In diesem Jahr waren es Laternen, die die Kinder zum Martinsumzug nehmen konnten und die sie hinterher als Stimmungslicht für die Adventszeit nutzen können. Das Alter der Bastelkinder lag zwischen fünf und sechs Jahren, da bei dieser Bastelarbeit schon viel Geschick nötig war.

Aber kein Kind musste Angst haben, alles allein zu tun, denn alle Mitarbeiterinnen waren anwesend und halfen den Kindern.

Als erstes mussten die vier Laternenfenster gestaltet werden. Dafür gab es jede Menge unterschiedliches Material, bei dessen Auswahl uns Frau Peters von „Vronis Kinderland“ in Premnitz beriet: Transparentpapier in Weiß und in verschiedenen Farbtönen sowie     bunt    bedruckt.    Oder    feste

Durchsichtige Folie, die mit Sternen und Herzen beklebt werden konnten. Wenn diese Motive nicht gefielen, der schnitt sich eigene Motive aus selbstklebender holograpischer oder nachleuchtender Folie aus.

Dann mussten die Laternen zusammengeklebt werden. Während sie trockneten, gab es Lebkuchen, Saft und Naschereien. Zum Schluss setzten wir ein Teelicht in die Mitte der Laterne ein. Diese befestigten wir an einem Stock und zogen mit unserer leuchtenden Laterne durch unser Haus.

Die Kinder zogen singend ihren Eltern entgegen. Diese warteten gespannt vor unserer Frühförderstelle in der Heidefeldstraße 56 in Rathenow. Die gebastelten Laternen waren wunderschön gelungen und veranstalten ein angenehmes Licht.

Die Begeisterung auf  den Gesichtern der Kinder war für uns Frühförderinnen der Lohn für einen gelungen Nachmittag mit den Kindern. Wir werden an der Tradition der Bastelnachmittage in unserer Frühförderstelle festhalten.

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S.Giese, Frühförderin interdisziplinäre Frühförderstelle Rathenow

 

MAZ 05.11.04

Netzwerk

ANKE FRIEBRANZ

Welche Förderschule ist geeignet? Wo gibt es Integrationskitas? Welche Hilfsmittel stehen meinem Kind zu? Was ist der Pflegestufe? Eltern von behinderten Kindern müssen ihren Nachwuchs oft rund um die Uhr betreuen. Gleichzeitig haben sie viele spezielle Probleme zu lösen. Ein stressiger Alltag. Warum aber soll jeder immer wieder für sich Lösungen suchen?

Das fragten sich Eltern schon 1996 und gründeten die Selbsthilfegruppe Eskimo. Die folgt dem Trend „Betroffene helfen Betroffenen“ und ist damit gut gefahren. Eskimo-Mitglieder haben sich für den Bau der Integrationskita in Falkensee eingesetzt. Dabei dachten sie schon an die nächste Generation, da ihre eigenen Sprösslinge inzwischen aus dem Kindergartenalter heraus waren. Als es im Sommer Probleme mit Fahrtkosten für behinderte Schüler gab, waren es Angehörige der Selbsthilfegruppe, die nachhackten und Änderungen vom Kreis verlangten.

Wer sich meldet, wird wahrgenommen, so die Erfahrung der „Eskimos“. Der Erfolg bei vergangen Aktionen hat sie selbstbewusster gemacht. Neue Mitstreiter suchen sie dennoch: Schließlich sind noch viele spezielle Probleme zu lösen. Da kann die Lobby nicht groß genug sein.

 

MAZ 05.11.04

Durchatmen unter Gleichgesinnten

Bei den "Eskimos" helfen sich Eltern behinderter Kinder aus dem Osthavelland

ANKE FIEBRANZ

FALKENSEE "Für mich ist es zu Beginn schön gewesen, sich einfach nur hinzusetzen. Ein paar Stunden für sich zu sein und zu wissen, das Kind ist betreut." Ulrike Herzog beschreibt ihre Anfänge in der Selbsthilfegruppe Eskimo. Dort sind Eltern, meist Mütter, behinderter Kinder aus dem Osthavelland vereint. "Eltern suchen Kontakt, Information, Orientierung" - das steckt hinter den einzelnen Buchstaben von Eskimo.

An jedem letzten Freitag im Monat treffen sich die "Eskimos" in Falkensee, in den Räumen der Lebenshilfe. Sie kommen nicht nur aus der Gartenstadt, sondern auch aus Pausin, Hoppenrade, Brieselang oder Nauen. Während die Eltern für ein paar Stunden zusammensitzen, werden die Kinder nebenan in den Räumen der neuen Integrationskita "Entdeckeland" betreut.

Mütter und Väter versammeln sich derweil um einen großen Tisch. Eine Kaffeetafel. "Wir sind aber kein Mutti-Verein", sagt Birgit Kreuter, wie um diesen Eindruck vorzubeugen.

Die "Eskimos" bei ihrem monatlichem Treffen in Falkensee. Auch zwischen den Terminen verabreden sie sich oder telefonieren. Das Netzwerk funktioniert mittlerweile gut.   FOTO: MAZ/ANKE FIEBRANZ

Monika Brinkmann haben in dieser Angelegenheit schon Kontakte mit der Agentur für Arbeit und dem Saozialamt aufgenommen, ein nächstes Treffen gibt es jetzt im November. Beide Frauen engagieren sich nicht nur bei Eskimo, sondern auch im Förderverein bzw. als Sprecherin der Schulkonferenz der Förderschule Markee, wo ihre Kinder lernen.

Genug Plätze im Beschäftigungs- und Förderbereich sind aus mehreren Gründen wichtig. Dort würden die Behinderten Neues lernen, mancher könnte dann sogar in die Werkstatt schaffen. Kommen sie aber nicht unter und sitzen statt dessen zu Hause, dürfte nicht nur manche Fähigkeit verkümmern. Ihre berufstätigen Eltern müssten zur Betreuung sogar den Job an den Nagel hängen. Für die "Eskimos" geht es um das Recht behinderter Kinder sich abzunabeln. Dafür wollen sie weiter streiten.

> Die Selbsthilfegruppe freut sich über neue Mitglieder. Viele Infos sind im Internet unter www.shg-eskimo.de zu finden. Die E-Mail-Adresse lautet eskimo_shg@web.de

"Unser Anspruch ist sich gegenseitig zu helfen." "Bei vielen Themen ist es doch besser, man weiß vorher, worauf es ankommt", findet Andrea Freisinger. Die Falkenseerin gehörte 1996 zu den Gründungsmitgliedern von Eskimo. Wie gut es ist aus dem Erfahrungs-schatz der anderen zu schöpfen, hat Karin Brand erlebt. "Mir hat die Selbsthilfegruppe sehr geholfen, als ich meinen Sohn Felix einschulen wollte." Trotz Empfehlung des Förderausschusses dauerte der Kampf mit den Ämtern ein ganzes Jahr, bis endlich klar war, dass das geistig und körperlich behinderte Kind auf die

Oberlinschule nach Potsdam gehen konnte. "Das hätten wir allein kaum geschafft", sagt Karin Brand für Ihre Familie. Was sich viele in der Runde wünschen ist, dass die Behörden jede Kind als einen Einzelfall sehen, und nicht alle anhand von Akten über einen Kamm scheren. "Warum beziehen Ämter uns nicht ein? Wir Eltern können denken und lesen und wollen unsere Zeit sinnvoll einsetzen, nicht im Behördenkampf", so Birgit Kreuter.

Die Mütter und Väter der oft schwerst mehrfach behinderten Kinder haben häufig das Gefühl, keine Zeit zum Durchatmen zu haben.

"Kaum ist ein Problem gelöst, gibt es schon das nächste", so Karin Brand. Nun ist ihr Sohn in der Schule, aber sie macht sich schon jetzt Gedanken, was wird, wenn er die beendet hat. Diese Zukunftssorgen teilt sie mit vielen anderen bei Eskimo. Die konkrete Befürchtung: Für die Kinder, die später nicht in der Lage sein werden in einer Behindertenwerkstatt zu arbeiten, gebe es nicht genug Plätze im so genannten Förder-und Beschäftigungsbereich. "Dass dort Mangel herrscht, müssen wir dem Landkreis klar machen", so die Falkenseerin Freisinger. Birgit Armbruster und

 

MAZ 30.08.04

Notstand nicht ersichtlich

Landkreis macht Gesprächsangebot

HAVELLAND   Möglichst früh wollen Eltern behinderter Kinder wissen, wie ihre Schützlinge nach dem Verlassen der Frühförderschule betreut werden (siehe Beitrag auf dieser Seite). Sie machen sich Sorgen, dass die Plätze im so genannten Förder- und Beschäftigungsbereich, die der Landkreis Havelland vorhalten muss, nicht ausreichen.

"Wir können da aus unserer Sicht so nicht bestätigen", sagte Anett Kleinke, Sprecherin des Landkreises auf MAZ-Anfrage. Alle, die den Wunsch auf solche einen Platz geäußert hätten, seien untergebracht worden. Die Kapazität richte sich nach Landesvorgabe. In Brandenburg wird der Bedarf für die Planung von stationären Einrichtungen für schwerst mehrfach behinderte Menschen  mit 0,2 Prozent der Gesamtbevölkerung über 18 Jahren angegeben. Daraus ergeben sich rechnerisch 252 Plätze. "Wir halten derzeit 241 vor. Dazu kommen 103 geistig und mehrfach behinderte Menschen, die außerhalb des Landkreises betreut werden. Dies geschieht auf Wunsch der Angehörigen", so die Sprecherin.

Aufgrund der Fakten sei kein Notstand ersichtlich, so Anett Kleinke. Unter den Abgängern der beiden Förderschulen des Landkreises seien im Schnitt zwei, die aufgrund ihres Handicaps nicht in Werkstätten betreut werden könnten, 

sondern in den Förderungs- und Beschäftigungsbereich übergingen. Die Sprecherin räumte ein, dass sich diese Erfahrungen auf die behinderten Menschen beziehe, die im Kreis zur Schule gehen.

Eine vorausschauende und langfristige Planung wie sie die Selbsthilfegruppe Eskimo fordert, sei aus Datenschutzgründen schwierig, sagte Anett Kleinke. SO werde in Deutschland die Zahl der behinderten Kinder von Ämtern nicht erfasst. Ärzte müssten keine Rückmeldungen geben. Auch aus den Schwerbehindertenausweisen ließe sich wenig ableiten. Ersten hätten nur etwa 20 Prozent der Kinder einen, zweitens müssten dort nicht alle Behinderungen aufgeführt werden.

Da das Thema so komplex ist, sei das Kreis-Sozialamt gerne bereit, mit der Selbsthilfe-Gruppe in Kontakt zu treten und ein Gespräch zu führen, so Anett Kleinke.                                             af

 

Gutachten

Ob Behinderte nach dem Ausscheiden aus der Förderschule in die Behindertenwerkstatt oder in den Förder-und Beschäftigungsbereich wechseln, entscheidet nicht das Sozialamt des Kreises, sondern die Agentur für Arbeit aufgrund eines Gutachtens. Dafür werden die Behinderten sechs Monate lang begleitet und dann eingestuft.          MAZ

 

MAZ 30.08.04

Fesselnde Vorstellung

Beim Sommerfest der Lebenshilfe Havelland, die am Sonnabend auf das Gelände des Integrationskindergartens in Falkensee geladen hatte, kam zwar manche Regenwolke, aber niemals Langweile auf. Die Kinder hatten ihre Freude an Clownerie, Klanggeschichten, Musik und lustigen Spielen. Und auch die großen Leute hatten Spaß dabei.

FOTO: Marko Priske

 

MAZ 26.08.04

Gemeinsam feiern

Sommerfest bei der Lebenshilfe

FALKENSEE 

Der Verein Lebenshilfe Havelland lädt am Sonnabend, 28. August, von 10 bis 16 Uhr zum Sommerfest ein. Es findet auf dem Gelände des neuen Integrationskindergartens "Entdeckerland" in der Falkenhagener Straße 95/96 statt. Vorbereitet ist ein buntes Programm mit Clownerie,  Glücksrad,  Tanzgruppe   und   Quintett.    Ein    Trödelbasar lädt    zum

Stöbern   und    Kaufen ein, ein Eiswagen wird erwartet und auch sonst ist für Essen und Trinken gesorgt.

Der Verein Lebenshilfe unterhält in Falkensee neben dem Integrationskinder- garten mit seinen 89 Plätzen auch den "Spaßkeller" als Freizeitstätte für geistig Behinderte Kinder und Jugendliche sowie eine Wohnstätte für 32 geistig behinderte Erwachsene in der Ruppiner Straße.

MAZ

 

MAZ 17./18.08.04

Ein heiteres, offenes Haus

Minister besuchte geistig Behinderte

FALKENSEE

"Ach, Sie sind jetzt die Frau Hildebrandt?", fragte eine der Bewohnerinnen, und sie strahlte Sozialminister Günter Baaske an, als wäre ihr der Heiland erschienen. Seine Vorgängerin ist in dieser Wohnstätte für geistig Behinderte in Falkensee noch sehr präsent. Denn es war Regine Hildebrandt, die dieses Ensemble auf einer Anhöhe an der Ruppiner Straße 1998 eröffnet hatte - ein Projekt der Lebenshilfe Havelland. Das war damals ein tolles Fest, denn zuvor hatten die Männer und Frauen beengt gelebt.

Am Donnerstag nun sahen sich Minister Günter Baaske und mit ihm Landrat Burkhard Schröder (beide SPD) sowie Margarethe von Fintel, die Sozialdezernentin des Landkreises, in der Einrichtung um, die 32 geistig behinderten Erwachsenen im Alter von 21 bis 63 Jahren ein Zuhause gibt. Doch nur jeder Zweite hat noch Bindungen an seine Familie. Wer dieses Hinterland noch besitzt, verlässt das Wohnheim oft am Wochenende oder fährt mit seinen Angehörigen in den Urlaub. Aber alle Bewohner kehren auch gerne wieder in ihre vier Wände zurück, die ihnen in dieser farbenfrohen Wohnanlage als eigenes      Refugium     zur    Verfügung

stehen.Hier leben auch die Freunde, die Betreuter, die helfen, fordern und trösten - ganz wie es die Situation erfordert. Und denen die heitere, offene Atmosphäre zu verdanken ist, die die Besucher sofort ansprach.

"In der Philosophie der Lebenshilfe geht man davon aus, dass geistig Behinderte Menschen sind wie du und ich, mit den gleichen Bedürfnissen, mit Rechten und Pflichten", sagt Uwe Piel, Geschäftsführer der Lebenshilfe Havelland, einer von 21 Lebenshilfe Vereinen im Land. Der havelländische wurde 1991 gegründet, um damals den Niedergang der geschützten Werkstatt Falkensee zu verhindern. Das gelang. Seit 2001 steht mit der Theodor-Fliedner-Werkstatt sogar ein Neubau an der Spandauer Straße - in Trägerschaft des Landesausschusses für Innere Mission. In dieser Werkstatt arbeitet die Mehrzahl der Heimbewohner. Doch bald erreichen viele das Rentenalter. Wie wird dann die Betreuung organisiert und finanziert? Ein Thema, mit dem sich die Politik beschäftigen muss. Denn bisher lebten wenige alte debile Menschen in Deutschland. Eine ganze Generation wurde im "Dritten Reich" zu "lebensunwertem Leben" gestempelt und ausgelöscht.

Berührungsängste sind Minister Baaske fremd.

FOTO: MAZ/MÜLLER

 

MAZ 10./11.07.04

Eine Bude am Scheinwerferberg

Verein Lebenshilfe bietet Behinderten Ferienspiele in Falkensee an

HITRUD MÜLLER

FALKENSEE  

Eine Schiffspartie macht hungrig. Folglich sind die Käsetoast im Nu verputzt, die die Praktikantinnen Tina Seydel und Anja Mohri für die kleine Gesellschaft, die gerade von einer Havelrundfahrt zurückgekehrt ist, im "Spaßkeller" zubereiteten.

Claudia, obwohl schon 17, braucht beim Essen noch die helfende Hand. Auch der 14-jährige David, der ohne behutsame Steuerung der Betreuerin Häppchen um Häppchen in sich hineinstopfen würde, da ihm das Gefühl des Maßhaltens nicht gegeben ist.

Die sieben Mädchen und Jungen zwischen 13 und 18 Jahren, die den "Spaßkeller" des Vereins Lebenshilfe in Falkensee besuchen, sind geistig behindert - meist durch frühkindliche Hirnschädigungen oder genetische Defekte; einige leiden obendrein an Epilepsie. Ihre Mütter und Väter werden von der Elternrolle niemals entbunden. Sie werden ihr Kind auch dann noch behüten und umsorgen, wenn es längst erwachsen ist. Der Verein Lebenshilfe für geistig Behinderte Havelland versucht, diesen Familien die Bürde zu erleichtern, die ihnen auferlegt wurde. In der Schulzeit werden hier am Nachmittag hauptsächlich Schüler der Förderschule für geistig Behinderte Markee betreut. "Wir verstehen uns als gemütlicher Übergang von der Schule zum Feierabend", sagt Doris Rutz, die Leiterin des Bereiches Familie und Freizeit im Verein Lebenshilfe, die am großen Esstisch mit den Kindern Platz genommen hat.

Gute Freunde: Veikko und Jeanette Krämer, die Heilpädagogin (o.) Immer guter Dinge: Joulin beim Toben im Spielzimmer (l.). Doris Rutz (u.) leitet den Bereich Familie und Freizeit im Verein Lebenshilfe. FOTOS (3): MAZ/MÜLLI

"Das ist auch deshalb wichtig, weil viele Eltern berufstätig und somit nicht in der Lage sind, ihr Kind schon am frühen Nachmittag von der Schule abzuholen." Jetzt, in den Sommerferien veranstaltet der "Spaßkeller" Ferienspiele für geistig behinderte Kinder aus dem Havelland. Drei Wochen lang. "Die zweite Ferienhälfte sollte dem Familienurlaub vor-behalten sein", sagt Doris Rutz. Die bildhübsche 13-jährige Joulin aus Dallgow wird mit ihrer Mutter nach Dänemark

reisen. Wird die erste Ferienhälfte zum Familienurlaub genutzt, kann für die zweite eine Reise für  das Kind bei "Lebenshilfe" gebucht werden - fachlich versierte Reise für das Kind bei "Lebenshilfe" gebucht werden  - fachlich versierte Betreuung inklusive. Die gewährleistet unter anderem die Heilpädagogin Jeanette Krämer, die nach den Ferienspielen mit einer Gruppe an die Ostsee fährt. Zwölf Reiseziele bietet der Verein im Jahresrund, vorwiegend für Erwachsene, wobei oftmals 

Handicap-Pensionen angesteuert werden - ganz auf Behinderte eingestellt. Die Einbindung ins normale Leben, die soziale Integration der durch eine Laune der Natur Benachteiligte ist erklärtes Ziel des Vereins.

Und so verkriecht sich auch die kleine Ferienspiel-Truppe nicht nur im "Spaßkeller" dem Souterrain der Vereinsräume an der Falkenhagener Straße, wo jeder Tag mit einem gemeinsamen Frühstück beginnt. Man pilgert ins Waldbad oder zum Scheinwerferberg, wo sich die Jugendlichen eine Bude bauen, die leider immer wieder von Radaubrüdern zerstört wird. Oder sie fahren gemeinsam nach Spandau, wo es öffentliche Spielplätze gibt, die auch für ihre Bedürfnisse taugen. Denn in Falkensee, sagt der 15-jährige Veikko verächtlich, "gibts ja bloß Babyrutschen".

 

Falkensee Bürger- und Besucher-Information 2004

Auszug aus Bürgermeister plant Verschiebung

Und bei den Kitas ergibt sich das Problem: "Kaum haben wir eine neue Kita eröffnet, bauen sich schon wieder Wartelisten auf!" Die Lebenshilfe beispielsweise hat letztes Jahr ihr „Entdeckerland“ in Betrieb genommen. 90 Plätze bietet die Integrations-Kita, die also auch Kindern mit Behinderung offen steht, und alle sind belegt.

 

Leiterin Gerlinde Ihrke freut sich, den Bürgermeister durchs Haus führen zu können. „Hier gibt es täglich was zu entdecken, kein Raum ist wie der andere“, zeigt sich Bigalke selbst nach wiederholtem Besuch zu Recht fasziniert.

 

MAZ 28.05.04

Das Ende einer öden Wand: Hannes Höhlig gibt dem neben dem noch unvollendeten Konterfei des Entdeckers wehenden Spruchband den letzten Schliff.             FOTO: NADINE FABIAN

Drache wacht über Kita

Graffiti schmücken das "Entdeckerland"

AGNES MÖLLER

FALKENSEE  "Graffiti machen graue Wände lebendig, ich wünschte ich könnt' das auch", heißt es im Lied "Kling Klang" von Keimzeit. Dass der Traum wahr werden kann, zeigen die fantasievollen Figuren an den Wänden der Integrationskita "Entdeckerland" an der Falkenhagener Straße.

Mehrere Tage arbeiteten die 21-jährigen Hannes Höhlig und Alexander Ballunit an den Graffiti - ganz legal. "Ich bin zur Kita gegangen und hab gefragt, ob ich nicht etwas an die Außenwände sprayen könnte", sagte Hannes Höhlig. DIe Antwort geben nun ein Entdecker und ein Drache.

Laut Hannes Höhlig kann das Graffiti bis zu zehn Jahre halten, mit   Klarlack   versiegelt    sogar

länger. Für die Kita lohnt sich der Ausnahme-Anstrich, denn die farbfrohen Bilder sind allemal besser als graue Tristesse. Bevor die Sprayer loslegten, wurden die Wände geweißt, ansonsten würden die Bilder nicht haften. Alle Farbdosen wurden zudem vom Träger, der Lebenshilfe, bezahlt. Nicht schlecht, denn eine Dose kostet 3,50 Euro und die beiden brauchten etwa 100.

"Wir haben hier beim Arbeiten in kurzer Zeit drei Aufträge bekommen", meint Hannes Höhlig, der seinem Hobby auf so großer und repräsentativer Fläche nicht oft frönen kann.

Er sprayt, seit er 15 ist. Als "Ost-Kind" hat er die Graffiti zum ersten Mal im Westen gesehen und wusste: Das will ich auch können. Er kann.

 

MAZ 05.04.04

Endlich raus, die Rutsche und den Sandkasten erkunden - das konnten die Kinder der Falkenseer Integrationskita am Sonnabend beim ersten Tag der offenen Tür. Es waren auch viele Neugierige gekommen die sich das Haus von innen ansehen wollten.

Die Buddelkiste gestürmt

Falkenseer Integrations-Kita "Entdeckerland" jetzt offiziell eröffnet

JUDITH MEISNER

FALKENSEE Für Mut und Weitsicht eine Integrationskita einzurichten, dankte ihre Leiterin Gerlinde Ihrke dem Trägerverein Lebenshilfe Havelland e.V. bei der offiziellen Eröffnung des Kindergartens an der Falkenhagener Straße am Sonnabendvormittag. "In Zeiten immer knapper werdender Mittel ist das keine Selbst-verständlichkeit", sagte sie.

Hier können insgesamt 89 Kinder miteinander spielen und lernen. "In jeder der sechs Grup-pen sind drei behinderte Kinder", berichtete die Leiterin. Enorm wichtig aus ihrer Sicht ist, dass  die  so  genannten  'Regelkinder'       und       ihre

Altersgenossen mit Behinderungen voneinander Toleranz lernen und die Fähigkeiten des anderen zu schätzen: "Wenn einer nicht laufen kann aber prima puzzeln, dann merken das alle", erzählte sie von ihren Erfahrungen. Auch dass Kinder Meister in non-verbaler Kommunikation sind.

Die Kleinen waren in ihr neues Haus schon im Januar einge-zogen. Nun im Frühling können sie auch den Garten mit Schaukel, Turngeräten und Buddelkiste voll mit feinstem, weißen Sand in Besitz nehmen. Das die Rasenflächen etwas spärlich sind hat seinen Grund: Auf   dem   Wegen  kommen Rollis  besser  vorwärts.     Die     Kita     liegt 

direkt an der viel befahrenen und lauten Falkenhagener Straße, also konstruierte Architekt Wolfgang Müller eine Lärmschutzmauer und lockerte den Garten mit drei Pavillons auf. Hier saßen am Sonnabend die Schüler der Förderschule Markee, als sie mit selbst gebastelten Instrumenten aus Keksdosen den Kindergartenkindern und ihren Eltern ein Ständchen brachten.

Auch die Kleinen des "Entdeckerlandes", so der Name der neuen Kita, sangen Lieder und führten Kreisspiele vor. Hubert Kaufhold, Vorsitzender der Lebenshilfe Havelland e.V. machte begeistert mit, bevor er einen riesigen roten Schlüssel an Leiterin        Gerlinde        Ihrke

übergab. Er wünschte sich, dass die Kinder in ihrer Kita immer so lachen mögen wie die Sonne während der Eröffnungsfeier.

Gerlinde Ihrke wies auf eine wichtige Errungenschaft des Hauses hin: die eigene Küche mit Küchenleitung, Köchin und einer ebenfalls behinderten Küchenhilfe. So können alle Kinder nach ihrem Bedürfnissen mit Frühstück, Mittagessen und Vesper versorgt werden. Manche essen nur Püriertes, andere nur Kartoffeln und wir können so Allergien berücksichtigen. Die Kita ist von 6 bis 17.30 Uhr geöffnet. Allerdings ist sie rappelvoll und es gibt eine lange Warteliste.

 

MAZ 02.04.04

Festakt in der Integrationskita

Falkensee   Drei Monate nach ihrer Inbetriebnahme wird die Integrationskita "Entdeckerland" an der Falkenhagener Straße morgen Vormittag feierlich eröffnet. An dem Festakt nehmen neben Vertretern des Vereins Lebenshilfe, der Bauherr ist, Vizelandrat Dennis Granzow und Falkensees stellvertretende Bürgermeisterin Ruth Schulz teil. Zwischen 11.30 und 16 Uhr können Interessierte bei einem Tag der offenen Tür das "Entdeckerland" besichtigen.

 

Falkenseer Stadtjournal 02/04

Ein Kita-Bau mit neuen Maßstäben

An der Ruppiner Straße in Falkensee eröffnete im Januar der Verein 

"Lebenshilfe Havelland" die erste Integrations-Kindertagesstätte im Osthavelland.

Zu Beginn des Jahres hat in Falkensee die erste Integrations- Kindertagesstätte im Osthavelland ihre Pforten eröffnet. Bauherr und auch Betreiber des 1,74 Millionen Euro teuren Kita-Neubaus, in dem auch behinderte Kinder betreut werden, ist der Verein Lebenshilfe Havelland e.V.

 

Etwas erschöpft, aber auch sichtlich erleichtert war der Geschäftsführer der Lebenshilfe Havelland e.V., Uwe Piel, als pünktlich am 5.Januar die Kinder und Eltern mit gespannten Gesichtern von der neuen Kita „Entdeckerland“ Besitz  ergriffen. Mitten in der Stadt Falkensee, an der Ecke Falkenhagener und Ruppiner Straße, werden künftig 89 Kinder der von 17 Pädagogen und Wirtschaftskräften, darunter auch vier Heilpädagogen, betreut. Das Grundstück für den Neubau wurde mit Bedacht gewählt: „Gerade eine Integrations-Kita gehört nicht an den Rand, sondern mitten in die Stadt“, so Uwe Piel. Erstmals gibt es damit im Osthavelland eine Tagesstätte, die sowohl die Aufgaben einer ganz normalen Kita, als auch die Betreuung behinderter Kinder vereint.

Es gibt sechs Gruppen mit durchschnittlich 15 Kindern, darunter meist zwei behinderte Kinder, die von zwei Pädagoginnen betreut werden.

Zufrieden äußerte sich der Geschäftsführer mit dem Bauablauf: In nur acht Monaten wurde der Bau, der fast ausschließlich von einheimischen Firmen ausgeführt wurde, termingerecht fertig gestellt, so dass im Dezember die Ausstattung des Gebäudes erfolgen konnte. Zufrieden konnte aber auch die Stadtverwaltung sein: Der  Neubau          des          Vereins

Der 1,7 Millionen Euro teure Neubau an der Ruppiner Straße wurde vom Falkenseer Architekturbüro Müller entworfen. Das Gebäude verfügt auch über einen Bewegungs- und Bastelraum, zwei Therapieräume sowie eine eigene Küche und Wäscherei.

Lebenshilfe hat nicht nur dringend benötigte Kita-Plätze geschaffen, sondern auch das Stadtbild sichtbar aufgewertet. Das von dem Falkenseer Architektenbüro Müller entworfene Gebäude, das einen sehr ungewöhnlichen aufweist, setzt neue Maßstäbe für das „zweite Zuhause“ der jungen Bewohner: Zu den in unterschiedlichen Farbtönen gehaltenen Gruppenräumen gehören jeweils ein Neben- und Abstellraum, eine Garderobe, ein eigener gehaltenen Gruppenräumen

„Eine Integrations- Kita gehört nicht an den Rand, sondern mitten in die Stadt.“

gehören jeweils ein Neben- und Abstellraum, eine Garderobe, ein eigener Sanitärbereich mit Dusche, eine offene Empore als zusätzlich Stellfläche, eine Terrasse und ein Separater Ausgang zum Garten. Zusätzlich gibt es im Gebäude einen     Bastel-     und     einen

Bewegungsraum, zwei Therapieräume sowie einen „Matschraum“ und einen „Snoezelraum“, in dem bei Musik und plätscherndem Wasser die kleine Seele baumeln kann. Nicht alltäglich ist auch, dass die Kita über einen Aufzug sowie eine eigene Küche sowie eine Wäscherei verfügt.
Kein Wunder also, dass die Kita keine Probleme mit der Auslastung haben wird. Bereits im Februar werden alle Plätze für „Regelkinder“ und auch die meisten Plätze für behinderte Kinder – deren Vergabe mit einem Bewilligungsverfahren der Sozialämter verbunden ist – vergeben sein. Die Verantwortlichen des Vereins hatten nicht damit gerechnet, schon zur Eröffnung so viele Kinder in Schon deshalb notwendig, erläutert Uwe Piel, da der Verein für die Finanzierung der Kita „ an die Schmerzgrenze gegangen ist“. Denn die insgesamt 1,7 Millionen Euro teure Investition wurde zu ca. zwei Dritteln aus Krediten        finanziert,       das

restliche Drittel stammt aus Eigenmitteln des Vereins und einer Förderung der „Aktion Mensch“ in Höhe von 147.000 Euro. Die Bedienung der langfristigen Kredite erfordert eine über Jahrzehnte hohe Auslastung der Plätze – insofern befinde sich eben auch eine Kindertagestätte „in einer ganz normalen Konkurrenzsituation“. 
Der Verein „Lebenshilfe Havelland“, im Jahr 1991 ausschließlich von Angehörigen Behinderter gegründet wurde 1995 mit der Übernahme der Wohnstätte
für geistig Behinderte in der Ruppiner Straße und dem Aufbau von stationär und ambulant betreuten Wohngruppen auch wirtschaftlich aktiv. 
Die „Lebenshilfe Havelland“ ist inzwischen mit rund 80 Beschäftigten auch im Familienunterstützenden Dienst tätig, betreibt eine Heil-pädagogische Frühförder- und Beratungsstelle in Rathenow sowie das Beschäftigungs-projekt Indura in Falkensee.

 

MAZ 23.01.04

Ein Haus zum Erleben

Architekt Wolfgang Müller plante die Integrationskita

JAN STERNBERG

FALKENSEE  Für Wolfgang Müller ist es seine erste Kita - jedenfalls die erste, die er als Architekt entworfen hat. Und gleich der ursprüngliche Plan für die Integrationskita "Entdeckerland" an der Falkenhagener Straße überzeugte sowohl die Lebenshilfe Havelland als Bauherrn als auch das Landesjugendamt. "Der Entwurf war Anlass, warum das Genehmigungsverfahren gut und schnell lief", sagt Müller selbstbewusst.

Es lief glatt, obwohl - oder weil - das schneckenartige Gebäude durchaus ungewöhnlich ist für die noch an Baracken oder umfunktionierte Wohnhäuser gewöhnten havelländischen Kita-Kinder. Die Räume für sechs Gruppen - 89 Kinder nimmt die Einrichtung auf - sind auf zwei Stockwerken angeordnet. Das Treppenhaus und der Aufzug liegen zur Hofseite. "Wir wollten möglichst wenig Platz für die Erschließung wegnehmen", erklärt        Wolfgang        Müller.

Noch wichtiger: Alle Gruppenräume sind zum Garten hin angeordnet, große Fenster selbstverständlich. "Ich finde es wichtig, dass die Kinder nirgendwo den Eindruck haben eingesperrt zu sein, nur verwahrt zu werden", umreißt Wolfgang Müller seine Gedanken. "Sie sollen die Möglichkeit bekommen, sich ihre Welt selber zu erschließen, selber erleben zu können."

Der Bau setzt diese Gedanken um: Ein Innenhof bietet allen Fenster nach mindestens zwei Seiten. Wichtiger: Die Kinder jeder Gruppe haben direkten Zugang zum Garten - im Erdgeschoss über die vorgelagerte Terrasse und drei Treppen. Die Terrasse ist zudem überdacht, hier ist Spielen auch bei schlechtem Wetter möglich.

Damit nicht genug der Ideen: Weil das Amt für Immissionsschutz eine Schallmauer forderte, um den Lärm von der viel befahrenen Falkenhagener Straße abzuhalten, musste sich der Architekt etwas einfallen lassen. Denn eine graue Wand wäre  dem

geplanten Eindruck wirklich alles andere als förderlich gewesen. Wolfgang Müller entschied sich für drei kleine Pavillons, die an der Mauer stehen.

Zur Straßenseite hin, über den Köpfen der Kinder, sind sie verglast. Durchblick durch Glasbausteine gibt es auch seitlich hinter den Pavillons: "Die Passanten sollen hinter die Mauer schauen können. Damit sie wissen, dass dort eine Kita ist", meint Müller.

Und die Kinder können die Autos auf der Straße fahren sehen - sind vor ihnen aber gut geschützt. Ein Pavillon nimmt Spielgeräte auf, in den anderen können die Kleinen sitzen und malen oder Geschichten vorgelesen bekommen.

Ein echtes "Entdeckerland" ist die Kita also - gebaut zum größten Teil von lokalen Firmen, in sieben Monaten Bauzeit und auch noch für 80 000 Euro weniger als mit 1,82 Millionen veranschlagt waren. Ein Märchen für Kleinkinder? Mitnichten sondern Realität, als Ergebnis eines guten Entwurfs und solider Arbeit.

 

MAZ 23.01.04

Kraftakt für spielerischen Umgang

Der Verein Lebenshilfe hat sich auch finanziell stark engagiert

FALKENSEE  Uwe Piel , Geschäftsführer des Vereins Lebenshilfe Havelland, lächelte bei der Eröffnung der neuen Integrationskita "Entdeckerland" Anfang Januar. Doch in die Freude mischten sich auch ein paar andere Gefühle. "Wir sind total an unsere Schmerzgrenze gegangen", sagt Piel und meint die Finanzierung für den 1,74 Millionen Euro teuren Neubau. Etwas mehr als 1,2 Millionen Euro haben die Banken über Kredite finanziert, 147 500 gab die "Stiftung Mensch" dazu, für Mehrausgaben, um die Kita behindertengerecht einzurichten. Doch den Rest musste der Verein aus eigener Tasche zahlen - zusätzliche Kredite waren nicht zu bekommen.

Die Banken halten sich zurück, obwohl in Falkensee auch in den nächsten Jahren ein großer Bedarf für Kita-Plätze besteht und das "Entdeckerland" überdurch-schnittlich  ist.   So   macht  sich

Mittag im "Entdeckerland": In der Küche wird jeden Tag frisches Essen für die 89 Kinder zubereitet.

Uwe Piel auch keine wirklichen Sorgen: "Hier bekommen die Kinder mehr geboten. Kinder-betreuung ist ein Markt, und auf dem stehen wir gut da." Dass im "Entdeckeland" behinderte und nicht behinderte Kinder zusammen lernen, ist für Uwe Piel das größte Pfund: "So etwas prägt fürs Leben." Das Anders-sein für normal zu nehmen, es im täglichen      Umgang     in     den

Hintergrund treten zu lassen - das wünschen sich Piel und Kita-Leiterin Gerlinde Ihrke für die Kinder. Und das können sie im Spielgarten, im Sport- und Bewegungsraum, in der "Snoozelraum" genannten Dämmerstube, im voll gefliesten Matschraum, beim Mittagessen und in zwei Therapieräumen bei Physiotherapie oder Logopädie.

jps